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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Burgenland Schleswig-Holstein

Datum 25.08.2021

Im Rahmen des 1,8 Millionen Euro schweren Forschungsprojekts "Burgenland Waterkant" machen Expert:innen auf die Burgengeschichte im echten Norden aufmerksam.

An der Kieler Förde, auf Helgoland oder auf Fehmarn – Spuren mittelalterlicher Burgen gibt es auch in Schleswig-Holstein. Dazu forschen unter anderem die Historiker:innen um Prof. Oliver Auge von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihr Ziel: Mehr Menschen sollen etwas über die Burgen-Geschichte erfahren – durch ein Verzeichnis aller Burgen im Land und ein neues Museum in Lütjenburg (Kreis Plön).

Für das neue Projekt "Burgenland Waterkant" stehen dafür nun insgesamt 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Der Forschungsarbeit der Kieler Historiker:innen kommen davon 390.000 Euro als Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über drei Jahre zugute. Gemeinsam mit dem Archäologischen Landesamt (ALSH), der Stiftung Museum Turmhügelburg Lütjenburg von Mäzen Klaus Dygutsch konnte der vom Historiker Stefan Magnussen erarbeitete Antrag die DFG überzeugen. Magnussen ist der zukünftige Projektkoordinator und forscht bereits seit einigen Jahren mit seinen Kollegen Jens Boye Volquartz und Frederic Zangel zu den Burgen im Land.

Multimediales Angebot im Museum und darüber hinaus

Wie viele Burgen hat es in Schleswig-Holstein gegeben, wofür wurden sie genutzt und welche stehen teilweise sogar noch heute? Um diese und viele weitere Fragen soll es künftig im neuen Museumsbau im Freilichtmuseum Turmhügelburg Lütjenburg gehen. Dabei setzen die Projekt-Partner:innen auf einen multimedialen Mix aus Karten, archäologischen Funden und Schriften sowie digitalen Informationsangeboten in einer App. So möchten sie die Burgengeschichte des Landes crossmedial erzählen und das verborgene Erbe erlebbar machen.

Eine topographische Karte zeigt Schleswig-Holstein. Auf ihr sind mehrere Hundert schwarze Punkte eingezeichnet, die je eine Burg aus dem Hoch- oder Spätmittelalter symbolisieren. Verbreitungskarte von Burgen in Schleswig-Holstein aus dem Hoch- und Spätmittelalter (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Mit Karten und archäologischen Funden soll es im neuen Museum in Lütjenburg unter anderem um die Frage gehen, wie viele Burgen es im echten Norden gegeben hat. ©LVermGeoSH/ALSH

Dabei wird das Angebot aus Freilichtmuseum und Ausstellungsgebäude bewusst mit den archäologischen Denkmalen der näheren Umgebung wie dem Großen und Kleinen Schlichtenberg verknüpft: "Wir wollen auch ganz bewusst die heute noch sichtbaren Überreste der Burgen einbinden, wodurch auch das touristische Potenzial des Themas genutzt werden soll", erklärte Auge. Schleswig-Holsteins Burgengeschichte stünde den klassischen Regionen wie Tirol oder dem Harz eigentlich in nichts nach, ergänzte Magnussen. "So kann sich der Blick auf das nördlichste Bundesland noch einmal verändern." Das von der "Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg" belebte Freilichtmuseum Turmhügelburg Lütjenburg sei ein wichtiger Vermittlungsort, "über den der Wert unserer Denkmale, die nur Ruinen dieser einstiegen Konstruktionen darstellen, sehr gut vermittelt wird", sagte der Schleswig-Holsteiner Landesarchäologe Dr. Ulf Ickerodt.

-burg ist nicht gleich Burg

Geschichts-Professor Auge räumt außerdem mit dem Mythos auf, dass in allen Orten Schleswig-Holsteins mit "-burg" im Namen eine Burg gestanden habe: "Manchmal wurde ein vermeintlicher Burgberg auch einfach später angelegt, die Wortherkunft ist nicht selten das altnordische "borg", das "Anhöhe" oder "Wall" bedeutet." Dennoch sei die Entstehungsgeschichte dieser lokalen Mythen spannend und solle in das Museums-Konzept aufgenommen werden. Das Museum soll 2024 fertig sein.

Schleswig-Holsteins Burgen online

Eine wichtige Rolle spielt bereits jetzt das Kulturlandschaftskataster "Kultur. Landschaft. Digital." (KuLaDig). Auf www.kuladig.de finden Interessierte eine digitale Karte mit aktuell mehr als 150 bedeutenden Bauten in Schleswig-Holstein. Zahlreiche Einträge stammen vom ALSH. Mit nur wenigen Klicks gibt es dort umfangreiche Informationen, beispielsweise über die Geschichte der Burg Bülk in Strande.

Die Datenbank bietet auch Informationen über besondere Bauwerke in anderen Ländern. Dieses gemeinsame Angebot des Landschaftsverbandes Rheinland wird unter anderem vom Land Schleswig-Holstein mit befüllt.

Zur digitalen Karte auf www.kuladig.de

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