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Landesarchiv Schleswig-Holstein

© Michael Staudt/grafikfoto.de

Von den "Schölermanns" bis zu "GZSZ". Deutsche Fernsehserien als Teil der Alltagskultur

Rückblick auf den Vortrag von Prof. Dr. Joan Bleicher, Hamburg

Prof. Dr. Joan Bleicher, Hamburg, bei ihrem Vortrag im Landesarchiv am 15. September 2021 © Landesarchiv

Am 15. September 2021 fand die erste Begleitveranstaltung zur neuen Ausstellung im Landesarchiv statt. In enger Anlehnung an das Ausstellungsthema "Urlaubsort – Tatort – Drehort. 100 Jahre Filmset Schleswig-Holstein" referierte Prof. Dr. Joan Bleicher über die Geschichte deutscher Fernsehserien.

Die Medienwissenschaftlerin der Universität Hamburg zeigte auf, unter welchen Kriterien Fernsehserien in der Forschung untersucht werden. Anschließend nahm sie die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Zeitreise von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart. Erste Fernsehserien waren eng angelehnt an Beiträge aus dem Hörfunk. Die Geschichten orientierten sich an amerikanischen Vorbildern und sollten das alltägliche Familienleben darstellen. Ein weiterer Schwerpunkt des umfangreich bebilderten Vortrags lag auf den Krimiserien. Bleicher skizzierte den Wandel vom unfehlbaren Kommissar, der wie eine Vaterfigur stets den Überblick behielt und die richtigen Entscheidungen traf, hin zu Charakteren wie Kommissar Schimanski aus dem Duisburger "Tatort".

Im Anschluss an den Vortrag teilten die Zuhörerinnen und Zuhörer Erinnerungen an beliebte Fernsehproduktionen vergangener Jahrzehnte. Dabei wurden Dreharbeiten am eigenen Wohnort ebenso angesprochen wie die sogenannten Straßenfeger der 1970er-Jahre, die es auf beeindruckende Einschaltquoten von neunzig Prozent brachten. In der Rückschau kamen zudem die Veränderung der Sehgewohnheiten und die Abstimmung des Fernsehprogramms auf werberelevante Zielgruppen zur Sprache.