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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

Innenministerium

Schleswig-Holstein ist sicherer

Datum 15.03.2018

Die Zahl der Straftaten ist 2017 auf dem niedrigsten Stand seit 1980, das zeigt die neue Kriminalstatistik der Polizei.

Eine Polizeibeamtin untersucht eine Terrassentür Wohnungseinbruch (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M. Ruff/ grafikfoto.de

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Straftaten in Schleswig-Holstein um 8,5 Prozent auf insgesamt 188.979 Straftaten gesunken. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervor, die einen umfassenden Überblick über das von der Polizei erfasste Kriminalitätsgeschehen im vergangenen Jahr liefert.

Innenminister Hans-Joachim Grote und der Leitende Kriminaldirektor Peter Fritzsche haben die Daten heute vorgestellt. "Schleswig-Holstein ist 2017 sicherer geworden. Das zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik ganz eindeutig. Und vor allem zeigt sie das für die Straftaten, welche die Bürgerinnen und Bürger und vor allem unsere Polizeikräfte in den vergangenen Jahren besonders beschäftigt haben", sagte Innenminister Grote.

Kriminalstatistik 2017

info Zahl der Straftaten gesunken: minus 8,5 Prozent

info Weniger Wohnungseinbruch Diebstahl: minus 30 Prozent

info Höchste Aufklärungsquote seit zehn Jahren

info Zahl der Tatverdächtigen nimmt ab

info Weniger Zuwanderer unter Tatverdacht

info Politisch motivierte Kriminalität auf Vorjahresniveau

2017 wurden 188.979 Straftaten erfasst. Es ist die niedrigste Zahl seit 1980, als 188.701 Straftaten erfasst wurden. Lässt man die ausländerrechtlichen Verstöße (gegen das Aufenthalts-, das Asylverfahrens- und das Freizügigkeitsgesetz) außen vor, dann ist die registrierte Kriminalität 2017 sogar auf 182.506 Straftaten gesunken.

Wohnungseinbruchsdiebstahl um fast 30 Prozent zurückgegangen

2017 sind im Vergleich zum Vorjahr 2.308 Menschen weniger Opfer eines Einbruchs geworden. Auch sind 7.191 Diebstähle weniger erfasst worden als 2016, das ist ein Rückgang um 8,6 Prozent. Polizei und Gesellschaft arbeiteten weiter daran, die Einbrecher zurückzudrängen, sagte der Innenminister.

Häufigkeit gesunken

Im Schnitt kommen auf 100.000 Einwohner 6.557 Straftaten. Das sind 668 Fälle weniger als noch 2016. Seit 2013 liegt Schleswig-Holstein bei der Häufigkeitszahl besser als der Bundesdurchschnitt. Innenminister Hans-Joachim Grote ist sich sicher, dass dies auch für 2017 gelte.

Höchste Aufklärungsquote seit zehn Jahren

Rechnet man die ausländerrechtlichen Verstöße aus der Statistik heraus, dann liegt die Aufklärungsquote 2017 bei 52,2 Prozent, dem höchsten Wert seit zehn Jahren. Der Gesamtwert von 53,9 Prozent liegt nur leicht unter der Quote des Vorjahres (54,5 Prozent).

Zahl der Tatverdächtigen nimmt ab

2017 wurden 12,9 Prozent weniger Tatverdächtige ermittelt. Nicht-Deutsche stehen 2017 sogar um fast ein Drittel weniger unter Tatverdacht (minus 31,6 Prozent). Dies ist allerdings größtenteils auf den Rückgang bei den ausländerrechtlichen Verstößen zurückzuführen, ohne die der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger wie im Vorjahr 22,2 Prozent beträgt und im Bereich des Diebstahls von 34,6 auf 32,4 Prozent gesunken ist. Dem entgegen steht ein Anstieg bei den Rohheitsdelikten von 20,6 auf 21,9 Prozent.

Portraitfoto Hans-Joachim Grote

Schleswig-Holstein ist 2017 sicherer geworden. Das zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik ganz eindeutig.

Hans-Joachim Grote

Computerkriminalität gestiegen

Während Zahlungsverkehr und Warenhandel zunehmend elektronisch ablaufen, hat auch der Computerbetrug zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 304 Delikte mehr (plus 17 Prozent) und damit gesamt 2.093 Fälle.

Politisch motivierte Kriminalität auf Vorjahresniveau

Im Zuge der Veröffentlichung der PKS wird in diesem Jahr auch die Entwicklung der politisch motivierten Kriminalität vorgestellt. Diese sogenannte Staatsschutzkriminalität wird in der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht gesondert erfasst, gehört allerdings zum Gesamtbild der registrierten Kriminalität in Schleswig-Holstein. Die Gesamtzahl der politisch motivierten Straftaten bewegt sich 2017 mit insgesamt 1.189 Fällen etwa auf dem Vorjahresniveau. Die Zahl der Gewaltdelikte hat sich mehr als halbiert: Wurden 2016 noch über 160 politisch motivierte Gewaltdelikte verzeichnet, so sank die Zahl 2017 auf 79 Fälle. Nahezu zwei Drittel davon konnten aufgeklärt werden. Die links motivierten Gewaltdelikte gingen sehr stark von 67 auf 19 Fälle zurück, die rechts motivierten Gewaltdelikte von 66 auf 47 Fälle.

Menschen sitzen auf einem Podium Pressekonferenz Kriminalstatistik (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Innenminister Grote (m.) und Peter Fritzsche (l.) stellten die Kriminalstatistik auf der Landespressekonferenz vor. © LKA

Religiös motivierte Straftaten

Der Phänomenbereich "Religiöse Ideologie" wird erst seit 2017 erfasst. Im entsprechenden Arbeitsschwerpunkt der Polizei kam es zu einer Zunahme bei religiös motivierten Straftaten. 2017 wurden 27 Straftaten erfasst, davon werden zwölf Verfahren wegen des Verdachts der Bildung einer Kriminellen oder Terroristischen Vereinigung im In- oder Ausland geführt. Dazu zählen auch Ausreisen oder Ausreiseversuche nach Syrien.

Die Studien auf einen Blick

Die Daten der PKS liefern gemeinsam mit der kürzlich vorgestellten Dunkelfeldstudie und der Studie "Kriminalität durch Zuwanderer" ein transparentes Bild der Kriminalitätsentwicklung im Land. Die regionalen Ergebnisse werden die regionalen Polizeidirektionen nachfolgend gesondert vorstellen.