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Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein

©IQSH

Wie lesen Kinder, die blind sind, und wie wecke ich Verständnis für Verschiedenheit? - Das Projekt Barrierefreie Schule gibt Antworten und findet nun auch Eingang in die Lehrerbildung an der Europa-Universität Flensburg


KIEL/Flensburg. Wie lesen Kinder, die blind sind? Warum ist Lernen für manche schwieriger als für andere? Worauf muss ich im Gespräch achten, wenn ein Mensch schwerhörig ist? Und wie komme ich mit einem Rollstuhl durch meine Schule? Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte können durch den Einsatz von Materialien des Projekts Barrierefreie Schule im Unterricht oder bei Projektwochen die Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen erleben. Dafür stehen die mit Materialien wie Simulationsbrillen oder Hörschutz bestückten sogenannten Barriboxen zu den Themenbereichen „Hören“, „Sehen“, „Autismus“, Lernen-Verstehen“ und „Kinder- und Jugendbücher“ sowie Rollstühle zur Verfügung. Bisher konnten Schulen die Barriboxen zentral im Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in Kronshagen sowie in den Förderzentren in Eutin, Niebüll, Pinneberg, Schwarzenbek und Schleswig abholen. Seit heute (6. Mai) ist auch die EULE (Einrichtung der Europa-Universität-Flensburg und des IQSH für Unterrichtsentwicklung, Lernkultur und Evaluation am Zentrum für Lehrerinnen- und Lehrerbildung) ein Ausleihstandort für Lehrkräfte, Lehrende, Studierende und Multiplikatoren aus der gesamten Region. Damit findet die Barribox erstmalig auch Eingang in die Ausbildung der Lehrkräfte in der ersten Phase der Lehrerbildung.



Das Thema Barrierefreiheit hat auf der Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention in den letzten Jahren auch in Schleswig-Holstein erheblich an Bedeutung gewonnen. Wir wollen mit dem Projekt Barrierefreie Schule Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte konkret für die Situation von Menschen mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen sensibilisieren und dazu beitragen, Barrieren in der Schule erlebbar zu machen. Dies bietet in der Folge die Chance, erkannte Barrieren dann auch zu bearbeiten“, erläuterte Michael Lorbeer-Andresen, Leiter der IQSH-Beratungsstelle Inklusive Schule, die Zielsetzung des Projekts. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir dieses bundesweit einzigartige Angebot nun mit dem Start einer regionalisierten Ausleihe in Flensburg an der Universität weiter ausbauen können“, so Lorbeer-Andresen. Das sei nur möglich, weil die schleswig-holsteinischen Sparkassen und die Lebenshilfe Schleswig-Holstein das Projekt von Beginn an unterstützt hätten. Dafür bedanke er sich ausdrücklich.

Der Weg zu einer gemeinsamen Schule für alle Kinder mit und ohne Behinderungen beginnt mit dem Verständnis für den Anderen. Dabei hält manche Barriere im Kopf mehr auf als zum Beispiel eine fehlende Rampe“, sagte Inken Schnaase, IQSH-Projektleiterin Barrierefreie Schule. Über 150 Mal seien die Barriboxen inzwischen von Schulen aus ganz Schleswig-Holstein ausgeliehen worden. „Die Rückmeldungen der Lehrkräfte bestätigen, dass die Erfahrungen, die die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zum Beispiel mit Rollstühlen, Ohrschützern oder Simulationsbrillen machen, wertvolle Denkanstöße liefern. Neue Erfahrungen und Wissen können dazu beitragen, Unsicherheiten und damit auch Barrieren in den Köpfen abzubauen“, so Schnaase. Aber nicht nur Schulen würden die Barriboxen ausleihen, sie kämen auch bei Elternvertretungen oder in der Lehrkräfte Aus- und Fortbildung zum Einsatz. Mit dem Standort in der EULE in Flensburg könne das Material nun auch in der Ausbildung der Lehrkräfte an der Universität genutzt werden.

