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Landesarchiv Schleswig-Holstein

© Michael Staudt/grafikfoto.de

Die Geschichte der Oldesloer Juden

Das Landesarchiv Schleswig-Holstein lädt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" zu diesem Vortrag in das Prinzenpalais, Schleswig, ein.

Dienstag, 15. Juni 2021, 18.30 Uhr

In Oldesloe lebten rund zweihundert Jahre lang Juden, die vornehmlich einer einzigen Familie entstammten. Ihre Zahl war stets sehr gering, eine Gemeinde bildete sich nie: Die Oldesloer Juden lebten in der Diaspora. An ihrem Schicksal kann exemplarisch die Geschichte deutscher Juden gezeigt werden. Der erste Oldesloer Jude kam aus Moisling und erhielt am 12. März 1737 die Erlaubnis, sich als "Schutzjude" in Oldesloe niederlassen zu dürfen. Er begründete die Familie, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts den dauerhaften Nachnamen Hirsch führte. Ihre Mitglieder schafften in Oldesloe den Aufstieg vom Hausierer zum Textilkaufmann, vom Schutzjuden zum Stadtverordneten und vielfach in Vereinen aktiven deutschen Bürger. Trotz der scheinbar gelungenen Integration der Familie Hirsch blieb der Antisemitismus ihnen gegenüber stets bedrohlich. Auch die 1898 vollzogene Taufe eines Teils der Familie änderte daran nichts. Mit dem Erstarken der NSDAP auch in Bad Oldesloe wurde der Antisemitismus tödlich. In den Vernichtungslagern von Auschwitz, Minsk, Theresienstadt oder Riga-Jungfernhof fielen ihm Angehörige der Familie Hirsch zum Opfer. 

Dr. Sylvina Zander, Sozial- und Kunsthistorikerin, leitete bis 2020 das Stadtarchiv in Bad Oldesloe. Sie lebt als freie Autorin in Lübeck.

Eintritt 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Mitglieder des Fördervereins haben freien Eintritt.

Aufgrund der begrenzten Platzzahl ist eine namentliche Anmeldung erforderlich unter Telefon 04621 8618-00 oder per E-Mail an sonja.clausen@la.landsh.de.