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Landesarchiv Schleswig-Holstein

© Michael Staudt/grafikfoto.de

Von Schleswig nach Dresden. Mätressen als eigenständige Frauen im 17. und 18. Jahrhundert

Das Landesarchiv Schleswig-Holstein lädt im Rahmen der Ausstellung "'Heraus aus der Finsternis!' Weibliche Lebenswelten von der Kaiserzeit bis heute" zu der Vortragsveranstaltung in das Prinzenpalais, Schleswig, ein.

Donnerstag, 24. Oktober 2019, 18.30 Uhr

Es geht vor allem um Maria Aurora von Königsmarck (1662-1728) und Gräfin Cosel (1680-1765), letztere in Schleswig-Holstein beheimatet, erstere besaß Güter in Schleswig-Holstein. Die Königsmarck war die erste Maîtresse en Titre (Staatsmätresse) Augusts des Starken. Sie verstand es, ihre Rolle am Hof in Dresden zu spielen, und führte den unerfahrenen August, der nicht zum Thronfolger bestimmt war, in das höfisch-diplomatische Leben ein. Obwohl nur ein gutes Jahr mit August dem Starken liiert, wurde Maria Aurora von Königsmarck spätestens seit dem 19. Jahrhundert in Biografien und Lexika nur auf die Rolle der Geliebten und Mutter des gemeinsamen Sohnes Moritz von Sachsen reduziert. Ihre hervorragenden Leistungen als Dichterin, Mäzenin und ihre Auftritte an den Höfen in Stockholm und Dresden wurden negiert. Mätressen des 17. und frühen 18. Jahrhunderts sind nicht mit dem bürgerlichen Liebesideal des späten 18. und des 19. Jahrhunderts zu vergleichen. Sowohl die Köngismarck als auch die Cosel werden seit dem 19. Jahrhundert als Frauen an der Seite Augusts des Starken dargestellt, ohne eigenes Leben. Am Beispiel Maria Aurora von Königsmarck lässt sich zeigen, dass Frauen in adligen, höfischen Kreisen eine eigene Rolle zugestanden wurde. Ein Vergleich mit der braunschweigischen Mätresse Carl Wilhelm Ferdinands von Braunschweig-Wolfenbüttel, Maria Antonia Pessina von Branconi (1746-1793), zeigt deutlich, wie bürgerliche Schriftsteller und Intellektuelle im 18. Jahrhundert das neue Bild der bürgerlichen, zurückgezogenen Frau als Messlatte anlegten.

Dr. Gudrun Fiedler, geb. 1956 in Wolfsburg, 1985 promoviert, seit 2006 Leiterin des Staatsarchivs Stade.

Eintritt 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Mitglieder des Fördervereins haben freien Eintritt.

Die Ausstellung ist vom 21. März 2019 bis zum 31. Januar 2020 im Landesarchiv zu sehen.