Wir sind sehr froh darüber, als sechster Ausleihstandort in Schleswig-Holstein ausgewählt worden zu sein. Die Barriboxen sind eine Chance, das Thema Vielfalt und Heterogenität auch an den Universitäten auf anschauliche Art und Weise zu bearbeiten und erfahrbar zu machen. Schon jetzt liegen viele Anfragen von Kolleginnen und Kollegen aus den Fächern vor, die die Boxen gerne in ihren Lehrveranstaltungen einsetzen möchten!“, sagte Dr. Ina Biederbeck, wissenschaftliche Leiterin der EULE und Leiterin des Arbeitsbereiches Fort- und Weiterbildung der Europa-Universität Flensburg. Die Barriboxen hätten zudem ein großes Potential, den Dialog über den Umgang mit Heterogenität und Vielfalt, Partizipation und Verantwortung weiter voran zu treiben. „Selber zu erleben, was es heißt, beeinträchtigt zu sein, ist eindrücklich und erhöht die Empathie und Sensibilität der Menschen weit mehr als es beispielsweise ein reiner Vortrag zum Thema könnte“, so Biederbeck.

Die schleswig-holsteinischen Sparkassen unterstützen die Barrierefreie Schule seit Beginn – man kann sagen, wir haben sie mit aus der Taufe gehoben. Engagement und Verantwortung für die Region und die Menschen, die dort leben, gehören zum Selbstverständnis der Sparkassen“, sagte Sebastian Hauck, Regionaldirektor Engelsby der Nord-Ostsee-Sparkasse in Flensburg. „Mit der Förderung des Projekts Barrierefreie Schule leisten wir daher gern unseren Beitrag dazu, dass Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise und ohne den erhobenen Zeigefinger für die Einschränkungen behinderter Kinder sensibilisiert werden. Dies kommt allen zugute: nichtbehinderten und behinderten Kindern, denen durch den barrierefreien Schulbesuch ein wichtiger Schritt ins Leben ermöglicht wird“, so Hauck. „Wir freuen uns daher besonders darüber, dieses Projekt nun auch in Flensburg unterstützen zu können“. Damit sei sozusagen eine Verankerung von ‚Küste zu Küste‘ gelungen.

Früh übt sich …, deshalb setzt das Projekt mit seinen unverwechselbaren Barriboxen wichtige Zeichen für eine Weiterentwicklung zu einer inklusiven Gesellschaft. Kinder und Jugendliche, die mit den Barriboxen und engagierten Lehrerinnen und Lehrern im Projekt lernen können, erfahren mehr als andere über Beeinträchtigungen und verstehen Menschen mit Behinderung einfach besser“, sagte Bärbel Brüning, Landesgeschäftsführerin der Lebenshilfe. „Als Lebenshilfe-Landesverband für Schleswig-Holstein, auch in Zusammenhang mit unserem Inklusionsbüro, sind wir gern dabei und bringen uns ein“, führte Brüning aus. Sie freue sich, dass das Projekt so großen Zuspruch erfahre und sich im ganzen Land ausbreite. Das sei ein toller Erfolg und so könne es weitergehen. „An Ideen fehlt es nicht“, ergänzte Brüning.

Fotos der Barriboxen sowie das Logo des Projekts stehen als Download zur Verfügung:

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/hoeren804b.html
Bildunterschrift: Barribox Hören

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/sehen796b.html
Bildunterschrift: Barribox Sehen

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/sehen794b.html
Bildunterschrift: Barribox Sehen

www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/logoBarrierefreieSchule.html
Logo Barrierefreie Schule

Hintergrundinformationen
2013 wurde das Projekt Barrierefreie Schule des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) ins Leben gerufen. Als Kooperationspartner des Projekts war die Lebenshilfe Landesverband Schleswig-Holstein e. V. von Anfang an dabei, ebenso wie die schleswig-holsteinischen Sparkassen, die das Projekt seit Beginn fördern.
Seit Februar 2019 ist die Ausleihe der Barriboxen nicht nur in Eutin, Kronshagen, Niebüll, Pinneberg, Schleswig und Schwarzenbek, sondern auch in Flensburg möglich.

Kontakt:
Inken Schnaase, Projektleitung Barrierefreie Schule
Tel.: 04537 263127, E-Mail: BarrierefreieSchule@iqsh.de

Wie lesen Kinder, die blind sind, und wie wecke ich Verständnis für Verschiedenheit? - Das Projekt Barrierefreie Schule gibt Antworten und findet nun auch Eingang in die Lehrerbildung an der Europa-Universität Flensburg (PDF 99KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Verantwortlich für diesen Pressetext:

Petra Haars | Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein | Schreberweg 5, 24119 Kronshagen | Telefon 0431 5403-103 | Telefax 0431 5403-200 | E-Mail: pressestelle@iqsh.landsh.de | Medien-Informationen des IQSH finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.iqsh.schleswig-holstein.de | Das IQSH ist eine Einrichtung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (MBWK).



Laufende Nr.: 
Ausgabejahr: 
Erscheinungstag: 06.05.2019