Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

Innenministerium

Präventionsarbeit stärken

Datum 11.03.2019

Auf der zweiten Demokratiekonferenz des Landesdemokratiezentrums haben rund 100 Teilnehmer über Hass, Hetze und Extremismus diskutiert.

Wie lassen sich Hass und Hetze im Alltag und im Internet verhindern? Welche Strategien gibt es gegen politisch oder religiös motivierten Extremismus? Um diese und andere Fragen ging es auf der zweiten landesweiten Demokratiekonferenz des Landesdemokratiezentrums (LDZ) in Kiel. Die Konferenz bildet den Auftakt der Internationalen Wochen gegen den Rassismus vom 10. bis 27. März. 

Innenstaatssekretär Torsten Geerdts eröffnete die Konferenz und betonte dabei die Bedeutung von Präventionsarbeit im Kampf gegen den Extremismus. Frühzeitige Angebote würden dabei helfen, dass weniger Menschen in die Extremismus-Szene abrutschten, sagte Geerdts.

Schwerpunkt Antisemitismus

"Es ist ein hervorragendes Signal, dass die Internationalen Wochen gegen Rassismus sich so fest etabliert haben", erklärte der Staatssekretär. "Das Programm-Angebot hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr fast verdoppelt." Einer der Programmschwerpunkte der Aktionswochen ist der Umgang mit Antisemitismus. Die steigende Zahl an Vorfällen mit antisemitischem Hintergrund sei besorgniserregend, sagte Geerdts. "Deshalb freue ich mich, dass wir in Schleswig-Holstein nun eine unabhängige Meldestelle für antisemitische Vorfälle haben." Die 2018 eingerichteten Dokumentationsstelle LIDA-SH dokumentiert antisemitisch motivierte Taten unabhängig von der Polizei. Betroffene, Angehörige und Zeugen können dort telefonisch Rat suchen oder Vorfälle über das Internet melden.

1,5 Millionen Euro für Prävention

Insgesamt habe die Landesregierung die Mittel für Extremismus-Präventionsarbeit auf mehr als 1,5 Millionen Euro erhöht, fuhr der Staatssekretär fort. "Das ist im Vergleich zu 2017 nahezu eine Verdoppelung." Das Geld komme insbesondere der Arbeit gegen Rechtsextremismus und religiös motivierten Extremismus zugute. Außerdem wolle das Land noch in diesem Jahr die ersten Ergebnisse einer Studie zu Formen des Linksextremismus in Schleswig-Holstein vorlegen.

Workshops, Diskussionen, Filme

Die Internationalen Wochen gegen den Rassismus finden in diesem Jahr unter dem Motto "100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus" statt. Zahlreiche Vereine und Initiativen laden unter anderem zu Workshops, Podiumsdiskussionen oder Filmvorführungen zum Thema Fremdenfeindlichkeit ein. So zeigen beispielsweise die Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein und das Kieler Kino in der Pumpe den Superhelden-Film "Black Panther". Außerdem organisiert das IQSH einen Fachtag für Lehrer über Demokratiepädagogik in Zeiten des Populismus, und der Sozialdienst muslimischer Frauen in Neumünster präsentiert eine Ausstellung über Diskriminierungserfahrungen von Frauen.