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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

© M. Staudt/grafikfoto.de

Sicher leben im echten Norden

Datum 15.01.2018

Innenminister Hans-Joachim Grote hat in Kiel die Ergebnisse der zweiten Dunkelfeldstudie vorgestellt.

Eine Polizeibeamtin untersucht eine Terrassentür Wohnungseinbruch (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Versuchter Wohnungseinbruchdiebstahl wurde häufiger angezeigt. © M. Ruff/ grafikfoto.de

Schleswig-Holsteiner leben nach wie vor gern und sicher in ihrem Land. Das hat die aktuelle Studie ergeben. Sie liefert erstmals Erkenntnisse darüber, wie sich die Erfahrungen und Einschätzungen der Bevölkerung zu den Themen Sicherheit und Kriminalität verändert haben.

Im März und April 2017 hatte das Landeskriminalamt 25.000 Personen in Schleswig-Holstein angeschrieben. 11.614 von ihnen schickten einen ausgefüllten Fragebogen zurück.

Leben in Schleswig-Holstein

Die Schleswig-Holsteiner sind mit ihrem Wohnumfeld nach wie vor zufrieden, meist eng damit verbunden und ziehen selten um.

Die Wahrnehmung von Flüchtlingen im eigenen Umfeld wurde 2017 erstmals erfragt. Es zeigt sich, dass nur wenige Schleswig-Holsteiner viele Flüchtlinge in ihrer Umgebung wahrnehmen. Zudem fühlen sich die Allermeisten durch diese nicht bedroht.

Furcht vor Kriminalität

In den vergangenen zwei Jahren ist die Angst vor Kriminalität in Schleswig-Holstein in nahezu allen Punkten leicht gestiegen. Der leichte Anstieg korrespondiert nicht mit der tatsächlichen Sicherheitslage. Denn die Zahl derer, die berichten, Opfer einer Straftat geworden zu sein, ist seit der letzten Befragung nicht angestiegen.

Überwiegende Mehrheit nicht von Straftaten betroffen

Der Anteil von Personen, die 2016 mindestens einmal Opfer einer Straftat geworden sind, ist von 2014 zu 2016 gleich geblieben. Veränderungen gab es bei einzelnen Delikten. Der vermeintliche Anstieg der Sexualdelikte in der Studie erklärt sich durch zusätzliche Fragen nach exhibitionistischen Handlungen.

Beim Wohnungseinbruchdiebstahl gab es bei den versuchten Taten einen Anstieg. Damit hat sich das Verhältnis von vollendeten zu versuchten Taten deutlich ins Positive verschoben. Dies sei aller Wahrscheinlichkeit nach auch auf bessere Prävention zur Eigentumssicherung zurückzuführen, vermutet die Landespolizei.

Mehr Anzeigen nach versuchtem Wohnungseinbruchdiebstahl

Zwischen 2014 und 2016 ist der Anteil der erlebten Taten, der angezeigt wird, gleich geblieben. Mehr Anzeigen gingen nach versuchtem Wohnungseinbruchdiebstahl ein.

An den Erkenntnissen zur Wohnungseinbruchskriminalität werde der Wert der Dunkelfeldstudie als Entscheidungshilfe für die Schwerpunktsetzung bei der Polizeiarbeit besonders deutlich, betonte Innenminister Grote. In der Präventionsarbeit sowie mit Millionenprogrammen zur Förderung des Einbruchsschutzes von Wohnungseigentum habe die staatliche Seite viel angestoßen.

Portraitfoto Hans-Joachim Grote

Die Befragung zeigt deutlich, dass die Bevölkerung in diesem Bereich achtsamer geworden ist und so die Schwerpunktsetzung der Polizei unterstützt.

Hans-Joachim Grote

Trotz der nachweislichen Erfolge in diesem Bereich hält es allerdings mehr als jeder Fünfte für wahrscheinlich, dass bei ihm eingebrochen wird.

Vertrauen in den Rechtsstaat

Fakten zur Dunkelfeldstudie

Info Die Schleswig-Holsteiner sind weiterhin mit ihrem Wohnumfeld zufrieden.

Info Es gibt mehr Anzeigen nach versuchtem Wohnungseinbruch.

Info Die Furcht vor Kriminalität ist leicht bis moderat angestiegen.

Info Die Polizei wird noch positiver als bisher wahrgenommen.

Info Die erste Dunkelfeldstudie war 2016 erschienen.

Weiterhin bewerten die Schleswig-Holsteiner die Polizei insgesamt positiv. Sie schneidet in fast allen Aspekten 2017 sogar noch besser ab als 2015. So stimmen noch mehr Befragte beispielsweise den Aussagen zu, dass man von der Polizei gerecht behandelt wird, diese nach Recht und Gesetz handelt und man sich auf den Rechtsstaat verlassen kann.

Gleiches gilt für die Bewertung der Arbeit der Polizei. Besser bewertet wurden auch die Leistung in der Verbrechensbekämpfung und die vom Sozialstatus unabhängige Gleichbehandlung. Deutliche Steigerungen gab es bei der Einschätzung der Hilfsbereitschaft und des gerechtfertigten Einsatzes von Gewalt. Dass die Polizei Deutsche und Ausländer gleich behandelt, nehmen hingegen nach wie vor nur knapp vier Fünftel der Befragten an.

Nochmals besser bewertet wurden unter anderem Bürgerfreundlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und professionelles Auftreten. Auch die Bewertung der Flexibilität hat sich verbessert. Von 2014 auf 2016 blieb die Bewertung „Kontakt zur Polizei“ stabil. Das Auftreten der Polizei wurde dagegen noch freundlicher als zuvor wahrgenommen.

Die Menschen nehmen die Polizeibeamten als überlastet wahr und sehen Möglichkeiten zur Verbesserung. Ebenso würden die Befragten gerne besser über ggf. neue Entwicklungen informiert werden. Die Landespolizei plant hierzu einen Modellversuch, um Geschädigte nach Beendigung der polizeilichen Ermittlungen standardisiert über diesen Schritt zu informieren.