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Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein

©IQSH

Wie lesen Kinder, die blind sind, und wie wecke ich Verständnis für Verschiedenheit? - In der Region Eutin und Lübeck lässt das Projekt Barrierefreie Schule Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die Antworten erleben.


KIEL/EUTIN. Wie lesen Kinder, die blind sind? Warum ist Lernen für manche schwieriger als für andere? Worauf muss ich im Gespräch achten, wenn ein Mensch schwerhörig ist? Und wie komme ich mit einem Rollstuhl durch meine Schule? Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte können durch den Einsatz von Materialien des Projekts Barrierefreie Schule im Unterricht oder bei Projektwochen die Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen erleben. Dafür stehen die mit Materialien wie Simulationsbrillen oder Hörschutz bestückten sogenannten Barriboxen des IQSH zu den Themenbereichen „Hören“, „Sehen“, „Autismus“, Lernen-Verstehen“ und „Kinder- und Jugendbücher“ sowie Rollstühle zur Verfügung. Bisher konnten Schulen die Barriboxen zentral im Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in Kronshagen sowie in den Förderzentren in Niebüll, Pinneberg, Schwarzenbek und Schleswig, sowie in der EULE der Europa-Universität Flensburg abholen. Seit heute (9. Mai) ist auch das Förderzentrum in Eutin, die Albert-Mahlstedt-Schule, ein Ausleihstandort für Lehrkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der gesamten Region.



Das Thema Barrierefreiheit hat auf der Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention in den letzten Jahren auch in Schleswig-Holstein erheblich an Bedeutung gewonnen. Wir wollen mit dem Projekt Barrierefreie Schule Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte konkret für die Situation von Menschen mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen sensibilisieren und dazu beitragen, Barrieren in der Schule erlebbar zu machen. Dies bietet in der Folge die Chance, erkannte Barrieren dann auch zu bearbeiten“, erläuterte Michael Lorbeer-Andresen, Leiter der IQSH-Beratungsstelle Inklusive Schule, die Zielsetzung des Projekts. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir dieses bundesweit einzigartige Angebot für die Schulen nun mit dem Start einer regionalen Ausleihe in Eutin weiter ausbauen können“, so Lorbeer-Andresen. Das sei nur möglich, weil die schleswig-holsteinischen Sparkassen und die Lebenshilfe Schleswig-Holstein das Projekt von Beginn an unterstützt hätten. Dafür bedanke er sich ausdrücklich.

Der Weg zu einer gemeinsamen Schule für alle Kinder mit und ohne Behinderungen beginnt mit dem Verständnis für den Anderen. Dabei hält manche Barriere im Kopf mehr auf als zum Beispiel eine fehlende Rampe“, sagte Inken Schnaase, IQSH-Projektleiterin Barrierefreie Schule. Über 150 Mal seien die Barriboxen inzwischen von Schulen aus ganz Schleswig-Holstein ausgeliehen worden. „Die Rückmeldungen der Lehrkräfte bestätigen, dass die Erfahrungen, die die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zum Beispiel mit Rollstühlen, Ohrschützern oder Simulationsbrillen machen, wertvolle Denkanstöße liefern. Neue Erfahrungen und Wissen können dazu beitragen, Unsicherheiten und damit auch Barrieren in den Köpfen abzubauen“, so Schnaase. Aber nicht nur Schulen würden die Barriboxen ausleihen, sondern auch Elternvertretungen, Studierende oder Multiplikatoren anderer Einrichtungen nutzen das Material. Und auch in der Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte am IQSH kämen die Barriboxen zum Einsatz.

Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass es für viele Menschen schwierig ist, sich in die Situation von Menschen mit Einschränkungen der Sinne, des Körpers oder des Lernens hineinzuversetzen“, sagte Schulleiterin Antonie Schwirz. Das Verständnis füreinander wachse aber enorm, sobald man sich gut in die Situation seines Gegenübers einfühlen könne. Dafür seien die Barriboxen ein ideales Hilfsmittel. „Als Förderzentrum haben wir den Auftrag, Regelschulen bei der Umsetzung von Inklusion zu unterstützen. Wir sind sehr froh darüber, jetzt als siebter Ausleihstandort in Schleswig-Holstein ausgewählt worden zu sein und unsere Angebotspalette damit erweitern zu können. Klassen- oder Schulprojekte können damit anschaulich durchgeführt und ein neuer Zugang zum großen Thema ‚Barrierefreiheit‘ geboten werden. Die Wege werden für interessierte Lehrkräfte deutlich verkürzt und unser Unterstützungsangebot erfährt eine gelungene Ausweitung“, so Schwirz.

Die schleswig-holsteinischen Sparkassen unterstützen die Barrierefreie Schule seit Beginn“, sagte Christina Hinz von der Sparkasse Holstein. „Mithilfe der Barriboxen können Schülerinnen und Schüler die Einschränkungen von Menschen mit Handicap selbst erleben. So werden sie auf spielerische Weise für dieses Thema sensibilisiert. Das trägt nicht nur zu einem besseren Verständnis bei, sondern schärft auch den Blick für vorhandene Barrieren. Ich freue mich sehr, dass wir nun einen Ausleihstandort hier in Eutin haben. Ich kann allen Schulen nur ans Herz legen, das Angebot rege zu nutzen“, so Hinz.

Früh übt sich …, deshalb setzt das Projekt mit seinen unverwechselbaren Barriboxen wichtige Zeichen für eine Weiterentwicklung zu einer inklusiven Gesellschaft. Kinder und Jugendliche, die mit den Barriboxen und engagierten Lehrerinnen und Lehrern im Projekt lernen können, erfahren mehr als andere über Beeinträchtigungen und verstehen Menschen mit Behinderung einfach besser“, sagte Bärbel Brüning, Landesgeschäftsführerin der Lebenshilfe. „Als Lebenshilfe-Landesverband für Schleswig-Holstein, auch in Zusammenhang mit unserem Inklusionsbüro, sind wir gern dabei und bringen uns ein“, führte Brüning aus. Sie freue sich, dass das Projekt so großen Zuspruch erfahre und sich im ganzen Land ausbreite. Das sei ein toller Erfolg und so könne es weitergehen. „An Ideen fehlt es nicht“, ergänzte Brüning.

Fotos der Barriboxen sowie das Logo des Projekts stehen als Download zur Verfügung:

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/hoeren804b.html
Bildunterschrift: Barribox Hören

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/sehen796b.html
Bildunterschrift: Barribox Sehen

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/sehen794b.html
Bildunterschrift: Barribox Sehen

www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/logoBarrierefreieSchule.html
Logo Barrierefreie Schule

Hintergrundinformationen
2013 wurde das Projekt Barrierefreie Schule des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) ins Leben gerufen. Als Kooperationspartner des Projekts war die Lebenshilfe Landesverband Schleswig-Holstein e. V. von Anfang an dabei, ebenso wie die schleswig-holsteinischen Sparkassen, die das Projekt seit Beginn fördern.
Seit Februar 2019 ist die Ausleihe der Barriboxen nicht nur in Kronshagen, Flensburg, Niebüll, Pinneberg, Schleswig und Schwarzenbek, sondern auch in Eutin möglich.

Kontakt:
Inken Schnaase, Projektleitung Barrierefreie Schule
Tel.: 04537 263127, E-Mail: BarrierefreieSchule@iqsh.de

Wie lesen Kinder, die blind sind, und wie wecke ich Verständnis für Verschiedenheit? - In der Region Eutin und Lübeck lässt das Projekt Barrierefreie Schule Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die Antworten erleben. (PDF 94KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Verantwortlich für diesen Pressetext:

Petra Haars | Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein | Schreberweg 5, 24119 Kronshagen | Telefon 0431 5403-103 | Telefax 0431 5403-200 | E-Mail: pressestelle@iqsh.landsh.de | Medien-Informationen des IQSH finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.iqsh.schleswig-holstein.de | Das IQSH ist eine Einrichtung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (MBWK).



Laufende Nr.: 
Ausgabejahr: 
Erscheinungstag: 09.05.2019