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Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung

© M. Staudt/grafikfoto.de

Oranges Leuchtfeuer

Datum 25.11.2020

Die Aktion "Orange the World" macht ab dem 25. November auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Auch 50 Gebäude im echten Norden werden orange angestrahlt.

Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen in der Welt. Dazu zählen nicht nur Vergewaltigungen und Missbrauch, sondern auch sexuelle Belästigung, Stalking und psychische Gewalt.

Angst vor Gewalt

Allein in Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt. Auch in Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr 3.874 Fälle bekannt geworden, in denen Frauen von ihren Partnern Gewalt angetan wurde. Gerade während der Corona-Pandemie gebe es zusätzliche Risiken für Frauen, betonte Gleichstellungsministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack. Wenig Freiraum zu Hause in Verbindung mit finanziellen Sorgen oder psychischen Erkrankungen erhöhe das Risiko von körperlicher und sexueller Gewalt.

Weltweite Beleuchtung in Orange

Um auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen, werden am 25. November weltweit Gebäude mit orangem Licht angestrahlt. In Schleswig-Holstein nehmen mehr als 50 Gebäude am "Orange Day" teil. Es werden zum Beispiel das Innen- und das Justizministerium, aber auch das UKSH in Kiel sowie das Holstentor in Lübeck beleuchtet. Auch andere öffentliche und kulturelle Einrichtungen, Organisationen, Firmen und Geschäfte lassen ihre Gebäude und Schaufenster erstrahlen. Die Farbe Orange soll dabei eine Zukunft frei von Gewalt symbolisieren.

Bei der Kampagne werden aber nicht nur Gebäude beleuchtet. In Schleswig-Holstein startete zum Beispiel bereits am 23. November die jährliche Brötchentüten-Aktion, die seit 17 Jahren auf häusliche Gewalt aufmerksam macht. Dabei wandern Brötchen, Brote oder Leckereien in speziellen Brötchentüten über die Ladentheken. Auf ihnen ist auch die Telefonnummer des Hilfetelefons abgebildet.

16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Die beleuchteten Gebäude am "Orange Day" sind Auftakt einer 16-tägigen Aktion. Bereits 1991 hat das Women's Global Leadership Institute die Kampagne ''16 days of activism against gender violence" ins Leben gerufen. Unter dem Motto "Orange The World" hat UN Women 2008 den Ball aufgenommen. Jahr für Jahr machen Frauen weltweit vom 25. November bis zum 10. Dezember mit orange leuchtenden Aktionen auf das Problem und seine verheerenden Auswirkungen aufmerksam.

Bereits zum vierten Mal organisiert der Zonta Club die weltweite Aktion in der Landeshauptstadt. Schirmherrinnen sind die Gleichstellungsministerin Dr. Sütterlin-Waack und Kiels Oberbürgermeisterin a.D. Angelika Volquartz.

Schnelle Hilfe

Im April 2020 startete mit der bundesweiten Initiative "Maske 19" eine Notrufhilfe für Betroffene von häuslicher Gewalt. Bietet eine Apotheke, eine Arztpraxis oder Klinik gut sichtbar Informationen zu "Maske 19" an, weiß die Betroffene: Hier muss sie im Notfall nicht warten und sich auch nicht lange erklären. Das Codewort "Maske 19" genügt, damit umgehend Hilfe geholt wird.

Anzeige auch später möglich

Seit Kurzem gibt es auch einen neue Internetseite zur vertraulichen Spurensicherung. "Aus unterschiedlichsten Gründen stellen Betroffene unmittelbar nach der Tat häufig keine Strafanzeige. Mit der vertraulichen Spurensicherung ermöglichen wir die kostenfreie ärztliche Sicherung von Tatspuren, ohne dass eine Strafanzeige gestellt werden muss", erklärte Sütterlin-Waack. Betroffene von Gewalt haben die Möglichkeit, ihre Verletzungen rechtsmedizinisch untersuchen und gerichtsverwertbar dokumentieren zu lassen. Dann können sie auch zu einem späteren Zeitpunkt noch Anzeige erstatten.

Weitere Informationen dazu unter Vertrauliche Spurensicherung

Hilfsangebote für Betroffene

In Schleswig-Holstein gibt es verschiedene Hilfsangebote für Opfer einer Gewalttat oder für Menschen, die davon bedroht sind. Die Bandbreite reicht von Zuflucht bei unmittelbarer Gefährdung über Beratung bis hin zu psychologischen und psychosomatischen Therapieangeboten. Die Beratungsangebote stehen auch während der Pandemie für alle anonym und kostenfrei zur Verfügung.

Neben Unterstützung seitens der Kommunen gibt es folgende Angebote auf Bundes- und Landesebene:

  • Das Bundeshilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist rund um die Uhr unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung erreichbar.
  • Die Nummern der Frauenfachberatungsstellen und Notrufe in Schleswig-Holstein sind unter Frauenberatung abrufbar.
  • Männer und Frauen, die befürchten selbst gewalttätig zu werden oder bereits gewalttätig sind, finden Beratungsangebote unter Soziale Strafrechtspflege oder unter 0431 / 26097648
  • Von Gewalt betroffene Männer finden unter Männerberatung entsprechende Angebote.
  • Deutschlandweite Notfallnummer des Kinderschutzbundes für Kinder: 0800 / 1110333
  • Deutschlandweite Notfallnummer des Kinderschutzbundes für Eltern: 0800 / 1110550

Seit Kurzem steht darüber hinaus mit "text us!" in Schleswig-Holstein eine sichere Online-Beratung zur Verfügung, bei der entweder per E-Mail oder per Chat-Termin Kontakt zu den teilnehmenden Frauenberatungsstellen aufgenommen werden kann.

text us!

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