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Justizvollzugsanstalt Neumünster

© M. Staudt / grafikfoto.de

Gewaltstraftätertherapie für Jugendliche

Das Zentrum für Integrative Psychiatrie an der Christian- Albrechts-Universität Kiel besteht aus den Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie, für Kinder- und Jugendpsychiatrie und für Psychosomatik und Psychotherapie. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie als größte der Kliniken umfasst 106 Betten und folgt einem störungsspezifischen Konzept; unter anderem sind spezielle Behandlungsangebote für die Schwerpunkte Psychose, affektive Störungen, Sucht und Borderline- Persönlichkeitsstörungen etabliert. Die Sektion Forensische Psychiatrie verfügt über eine große Gutachtenstelle, widmet sich aber auch der intramuralen und ambulanten Straftätertherapie.

Anfang 2012 wurde das Zentrum für Integrative Psychiatrie des Universitätsklinikums Schleswig-Holsteins von der Justizvollzugsanstalt Neumünster mit der Durchführung der Gewaltstraftätertherapie im Jugendvollzug beauftragt. Das Zentrum für Integrative Psychiatrie führt bereits einige Jahre ein ambulantes Behandlungsprogramm für jugendliche Gewaltstraftäter durch und verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Arbeit mit erwachsenen Gewaltstraftätern, so dass ein entsprechendes Therapiekonzept entwickelt werden konnte.

Die Therapie für Gewaltstraftäter in der Justizvollzugsanstalt Neumünster richtet sich an jugendliche Strafgefangene, die wegen Gewaltstraftaten inhaftiert sind. Das Behandlungsprogramm zielt, wie im Erwachsenenbereich, auf die Verringerung des Rückfallrisikos für weitere Gewaltstraftaten ab. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Bearbeitung des delinquenten Verhaltens, der Tatanalyse und dem Aufbau prosozialer Verhaltensalternativen. Das Therapiekonzept orientiert sich an den etablierten kriminaltherapeutischen Prinzipien und ist methodisch vielschichtig, schulenübergreifend und problemorientiert: Die Gefangenen werden im Jugendvollzug sowohl im Gruppen- als auch im Einzelsetting behandelt. Die Therapie vorbereitenden Maßnahmen beinhalten hauptsächlich die Behandlungsuntersuchung, Aufbau und Förderung von Veränderungsmotivation und Beziehungsaufbau. In den Einzel- und Gruppenbehandlungen geht es vor allem um die Auseinandersetzung mit den einzelnen individuellen Gewaltdelikten, der Stärkung von prosozialen Kompetenzen und Problemlösetraining, wobei die Jugendlichen die Möglichkeit haben alternative Verhaltensweisen in Konfliktsituationen in Rollenspielen auszuprobieren und zu erlernen. Es werden außerdem Bereiche, Themen und Aspekte besprochen, die mit gewalttätigem Verhalten in Zusammenhang stehen können.