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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Bildungsministerium SH

Landesbibliothek feiert Jubiläum

Datum 22.09.2020

Vom Kulturzentrum bis hin zum digitalen Knotenpunkt – die Landesbibliothek ist in ihren 125 Jahren stets mit der Zeit gegangen.

Die Landesbibliothek wurde vor 125 Jahren im Haus der ehemaligen Provinzialverwaltung in Kiel gegründet. Die Sammlung bestand zu diesem Zeitpunkt noch vor allem aus Behörden- und Verwaltungsbüchern.

Ständiger Zuwachs

Das ehrgeizige Ziel der neuen Bibliothek war es, alle landesgeschichtliche Literatur zur Provinz Schleswig-Holstein zu sammeln. Dank der kontinuierlichen Arbeit der Archivar:innen besitzt sie heute die gesamte schleswig-holsteinische Literatur aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Einige Bestände gehen sogar bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Mehr als nur Bücher

Ankäufe, Schenkungen oder Nachlässe füllten die Bestände der Bibliothek über die Jahrzehnte hinweg. So erwarb sie neben landesgeschichtlichen Dokumenten mit der Zeit auch Münzen, Medaillen, Musikalien, Porträts, Schachbücher, Zeitungen und Bilder. Dadurch hat sie mittlerweile nicht nur den Status der zentralen musikgeschichtlichen Archivbibliothek des Landes erreicht, sondern verfügt deutschlandweit über die größte öffentliche Schachbuchsammlung.

Kulturzentrum im Kieler Schloss

Mit steigender Anzahl an Archivalien reichte der Platz bald nicht mehr aus. Ein Anbau half nur vorübergehend und so zog die Einrichtung 1928 in das Kieler Schloss um. Elf Jahre später folgte auch das landesgeschichtliche Museum.

Verluste im Zweiten Weltkrieg

Die landesgeschichtliche Sammlung musste über die Jahre allerdings einige Einbußen hinnehmen. So verursachten Löscharbeiten nach einem Brand im Kieler Schloss, 1938, Schäden am Nachlass des Schriftstellers Theodor Storm. Auch den Zweiten Weltkrieg überstanden die Archivalien nicht unbeschadet. Nach dem ersten Bombenangriff auf Kiel im Oktober 1940 wurden die unversehrten Bestände in das Kloster Cismar ausgelagert.

Ruine: Kieler Schloss Ruine: Kieler Schloss (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Blick auf die Ruine des Kieler Schlosses 1958 © Stadtarchiv Kiel, Friedrich Magnussen (Signatur: 14.206)

Nach Kriegsende konnte das Kieler Schloss die Bibliothek nicht direkt wiederaufnehmen, denn das Hauptgebäude war 1944 zerstört worden. Daher siedelte sie 1949 provisorisch in ein ehemaliges Kasernengebäude in Kiel um – wenn auch nur noch mit der Hälfte der Bücher. Als der Neubau des Kieler Schlosses fertiggestellt war, konnte die Bibliothek 1965 dorthin zurückkehren.

Der Neustart

Die Kriegsverluste wollten die Archivar:innen wieder ausgleichen und das mit Erfolg: Das Kieler Schloss konnte die wachsende Zahl an Archivalien bald nicht mehr aufnehmen. 2003 wurde das Problem durch den Umzug in den Sartori-und-Berger-Speicher gelöst. Hier lagern heute unter anderem 280.000 Bände, 7.000 Karten, 150.000 Autographen, 36.000 Bilder und 3.400 Münzen und Medaillen.

Im Zeitalter der Digitalisierung

Die Mitarbeiter:innen der Landesbibliothek waren nicht nur um eine breite Büchersammlung bemüht, 1981 begannen sie damit, den klassischen Zettelkatalog in eine Datenbank zu überführen.

Die Bibliothek hilft außerdem dabei, die Kultur des Landes digital zugänglich zu machen. Die Einrichtung ist zum Beispiel Gründungsmitglied von digiCULT. Das Projekt entwickelt ein digitales Gesamtkonzept zur Dokumentation von Museumsbeständen in Schleswig-Holstein.

Digitale Kultur

Mittlerweile wird Kultur aber nicht nur digital erfasst, sondern auch digital produziert – auch darauf reagiert die Bibliothek. Sie unterstützt als digitaler Knotenpunkt kulturelle Einrichtungen des Landes bei der digitalen Transformation, indem sie Workshops, Konferenzen und Beratung im Rahmen des Digitalen Masterplans Kultur anbietet. Im Fokus steht dabei, welche digitalen Anwendungen sich für die kulturelle Infrastruktur einsetzen lassen, um die Vermittlung von Kultur weiter zu entwickeln.

Digitaler Masterplan Kultur für Schleswig-Holstein (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Moderne Technik selber testen

Als digitaler Knotenpunkt und zu entwickelnder dritter Ort wird die Landesbibliothek nach ihrem bevorstehenden Umbau 2021 auch dafür sorgen, dass Menschen mit digitaler Technik in Kontakt kommen, sie ausprobieren und sich darüber austauschen können. Es gibt viel Neues zu entdecken: Gemeinsam mit der Fachhochschule Kiel entsteht ein Citizen Science Projekt auf dem Westufer. Das Digitale Haus der Landesgeschichte wird die Geschichte Schleswig-Holsteins anschaulich vermitteln und authentische Orte vernetzen.

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