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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

Innenministerium

Perspektiven in der Heimat

Datum 04.03.2019

Die Diakonie berät Geflüchtete ohne Bleibeperspektive. Das Land unterstützt dieses Angebot mit einer halben Million Euro.

Die Gründe, aus seinem Heimatland zu fliehen, sind vielfältig: Krieg, Folter, Perspektivlosigkeit. Doch weil finanzielle Not allein kein Asylgrund ist, haben viele Geflüchtete in Deutschland keine Bleibeperspektive. Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk hat das Landesamt für Ausländerangelegenheiten ein Programm entwickelt, um ausreisepflichtige Menschen zu beraten und ihnen Perspektiven für ihr Leben in der Heimat zu zeigen. In Kiel hat Innenstaatssekretär Torsten Geerdts nun einen Förderbescheid über 510.000 Euro an Landespastor und Diakonie-Vorstand Heiko Naß überreicht. Mit dem Geld unterhält die Diakonie sieben Rückkehrberatungsstellen mit elf Mitarbeitern im ganzen Land.

Einsicht statt Zwang

"Wir haben immer deutlich gemacht, dass unser Fokus ganz klar auf der freiwilligen Ausreise von ausreisepflichtigen Flüchtlingen liegt", sagte Geerdts. Es müsse das letztmögliche Mittel sein, ausreisepflichtige Menschen in Gewahrsam zu nehmen und dann abzuschieben. "Deshalb bin ich froh, dass wir die positiven Ansätze jetzt verstetigen können und den Menschen weiterhin ein umfangreiches und fachlich fundiertes Beratungsangebot bieten können."

Landespastor Naß ergänzte: "Wenn Zugewanderte aber unser Land verlassen müssen oder wollen, möchten wir auch sie unterstützen und gemeinsam mit ihnen eine faire Perspektive erarbeiten." Ziel sei es, in Schleswig-Holstein eine Kultur der freiwilligen Rückkehr zu etablieren. "Die bisherigen Erfahrungen in der Rückkehrberatung zeigen, dass dieser Weg erfolgversprechend ist."

Beratung und Unterstützung

Die Mitarbeiter in den Beratungsstellen erarbeiten mit jedem einzelnen Ratsuchenden eine eigene Lebensperspektive und informieren beispielsweise über die Wohn- und Arbeitssituation in den Herkunftsländern, über medizinische Versorgung sowie zu Förderprogrammen. Darüber hinaus stehen sie in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden und den Botschaften der Heimatländer und helfen dabei, Ausweispapiere zu beschaffen. Das Diakonische Werk unterstützt die Einrichtungen fachlich, kümmert sich um die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter und vernetzt haupt- und ehrenamtliche Akteure.