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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

Innenministerium

Gegen das Vergessen

Datum 23.11.2017

Innenstaatssekretär Torsten Geerdts gedenkt der Opfer der Brandanschläge in Mölln vor 25 Jahren.

eine Person stellt ein gelbes Teelicht in eine Ansammlung von gleichen Teelichtern, die in drei Reihen aufgestellt sind. Von der Person sind nur die Hände zu sehen. Gedenken an die Opfer der Brandanschläge von Mölln (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)In Mölln haben die Menschen in Gottesdiensten und auf einer Gedenkveranstaltung an die Opfer erinnert. © grafikfoto/ M. Staudt

Mit Gottesdiensten und einer Gedenkveranstaltung haben Christen und Muslime in Mölln gemeinsam an die Opfer der Anschläge vom 23. November 1992 erinnert. Bei den von Neonazis verübten Brandanschlägen auf zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser starben die 51-jährige Bahide Arslan und ihre Enkelinnen Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz. Neun Menschen wurden verletzt.

Gemeinsames Erinnern

Auf der Gedenkveranstaltung, an welcher auch der türkische Botschafter in Deutschland, Ali Kemal, die Flüchtlingsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özuguz, sowie der Vorsitzende der Menschenrechtskommission des türkischen Parlaments, Mustafa Yeneroglu teilnahmen, gedachte Innenstaatssekretär Torsten Geerdts der Opfer. Zwei Männer hätten am 23. November 1992 ein grausames Verbrechen begangen. Für ihre Taten seien sie bestraft worden. "Indem wir uns gemeinsam erinnern, würdigen wir die Opfer", so Geerdts.

Doch keine Strafe kann das Leid ungeschehen machen, das über die betroffenen Familien gebracht wurde.

Zeichen gegen Intoleranz und Hass

Das Gedenken an die Opfer werde niemals ruhen. Auch heute noch machten die Ereignisse von damals fassungslos. "Ich danke den Angehörigen und Familien der damals verletzten und getöteten Menschen für ihre Kraft, abermals der Geschehnisse öffentlich zu gedenken", sagte der Staatssekretär. Getroffen habe diese Tat auch diejenigen, die unbeteiligt und doch betroffen gewesen seien. Bis heute seien der Schock und die Trauer spürbar: "Mit diesem Gedenken setzen wir aber vor allem ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit und Intoleranz, gegen den Hass, der Unschuldige zu Opfern machte und immer wieder macht."

Kennenlernen und Miteinander

Viel sei nach den tragischen Verbrechen geschehen, so Geerdts. In den staatlichen Strukturen sei polizeiliche Prävention mittlerweile fest verankert. Nicht-Begegnung und Nebeneinander seien durch Kennenlernen und Miteinander ersetzt worden. Durch die vielen Bemühungen der vergangenen 25 Jahre seien Brücken gebaut worden. "Für Menschen aus der ganzen Welt ist Deutschland ein Land der Rechtsstaatlichkeit, der Sicherheit und der Offenheit. Deshalb haben wir alle mit Entsetzen das Erstarken der rechtsradikalen Kräfte in der jüngsten Vergangenheit beobachtet. Es macht geradezu sprachlos, mit welcher Infamie intolerante und diskriminierende Vertreter dieser Bewegung unser Miteinander zu spalten versuchen. Wir ächten jede Form solcher menschenverachtenden Gesinnung und wir bekämpfen sie."

Es sei Aufgabe und Pflicht der Gesellschaft, grauenvolle Nächte, wie die vom 23. November 1992 in Mölln, zu verhindern, so Geerdts: "Lassen sie uns diesen Tag der Trauer und des Gedenkens als einen Tag begreifen und begehen, der die Stärke unserer Gesellschaft sichtbar macht. Wir alle müssen die mutigen Bürger sein, die hinschauen, wenn unser vielfältiges, demokratisches Miteinander gefährdet ist. Wir müssen allen Formen des Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit entgegentreten."