Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung

© M. Staudt/grafikfoto.de

Guter Start für neue Ausbildung

Datum 24.09.2021

Elf Beamtinnen und Beamte haben die Ausbildung im Abschiebungshaftvollzug als erster Jahrgang abgeschlossen – ab Oktober treten sie ihren Dienst an.

"Sie sind Pioniere: Die zugrundeliegende Laufbahn-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung war zu Ihrem Ausbildungsbeginn quasi druckfrisch", sagte Innenstaatssekretär Torsten Geerdts und gratulierte in Boostedt den ersten elf Absolventinnen und Absolventen zu ihrer erfolgreichen Ausbildung für den Abschiebungshaftvollzugsdienst.

Neue Ausbildung seit 2019

Die Ausbildung wird in Schleswig-Holstein erst seit 2019 angeboten und ist auch bundesweit noch ziemlich neu. Sie geht über den Allgemeinen Vollzugsdienst hinaus, indem sie auch Grundlagen des Aufenthalts- und Asylrechts sowie zur Abschiebungshaft vermittelt. Zum 1. Oktober treten die Beamtinnen und Beamten ihren Dienst in der Abschiebungshaft Glückstadt an. Dort beaufsichtigen und betreuen sie ausreisepflichtige Ausländerinnen und Ausländer, bei denen zu erwarten ist, dass sie sich ihrer Ausreiseverpflichtung entziehen wollen, bis zu ihrer Ausreise.

Praxisnahe Ausbildung

In den vergangenen zwei Jahren haben die Auszubildenden gelernt, wie sie auf psychisch belastende Situationen reagieren können. Dabei sollten sie auch interkulturelle Kompetenz aufbauen und lernen, wie sie am besten auf Menschen aus unterschiedlichen Kulturen eingehen, die in den Einrichtungen oft aufeinandertreffen.

Die theoretische Ausbildung erfolgte an der Justizvollzugsschule in Boostedt, ergänzt durch zusätzlich Module vom Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge. Die meiste Zeit ihrer Ausbildung waren die Auszubildenden allerdings direkt in der Praxis eingesetzt: Dabei haben sie nicht nur Justizvollzugsanstalten des Landes unterstützt, sondern konnten auch in Abschiebungshafteinrichtungen anderer Länder hospitieren.

Abschiebungshaftvollzug nach humanitären Standards

In den vergangenen Jahren wurden Abschiebungshaftgefangene in Einrichtungen anderer Bundesländer untergebracht. Mit der neuen Abschiebungshafteinrichtung in Glückstadt mit insgesamt sechzig Plätzen übernehme Schleswig-Holstein seit Mitte August selbst Verantwortung. Dazu gehöre auch, dass die Standards für den Vollzug durch eine humanitäre Grundüberzeugung geprägt sind, betonte Geerdts.

Die Abschiebungshaft sei das letzte Mittel, um am Ende eines rechtsstaatlichen Verfahrens die Ausreise zu sichern, erklärte Geerdts. "Es wäre schön, wenn Menschen die rechtstaatlich getroffenen Entscheidungen freiwillig befolgen würden. Doch am Ende des Tages trägt der Staat die Verantwortung dafür, dass notwendige Abschiebungen nicht scheitern – notfalls auch mit der Abschiebungshaft", sagte der Staatssekretär.

Weitere Informationen zur Ausbildung im Abschiebungshaftvollzug

Weitere Anwärter begrüßt

Neben den neuen Abschiebehaftvollzugsbeamtinnen und -beamten erhielten auch 17 Beschäftigte im Allgemeinen Vollzugsdienst ihre Ernennungsurkunden. Pandemiebedingt fand die Zeremonie nur in kleinem Kreis ohne die übliche Feierstunde statt. "Der Schlüssel für die Effektivität und hohen Standards unseres Strafvollzuges ist exzellent ausgebildetes, hochqualifiziertes Personal", sagte Tobias Berger, Leiter der Vollzugsabteilung im Justizministerium. Berger betonte, er sei immer wieder beeindruckt vom Einsatz und der Professionalität der Beschäftigten im Justizvollzug. Ziel sei es, dass die Gefangenen künftig ein Leben ohne Straftaten führen könnten. "Dies dient zugleich dem Schutz unserer Gesellschaft vor weiteren Straftaten. Sie als Vollzugsbeamtinnen und Vollzugsbeamte sorgen durch Ihre Arbeit mit den Gefangenen dafür, dass beides gelingt."

Teilen: