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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Die Erinnerung wach halten

Datum 09.11.2021

Zum Jahrestag der Reichspogromnacht hat Bildungsministerin Karin Prien in Kiel der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Kiel, 9. November 1938: In den frühen Morgenstunden halten Lastwagen beladen mit Benzinkanistern und Sprengstoff vor der Synagoge in der Goethestraße/ Ecke Humboldtstraße. Mehrere SA- und SS-Männer dringen in das Gotteshaus ein, zertrümmern das Mobiliar und die Fensterscheiben, stehlen Kultgegenstände und legen Feuer. Gleichzeitig demolieren die Nationalsozialisten jüdische Geschäfte und Wohnungen im gesamten Stadtgebiet, misshandeln jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, zudem verüben sie Mordanschläge auf Paul Leven und Gustav Lask, zwei prominente Vertreter der Gemeinde. Nur wenige Stunden später "lagen die Reste des jüdischen Gemeindelebens in Trümmern", wie es der Historiker Dietrich Hausschildt-Staff in seinem Aufsatz zu den Novemberpogromen in Kiel beschreibt.

Gedenken an die Opfer

Historische Aufnahme einer leerstehenden Synagoge mit einem Baugerüst. Nach der Reichspogromnacht stand die Synagoge in der Goethestraße leer und wurde schließlich abgerissen. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Nach der Reichspogromnacht stand die Synagoge in der Goethestraße leer und wurde schließlich abgerissen. © Stadtarchiv Kiel / CC BY-SA 3.0 DE

82 Jahre später hat Bildungsministerin Karin Prien in Kiel an zwei Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer der Nationalsozialistischen Verfolgung teilgenommen. Am Mahnmal vor der ehemaligen Synagoge in der Goethestraße legte die Ministerin einen Kranz nieder. "Der 9. November mahnt uns, dass wir die Demokratie immer wieder hart erkämpfen müssen", sagte sie. Der Tag rufe in Erinnerung, wozu der Mensch fähig sei – "im Guten genauso wie im Grausamen".

Fast 80 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz stehe die Erinnerungsarbeit vor großen Herausforderungen. Heute könnten nur noch wenige Zeitzeugen über das erlittene Unrecht berichten. Deshalb sei es wichtig, die historischen Ereignisse immer in einen persönlichen Kontext zu setzen, betonte die Ministerin.

Stolpersteine erinnern "im Vorbeigehen"

In diesem Zusammenhang lobte Prien die Aktion "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig: "Sie können eine Möglichkeit sein, die Namen, Gesichter und Lebensgeschichten hinter den unfassbaren Opferzahlen des Holocausts zu erkennen". Jeder Stolperstein ist einem Menschen gewidmet, der durch nationalsozialistische Gewalt zu Tode kam. Auf den etwa zehn mal zehn Zentimeter großen Steinen sind kleine Messingplatten mit den Namen und Lebensdaten von NS-Opfern angebracht. Sie werden vor dem letzten bekannten und frei gewählten Wohnort in das Pflaster des Gehweges eingelassen. In Kiel wurden die ersten 15 Steine im Oktober 2006 verlegt, inzwischen sind es 270.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Schleswig-Holstein und der Kieler Stadtgesellschaft reinigte Prien im Anschluss an die offizielle Gedenkveranstaltung Stolpersteine zwischen dem Schauspielhaus und dem Dreiecksplatz.

Weitere Informationen

Standorte aller Stolpersteine in Kiel und Kronshagen mit Biografien der Opfer

Informationen zu den Novemberpogromen in Kiel

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