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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

© M. Staudt/grafikfoto.de

Der Computer als Sportgerät?

Datum 17.08.2018

eSports wird immer populärer – auch für Sportvereine. Auf der Digitalen Woche rückt nun eine Veranstaltung die Chancen und Risiken in den Fokus.

Zwei Fünfergruppen sitzen sich gegenüber und spielen Computer. Bildschirme geben das Spielgeschehen für die Zuschauer wider. Endspiel der League-of-Legends-Weltmeisterschaft 2015 in Berlin. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Endspiel der League-of-Legends-Weltmeisterschaft 2015 in Berlin (Symbolbild). © dpa

Ihre Sportgeräte sind keine Bälle oder Schläger, sondern Tastatur und Maus: eSportler. Sie messen sich am Computer oder der Konsole in Strategiespielen wie League of Legends (LOL), Defense of the Ancients 2 (Dota) oder der Fußballsimulation FIFA. Die Begeisterung für "elektronischen Sport" steigt seit Jahren: 2017 verfolgten zu Spitzenzeiten fünf Millionen Zuschauer gleichzeitig die Live-Übertragung der Dota-2-Weltmeisterschaft "The International". Auch das Interesse der Sportvereine wächst stetig.

Diskussionsveranstaltung bei der "DiWo Kiel"

Aber lässt sich der elektronische mit dem regulären Sport und seinen Werten vereinbaren? Und wie lässt sich der Jugendschutz garantieren? Kann eSports vielleicht sogar zur Medienkompetenz beitragen? Alle diese Fragen diskutieren Experten bei einer gemeinsamen Veranstaltung von Sportministerium und Kieler Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Rahmen der Digitalen Woche in Kiel. In Vorträgen und Gesprächsrunden soll es um die aktuellen Entwicklungen rund um eSports gehen, um Chancen und Risiken sowie um dessen Status.

Reale Anstrengung

Denn die Debatte um die Anerkennung von eSports als offizielle Sportart ist in vollem Gange. Befürworter verweisen auf die körperlichen Leistungen, die durchaus vergleichbar mit anerkannten Sportarten seien: Die besten eSportler verfügen über eine herausragende Augen-Hand-Koordination, taktisches Geschick und vorausschauendes Denken. Außerdem haben Messungen der Kölner Sporthochschule ergeben, dass das Herz der Profis im Wettkampf genauso schnell schlägt wie das von Marathonläufern. Zusätzlich zum täglichen Spieltraining bekommen sie daher noch Ausdauertraining und Ernährungsberatung. Auch große Sportvereine wie der FC Schalke 04 oder der VfL Wolfsburg unterhalten mittlerweile eigene eSports-Abteilungen.

Integration in das Gemeinwesen

eSports – der Sport von morgen?

Wann:
13. September 2018
14 - 18 Uhr

Wo:
Halle 400
24143 Kiel

Teilnahme nur nach Anmeldung möglich!
Zur Anmeldung

Die Landesregierung sieht im eSports eine große Chance: "Wir möchten in Schleswig-Holstein das Engagement des eSports positiv aufnehmen, um eine effektive Jugendarbeit, eine Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit und eine feste gesellschaftliche Integration des eSports in das Gemeinwesen anzustreben", betont Innenstaatssekretärin Kristina Herbst. Als erstes Bundesland hat Schleswig-Holstein die Förderung des eSports im Koalitionsvertrag verankert.

In Deutschland noch nicht anerkannt

Im Herbst will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) darüber entscheiden, ob eSport mit anderen Sportarten gleichzusetzen sind. "Unabhängig davon zeigt die Debatte an sich schon, dass der Bereich des eSports in der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung zunimmt", betont Herbst. "eSports begeistert viele junge Menschen – dies belegen die Besucherzahlen bei den nationalen und internationalen Events sowie vor den Bildschirmen eindrucksvoll. Für die Sportvereine kann dies eine große Chance sein, um mehr Jugendliche für die Vereine und das Ehrenamt zu gewinnen. Um jedoch auch als Sportart im Sinne des DOSB anerkannt werden zu können, müssen die Vereine selbst entscheiden, ob sie diesen Weg gehen wollen. Wir achten dabei die Sportautonomie, sind aber bereit, bei den Rahmenbedingungen unterstützend zu helfen".