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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Ein Jahr zum Gedenken und Feiern

Datum 23.02.2021

Seit 1.700 Jahren gibt es nachweislich jüdisches Leben in Deutschland. Kulturministerin Karin Prien und der Antisemitismus-Beauftragte Peter Harry Carstensen läuteten das Jubiläumsjahr ein.

Das Jahr 321 markiert einen besonderen Punkt in der deutschen Geschichte: An einem Dezembertag richtet der damalige römische Kaiser Konstantin ein Schreiben an die Kölner Stadtvertreter, in dem er es jüdischen Bürger:innen erlaubt, öffentliche Ämter zu bekleiden. Das so genannte konstantinische Edikt ist die erste schriftliche Erwähnung jüdischen Lebens im heutigen deutschsprachigen Raum nördlich der Alpen. 1.700 Jahre später feiert und gedenkt Deutschland der gemeinsamen Geschichte mit einem offiziellen Jubiläumsjahr. Verschiedene Veranstaltungen, Vorträge und Online-Angebote werfen einen Blick in die Historie und hinein in die Gegenwart jüdischen Lebens.

Online-Auftakt zum Jubiläumsjahr

"Das Jahr verdeutlicht, wie die Geschichte immer wieder zur gesellschaftlichen Ausgrenzung geführt hat. Es zeigt aber auch, wie selbstverständlich Jüdinnen und Juden unsere Gesellschaft über Jahrhunderte geprägt haben", sagte Kulturministerin Karin Prien zum Auftakt des Jubiläumsjahrs in Kiel. Gemeinsam mit dem Beauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, dem ehemaligen Ministerpräsidenten a.D. Peter Harry Carstensen, sprach sie über die Rolle, die Politik in einem solchen Festjahr spielen könne.

Jüdisches Leben stärken

Es sei wichtig, die jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein konsequent zu fördern, betonte die Ministerin. Das Land habe dafür schon 2005 durch einen Staatsvertrag mit den jüdischen Verbänden eine solide finanzielle Grundlage geschaffen. Jüdisches Leben zu stärken sei immer auch ein Balanceakt zwischen Erinnerungs- und Gegenwartskultur, hob Prien hervor. Dabei spielten insbesondere die Schulen eine zentrale Rolle, etwa durch die Vermittlung von jüdischer Traditionen, aber auch von Zivilcourage. "Das beginnt damit, dass man etwas sagt und nicht weghört, wenn 'Du Jude' im Bus als Schimpfwort genutzt wird", betonte sie. Diese gesellschaftliche Norm müsse "ohne Wenn und Aber" verteidigt werden.

Erste urkundliche Erwähnung 1424

Die älteste bekannte Quelle zum jüdischen Leben in Schleswig-Holstein ist eine Urkunde aus dem Jahr 1424, erklärte der Antisemitismus-Beauftragte Carstensen. Die Geschichte in Schleswig-Holstein sei somit deutlich jünger als die bundesweite, aber nicht weniger spannend: "Wir wissen, dass es ab dem 17. Jahrhundert jüdische Gemeinden in Ahrensburg, Altona, Bad Segeberg, Elmshorn, Flensburg, Friedrichstadt, Glückstadt, Kiel, Lübeck, Neumünster und Rendsburg gab." Darüber hinaus lebten eine Vielzahl an Familien bis zum aufkommenden Nationalsozialismus und der Shoa in anderen Orten ohne eigene Gemeinden.

Jüdisches Leben und jüdische Kultur prägten vielerorts in Schleswig-Holstein das Zusammenleben, betonte Carstensen. Sie gehörten ebenso zum echten Norden wie die Erinnerung an die vielen jüdischen Künstler:innen, Wissenschaftler:innen, die hier gewirkt hätten. "Lassen Sie uns das Festjahr zu einem Anlass nehmen, das jüdische Leben als selbstverständlichen Bestandteil unserer Gesellschaft zu zeigen."

SHalom & Moin

Unter schleswig-holstein.de/juedisches-leben hat die Landesregierung einen Veranstaltungskalender mit mehr als 130 Terminen veröffentlicht, die Interessierten Wissenswertes über jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart vermitteln. Unter dem Motto "SHalom&Moin" werden dort Vertreter:innen der jüdischen Verbände, der Zivilgesellschaft und der Politik im Laufe des Festjahres in Videos und Grußbotschaften die jüdisch-schleswig-holsteinische Gemeinschaft zwischen Flensburg und Lübeck dokumentieren.

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