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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

© M. Staudt/grafikfoto.de

Vorsicht Abzocke!

Datum 19.09.2018

Ob als Enkel, Polizist oder Handwerker: Trickbetrüger gehen immer perfider vor, um Geld zu erbeuten. Die Polizei klärt jetzt mit einer Kampagne auf.

Eine ältere Frau telefoniert. Insbesondere Senioren sind ein beliebtes Ziel von Trickbetrügern. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Insbesondere Senioren sind ein beliebtes Ziel von Trickbetrügern. © dpa

Am Telefon geben sich Betrüger als vertrauenswürdige Personen aus und verängstigen vor allem ältere Menschen. Viele sind dann bereit, Bargeld oder Wertsachen an die Kriminellen zu übergeben. Die Zahl der Versuche steigt und immer häufiger geschieht dies in organisierten kriminellen Strukturen. Die Landespolizei und der Landespräventionsrat Schleswig-Holstein lassen in diesen Tagen 1,5 Millionen Flugblätter an alle Haushalte verteilen und informieren unter anderem über die sozialen Medien, die Verbraucherzentrale oder auch in Banken und Sparkassen, woran Sie einen Trickbetrug erkennen und was Sie tun müssen.

Tipps der Polizei

info Die Polizei bittet Sie nie um Geld.

info Die Polizei ruft Sie niemals unter 110 an. Das tun nur Betrüger.

info Wenn Sie die Polizei anrufen, nutzen Sie NICHT die Rückruftaste. Wählen Sie die Nummer neu.

info Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.

info Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.

info Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte.

info Legen Sie den Hörer auf, wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint.

info Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder einer Vertrauensperson über den Anruf.

info Erstatten Sie bei der Polizei Anzeige, wenn Sie glauben, Opfer eines Betrugs zu sein.

"Wir setzen ganz gezielt darauf, Betrügern das Leben schwerer zu machen", sagte Hans-Joachim Grote bei der Vorstellung der Kampagne. Unter anderem Anfang sei 2018 im Landeskriminalamt eine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden. Die Täter manipulierten ihre Opfer durch eine geschickte Gesprächsführung und würden so alle psychischen und sozial eingeübten Alarmmechanismen ausschalten. "Dort setzt die Kampagne ganz gezielt an – sie soll diese Alarmmechanismen wieder hochfahren", sagte der Innenminister. "Das Vertrauen der Seniorinnen und Senioren in ihre eigene Urteilskraft wird enorm beschädigt; hinzu kommt die Scham, betrogen worden zu sein. Viele Opfer ziehen sich zurück und wollen sich niemandem anvertrauen", erläuterte Grote. Dieses Schamgefühl solle mit der Kampagne überwunden werden.

So gehen die Täter am Telefon vor

Falsche Polizeibeamte

Die Täter täuschen vor, von der Polizei zu sein, indem zum Beispiel die 110 oder die Nummer der örtlichen Polizeidienststelle angezeigt wird. Die Betrüger warnen beispielsweise vor einem geplanten Einbruch. Den Betroffenen bieten sie an, Bargeld oder Wertsachen von einem Kriminalbeamten an einen "sicheren Ort" bringen zu lassen. Sie geben vor, nach der akuten Gefahr alles zurückzubringen. Weitere Methoden: Betrüger warnen vor Falschgeld, das überprüft werden muss, oder vor Kriminellen, die das Konto der Angerufenen plündern wollen.

Enkeltrick

Die Betrüger geben sich bei meist älteren und allein lebenden Personen als Verwandte, Enkel oder gute Bekannte aus. Sie stellen eine äußerst dringliche Notlage dar, setzen das Opfer unter Druck und bitten kurzfristig um Bargeld. Sobald es bereit ist zu zahlen, wird ein Bote geschickt, um das Geld abzuholen. Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht zu Hause, wird er gebeten, unverzüglich den Betrag bei der Bank abzuheben. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer den Weg nicht zu Fuß bewältigen kann.

Gewinnversprechen

Die Betrüger versprechen ihren Opfern hohe Gewinne. Vor einer Übergabe werden die Betroffenen aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen. Sie sollen Gebühren bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anrufen oder an Veranstaltungen teilnehmen, auf denen minderwertige Ware zu überhöhten Preisen angeboten wird.

Portraitfoto Hans-Joachim Grote

Wir setzen ganz gezielt darauf, Betrügern das Leben schwerer zu machen.

Hans-Joachim Grote