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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

© M. Staudt/grafikfoto.de

Innenminister Grote stellt Verkehrssicherheitsbericht 2017 vor: Niedrigste Zahl der Verkehrstoten seit Einführung der Unfallstatistik

Datum 05.03.2018

KIEL. Im vergangenen Jahr sind so wenig Menschen auf Schleswig-Holsteins Straßen ums Leben gekommen wie noch nie zuvor. 100 Verkehrstote und damit 12,3 Prozent weniger als im Vorjahr ist der niedrigste Wert seit Einführung der Verkehrsunfallstatistik. Das geht aus dem Verkehrssicherheitsbericht der Landespolizei Schleswig-Holstein hervor, den Innenminister Hans-Joachim Grote heute (5. März) in Kiel vorgestellt hat. Auch die Zahl der Verletzten ist um zwei Prozent zurückgegangen.

"Jedes Unfallopfer ist eines zu viel! Der festgestellte Rückgang der Anzahl der Verkehrstoten um immerhin ein Achtel ist deshalb einmal mehr ein Ansporn, dass Verkehrssicherheitsarbeit sich lohnt", so Grote. Natürlich sei dieser Rückgang auch Verbesserungen bei der Sicherheitstechnik von Fahrzeugen und der medizinischen Versorgung zu verdanken. Diese könnten Unfallfolgen jedoch nur abmildern. "Unser Ziel ist und bleibt es aber, nicht nur Unfallfolgen zu mildern, sondern die Unfallursachen wirksam zu bekämpfen. Dafür sind neben baulichen Maßnahmen im Verkehrsraum die Verkehrsüberwachung und Verkehrserziehung unverzichtbar", so der Innenminister.

Verkehrssicherheit bleibe in Schleswig-Holstein auch in den kommenden Jahren integraler und unverzichtbarer Bestandteil der inneren Sicherheit. Die Landesregierung halte nicht nur an der dezentralen Verteilung der Videoüberwachungswagen fest. Die Polizei solle und werde weiterhin ihren Beitrag zur Verkehrserziehung von Kindern in den Kindergärten und Grundschulen leisten. Dieser Beitrag sei besonders wichtig. Denn insbesondere die leider deutlich steigende Unfallbelastung von Kindern in der Verkehrsunfallstatistik mache ihm Sorgen.

"Die Gesellschaft muss nach wie vor ein besonderes Augenmerk auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer richten. Verkehrserziehung ist notwendiger denn je. Die Polizei wird diese Aufgabe von Eltern und Schulen deshalb auch weiterhin ergänzen", so Grote. Das werde 2018 Schwerpunkt der präventiven Anstrengungen sein. Ab diesem Jahr werde die Polizei wieder mit drei Handpuppenbühnen flächendeckend möglichst viele Kinder im Vorschulalter in Schleswig-Holstein verkehrserzieherisch betreuen. Und auch an den Grundschulen bleibe die Polizei mit dem "Fahrradführerschein" und der Überprüfung der Fahrräder präsent.

Der erneute Anstieg der Anzahl der Verkehrsunfälle 2017 (+2,9 Prozent) sei vor allem auf Unfälle mit Sachschaden und geringfügigem Fehlverhalten zurückzuführen (+4,0 Prozent). Die Anzahl der so genannten "qualifizierten Verkehrsunfälle", bei denen Personen verletzt wurden oder schwerwiegende Verkehrsverstöße ursächlich waren, sank um 0,9 Prozent.

Unter dem Motto "Runter vom Gas – Finger vom Handy" hatte die Landespolizei 2017 Handyverstöße schwerpunktmäßig überwacht und erneut 11,1 Prozent mehr Verstöße festgestellt. Innenminister Grote hob hervor, dass die Polizei hierauf auch in diesem Jahr einen Überwachungs- und Aufklärungsschwerpunkt legen werde. "Handys haben am Steuer nichts zu suchen. Die Polizei setzt hier einen wichtigen Schwerpunkt in der Verkehrsüberwachung", so der Minister. Schleswig-Holstein werde sich zudem dafür einsetzen, dass "Ablenkung" eine offizielle Unfallursache in der bundeseinheitlichen Statistik wird, um ein präziseres Lagebild zu diesem Verkehrsphänomen zu erhalten.

Weitere wesentliche Feststellungen 2017

Weiterer Anstieg der Unfälle mit Güterkraftfahrzeugen

Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Güterkraftfahrzeugen ist in den letzten fünf Jahren um 23 Prozent angestiegen. In diesem Vergleichszeitraum wurden 9,9 Prozent mehr Verkehrsteilnehmer verletzt oder getötet. Der seit Jahren steigende gewerbliche Güterverkehr bringt besonders auf den Bundesautobahnen steigende Unfallzahlen mit sich. Hier ereigneten sich 35,3 Prozent der aufgenommenen Verkehrsunfälle mit Güterkraftfahrzeugen, wobei die Bundesautobahnen nur 6,2 Prozent Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen haben. LKW-Unfälle haben oftmals besonders schwere Unfallfolgen für andere Verkehrsteilnehmer. Die Überwachung des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs bleibt ein Schwerpunkt der spezialisierten Verkehrsüberwachung.

