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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

Innenministerium

Einwohnerversammlung in Boostedt

Datum 19.09.2018

Hans-Joachim Grote hat die Boostedterinnen und Boostedter über die weiteren Pläne des Landes für die Flüchtlingsunterkunft im Ort informiert.

Viele Menschen sitzen in einer Sporthalle bei einer Einwohnerversammlung. Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt: Einwohnerversammlung (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Mehrere hundert Boostedter besuchten die Einwohnerversammlung. © Innenministerium

Der Innenminister machte dabei erneut deutlich, dass die Landesregierung die Zahl der in Boostedt untergebrachten Asylsuchenden bis Ende 2019 auf 500 begrenzen will – mit einer Notfallreserve von zusätzlich maximal 200. Darüber hinaus solle die Einrichtung Ende 2024 komplett geschlossen werden.

Hans-Joachim Grote ging auch auf die veränderte Struktur der in Boostedt wohnenden Asylsuchenden ein. In Boostedt leben derzeit Menschen mit 40 unterschiedlichen Nationalitäten. Wie in allen Bundesländern sei es auch in Schleswig-Holstein mittlerweile so, dass die Zahl allein reisender Männer im Vergleich zu Familienverbänden zugenommen habe: "Wir wissen um die Herausforderungen und haben reagiert: Mit Verstärkungen beim Betreuungspersonal, beim Wachdienst, bei der Polizei und beim Landesamt für Ausländerangelegenheiten. Wir setzen auf Betreuungsangebote und beschleunigen die Verfahren – soweit es in unserer Macht liegt", sagte der Minister.

Portraitfoto Hans-Joachim Grote

Wir wissen um die Herausforderungen und haben reagiert.

Hans-Joachim Grote

Zuvor konnten Einwohner die Einrichtung besichtigen. In Boostedt befinden sich eine Erstaufnahmeeinrichtung, eine dieser Aufnahmeeinrichtung zugeordnete Gemeinschaftsunterkunft sowie eine Landesunterkunft für Ausreisepflichtige.

So sieht es in Boostedt aus

Das Bild zeigt das Schild der ehemaligen Rantzaukaserne
© Innenministerium Die Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt ist in der ehemaligen Rantzau-Kaserne untergebracht. Eröffnet wurde die Einrichtung 2015. Bis 2024 gemietet, bietet Boostedt maximal 2000 Plätze.
Auf einer Hinweistafel wird der Weg in verschiedene Richtungen gezeigt.
© Innenministerium Die Liegenschaft ist weitläufig, es gibt viel Platz in den Außenanlagen und viel Kapazität, um Menschen unterzubringen. Auch Büroflächen sind ausreichend vorhanden. Denn Boostedt ist auch Behördenstandort für Bund und Land.
Das Bild zeigt das Gebäude der Polizeistation in der Erstaufnahmeinrichtung in Boostedt
© Innenministerium Mit 27 Beamten vor Ort ist die Polizeistation in Boostedt ab 1. Oktober die zweitgrößte Station im Land.
Das Bild zeigt die Gebäude, in denen die Menschen untergebracht sind.
© Innenministerium Mit Wohngebäuden wie diesen, Schule, Kindergarten, ärztlichem Dienst, Quarantäne-Bereichen, Schutzbereichen für besonders Schutzbedürftige u.v.m. sind die Standards hervorragend.
Auf dem Bild ist ein Sonnenuntergang gemalt.
© Innenministerium In den Gebäuden hängen zahlreiche große Wandbilder, die Bewohner gemalt haben. Dies ist der Ausschnitt eines Kunstwerks von Künstlern aus Armenien.
Auf einer Wochentafel wird auf Angebote des Betreuungsverbandes DRK hingewiesen.
© Innenministerium Das DRK bringt die Menschen unter, verpflegt sie und betreut sie sozial. Darüber hinaus gibt es kreative, musische, kulinarische und sportliche Angebote, Kinderbetreuung, Gesprächsangebote insbesondere für Frauen, Verfahrensberatung und unabhängige Rückkehrberatung.
Ein Behandlungsraum im Sanitätszentrum in Boostedt
© Innenministerium In jeder Landesunterkunft gibt es einen Ärztlichen Dienst, der einer allgemeinmedizinischen Praxis entspricht. Der ärztliche Dienst nimmt die medizinische Erstuntersuchung vor und behandelt die in der Erstaufnahme Untergebrachten bei Bedarf.
Auf einem Plakat weist die vhs auf kostenlose Deutschangebote in der Einrichtung hin.
© Innenministerium Alle Zugewanderten, die dauerhaft oder auf absehbare Zeit in Schleswig-Holstein leben, sollen von Anfang an die deutsche Sprache erlernen. In den Aufnahmeeinrichtungen werden dazu sogenannte WiSH-Kurse angeboten.
Eingang zur Schule in der Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt
© Innenministerium Die Erstaufnahmeeinrichtung hat eine eigene Schule: Die Außenstelle der Grund- und Gemeinschaftsschule Boostedt, in der die Kinder Deutsch lernen. Denn auch hier gilt die Schulpflicht.
Spielecke in der Rantzau-Kaserne in Boostedt
© Innenministerium Auch Spenden aus dem Erlebniswald Trappenkamp füllen dieses Spielzimmer.
Auf einem selbstgenähten Aushang wird auf eine Nähwerkstatt hingewiesen.
© Innenministerium Eine Nähwerkstatt bietet ebenfalls Möglichkeiten, sich zu beschäftigen.
Eine Werkstatt in der Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt
© Innenministerium In der Werkstatt können sich die Bewohner handwerklich betätigen.

In Schleswig-Holstein gibt es derzeit zwei aktive Aufnahmeeinrichtungen. Sie befinden sich in Neumünster und in Boostedt. Insgesamt waren dort zum 31. August 2018 rund 1.800 Menschen untergebracht, etwa 1.200 davon in Boostedt. In diesem Jahr sind bis Ende August bislang 3.154 Asylsuchende nach Schleswig-Holstein gekommen – 228 weniger als im gleichen Zeitraum 2017. Fast 58 Prozent von ihnen haben gute Bleibeperspektiven.

Zuwanderungsbericht August 2018 (PDF 672KB, Datei ist nicht barrierefrei)

In Neumünster und Boostedt leben:

  • Asylantragsteller, die bei positiver Bleibeperspektive und/oder positivem Ausgang ihres Asylverfahrens auf die Kreise und kreisfreien Städte verteilt werden,
  • Personen aus sicheren Herkunftsstaaten (§ 47 Abs. 1a Asylgesetz),
  • Personen, die nach der Dublin III-Verordnung in andere Mitgliedstaaten zu überstellen sind und
  • Personen, bei denen nach Ablehnung des Asylantrags eine Ausreise absehbar möglich und wahrscheinlich ist.

Wer bleibt wie lange?

Die Aufenthaltsdauer variiert: Asylsuchende, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Schutz erhalten (zum Beispiel aus Jemen, Syrien, Irak, Iran), halten sich nur rund drei Wochen dort auf. Personen aus sicheren Herkunftsländern (nach § 47 Abs. 1 a Asylgesetz, vornehmlich aus den Balkan Staaten) wohnen bei negativem Bescheid bis zur Ausreise in einer Erstaufnahmeeinrichtung.