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Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung

© M. Staudt/grafikfoto.de

Schleswig-Holsteiner:innen packen an

Datum 23.07.2021

Die Katastrophenschutzkräfte aus dem echten Norden helfen im Raum Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Die Einsatzgebiete sind vielfältig.

Vor zwei Tagen waren mehr als 600 Katastrophenschutzkräfte aus dem echten Norden nach Rheinland-Pfalz gereist, um bei der Flutkatastrophe zu helfen. Direkt nach ihrer Ankunft hatten allerdings nicht alle sofort etwas zu tun - das sorgte zum Teil für Unmut. Mittlerweile sind aber alle Helfer:innen aus Schleswig-Holstein an ihrem Einsatzort und packen mit an. Dabei bieten sich ihnen zum Teil erschreckende Bilder: eingestürzte Häuser, weggeschwemmte Straßen – viele Orte hat die Flutkatastrophe schwer getroffen. Die Helfer:innen erfahren aber auch viel Dankbarkeit aus der Bevölkerung, berichtet der Landesfeuerwehrverband.

Logistische Höchstleistung

In Windhagen, einer Gemeinde im Landkreis Neuwied unmittelbar an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, haben die Logistiker:innen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) alle Hände voll zu tun. Dort arbeiten Helfer:innen aus Nordfriesland, Pinneberg und Plön. Aufgabe der Truppe ist "alles, was die Menschen angeht", umschreibt Verbandsführer Jacob Melchers. So kam beispielsweise nun ein Sattelzug mit 9.000 Litern Getränken an. Täglich werden in einem Großmarkt ganze LKW-Ladungen Lebensmittel eingekauft und anschließend verarbeitet.

Einen Tag zuvor versorgten die Logistiker:innen gemeinsam mit Kräften aus Segeberg und Stormarn in Bad Neuenahr-Ahrweiler rund 1.000 Personen. Sie bereiten täglich drei Mahlzeiten für die eigenen Kollegen sowie die Bevölkerung im Schadensgebiet zu, das sind jeweils rund 1.700 Portionen. Auch kümmern sie sich um so alltägliche Dinge wie Mückenschutz, Sanitärartikel und Entsorgung. "Dazu gibt es hier ein ganz tolles Miteinander mit dem Bauhof der Stadt Windhagen", lobt Jacob Melchers.

Bedrückende Bilder

Die schleswig-holsteinische Feuerwehr arbeitet nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Zuweisung von Einsatzgebieten mittlerweile mit den Kameraden in Bad Neuenahr-Ahrweiler eng zusammen, um den Schutz der Bevölkerung sicherzustellen. Das berichtet Rainer Kersten von der Freiwilligen Feuerwehr Altenholz. "Die Bilder, die sich hier auftun, sind apokalyptisch und surreal", sagt Kersten. "Bahngleise hängen in der Luft, Straßen sind weggespült, das Bahnhofsgebäude ist gegen Abrutschen abgestützt – und nebenan gehen die Menschen in unversehrten Häusern und Geschäften ihrer Tagesbeschäftigung nach."

Kolleg:innen aus den Kreisen Pinneberg und Schleswig-Flensburg sind in Insul im Kreis Ahrweiler eingesetzt und berichten von "kriegsähnlichen Zuständen mit weggespülten Häusern und Brücken." Teilweise erkenne man nicht, dass da mal ein Haus stand. Nach der Flut kamen die Hitze und viel Staub. Die Helfer:innen arbeiten daher den ganzen Tag mit FFP2-Masken.

Einsatzkräfte aus Lauenburg stellen Teile der Infrastruktur wieder her. Sie schaufeln zum Beispiel Keller leer und beseitigen Schutt. Das, was man in den Medien sehe, sei nichts gegen die Eindrücke vor Ort, sagte einer der Feuerwehrleute. Es sehe dort aus, wie nach einem Krieg, berichtet der Büdelsdorfer Feuerwehrmann Rolf Rentzow. "Privatleute sind mit Gummistiefel, Schaufel und Eimer bewaffnet und versuchen zu retten, was geht."

Eindrücke aus dem Einsatz

Ablösung wird geplant

Das Innenministerium, die Kreise und Kreisfreien Städte sowie die Hilfsorganisationen planen derweil die Ablösung der Katastrophenschutzkräfte. Dabei soll nach Möglichkeit nur das Personal getauscht werden, die Fahrzeuge und Geräte aber erst einmal vor Ort bleiben. "Rheinland-Pfalz ist dankbar für die Unterstützung aus Schleswig-Holstein. Es ist weiterhin dringend auf Kräfte angewiesen und hat um eine Fortsetzung des Einsatzes gebeten. Das bereiten wir jetzt vor", sagte Schleswig-Holsteins Staatssekretär Torsten Geerdts. Die Männer und Frauen sollen voraussichtlich im Laufe des Sonntags (25. Juli 2021) abgelöst werden. Die nachfolgenden Kolleg:innen sollen bis spätestens Freitag (30. Juli 2021) bleiben.

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