Mehr Verkehrsunfälle auf Autobahnen

Die Anzahl der Verkehrsunfälle auf Bundesautobahnen ist erneut um 13,6 Prozent angestiegen. Die Anzahl der Verunglückten sank dagegen um 1,1 Prozent. Der Anstieg resultiert in erster Linie aus Sachschadensunfällen in den Bereichen von Bau- und Anschlussstellen. Unabhängig von der Schwere der Verkehrsunfälle bedeuten diese erhebliche Verkehrsbehinderungen. Die Polizei führt Verkehrsüberwachung in den Baustellenbereichen der Bundesautobahnen durch und berät mit der Straßenbauverwaltung Maßnahmen zur Entschärfung unfallträchtiger Bereiche.

"Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort": Bei mehr als jedem fünften Verkehrsunfall flüchtet ein Beteiligter

Verkehrsunfälle, bei denen sich ein Unfallbeteiligter unerlaubt vom Unfallort entfernte, nehmen seit Jahren erheblich zu. In den letzten zehn Jahren stieg die Anzahl der von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfallfluchten um 24,4 Prozent. Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat 2017 ein neues einfaches und effektives Verfahren zur Sicherung und Auswertung von Spuren an Fahrzeugen landesweit eingeführt. Es können erste Erfolge bei der Ermittlung der Verursacher aber auch vorgetäuschter Fälle vorgewiesen werden.

Langfristig positiver Trend bei jungen Fahrern

Junge Fahrer (18 bis unter 25 Jahre) sind gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil überdurchschnittlich häufig am Unfallgeschehen beteiligt. Das gilt insbesondere für junge Männer. Dieser Trend ist allerdings seit Jahren rückläufig. Die Zahl der getöteten jungen Erwachsenen hat sich im vergangenen Jahr halbiert (-9). Auch die Zahl der Leicht- und Schwerverletzten (-3,8 Prozent) ging zurück. Das begleitete Fahren hat in den vergangenen Jahren deutliche Erfolge bewirkt. Die Landespolizei wird die typischen Aggressionsdelikte sowie den Missbrauch von Alkohol, Drogen und Medikamenten im Straßenverkehr weiterhin konsequent verfolgen.

Schwerpunktaktion „Finger vom Handy“

Ablenkung ist eine zunehmende und oft unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr. Die Benutzung von Handys und anderen elektronischen Geräten am Steuer lenkt ab und ist verboten. Internationalen Studien zufolge ist jeder siebte bis zehnte Verkehrsunfall auf Ablenkung zurückzuführen. Eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr, ob als Kraftfahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger, erfordert jederzeit die volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen. Eine kurze Unaufmerksamkeit kann unter Umständen nicht nur zu gefährlichen Verkehrssituationen oder riskanten Fahrmanövern, sondern auch zu schweren Unfällen führen. Mittlerweile hat der Gesetzgeber reagiert und den sogenannten Handyparagraphen deutlich erweitert sowie die Bußgelder erhöht.

Mehr verunglückte Kinder als Fußgänger und Radfahrer

Der sich In der Langzeitbetrachtung schon länger abzeichnende Trend, dass Kinder insbesondere als Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr gefährdet sind, setzt sich fort. Insgesamt ist die Zahlenbasis zwar gering, aber die Verunglücktenzahlen steigen seit Jahren wieder an. Kinder sind immer früher als Radfahrer im immer dichter werdenden Straßenverkehr unterwegs. Gleichzeitig ist ein Rückgang der motorischen Fähigkeiten zu verzeichnen. Die Landespolizei setzt zum einen auf Prävention bei den Kindern. Die Radfahrausbildung in den Schulen wird fortgesetzt. Die Verkehrsfrüherziehung wird durch das Wiederaufleben der polizeilichen Handpuppenbühnen gefördert. Zusätzlich setzt die Polizei vor sensiblen Orten wie Kitas und Schulen auf konsequente Geschwindigkeitsüberwachung der 30er-Zonen.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Dirk Hundertmark / Tim Radtke | Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration | Düsternbrooker Weg 92, 24105 Kiel | Telefon 0431 988-3007 / -3337 | E-Mail: pressestelle@im.landsh.de | Medien-Informationen im Internet: www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.schleswig-holstein.de/innenministerium.

 

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