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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Exzellente Medizinforschung in Schleswig-Holstein

Datum 03.08.2020

300 Wissenschaftler:innen aus dem echten Norden forschen an chronischen Entzündungskrankheiten – neuerdings auch mit Blick auf das Coronavirus.

Neurodermitis, Arthritis oder Asthma – diese sind nur einige der chronisch-entzündlichen Erkrankungen, die im Fokus der Forschung des Exzellenzclusters "Precision Medicine in Chronic Inflammation" (PMI) stehen. Bei sogenannten "Exzellenzclustern" handelt es sich um universitäre Forschungsprojekte, die vom Bund und den Ländern gefördert werden.

Interdisziplinäres Projekt

Was die Arbeit des Clusters so besonders macht, ist der interdisziplinäre Ansatz der Präzisionsmedizin. Die Wissenschaftler:innen untersuchen, inwiefern chronische Entzündungskrankheiten nicht nur einzelne Organe, sondern den ganzen Körper betreffen können. Dafür arbeiten sie mit verschiedenen medizinischen Fachbereichen zusammen. Ziel der Präzisionsmedizin ist es, anhand unterschiedlicher Krankheitsverläufe, die bestmögliche und individuelle Behandlung für die Patient:innen zu finden.

Die Wissenschaftler:innen untersuchen in erster Linie die Erkrankungen von sogenannten Barriereorganen, zu denen etwa die Haut, der Darm, die Lunge aber auch die Gelenke zählen.

Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein

Die etwa 300 Wissenschaftler:innen des Clusters sind bestens vernetzt, denn neben den beiden Universitäten Kiel und Lübeck sind weitere namhafte Einrichtungen beteiligt: das UKSH, das Forschungszentrum Borstel, das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie Plön, die Muthesius Kunsthochschule Kiel, das Institut für Weltwirtschaft Kiel und das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) aus Kiel.

Das Exzellenzcluster "Precision Medicine in Chronic Inflammation" (PMI) ist eines von zwei Exzellenzclustern in Schleswig-Holstein. Bundesweit werden 57 Exzellenzcluster mit jährlich 533 Millionen Euro – vom Bund mit 75 Prozent und dem jeweiligen Bundesland mit 25 Prozent – gefördert.

Zur Exzellenzstrategie von Bund und Ländern

Forschung bis 2025 gesichert

Die Erfolgsgeschichte der Entzündungsforschung in Schleswig-Holstein begann im Jahr 2007 – damals hieß das Exzellenzcluster "Inflammation at Interfaces". Für die Erforschung der Ursachen chronisch-entzündlicher Erkrankungen an Barriereorganen standen in zwei Förderperioden – 2007 bis 2012 und 2012 bis 2018 – insgesamt etwa 75 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit der Schwerpunkterweiterung um Präzisionsmedizin war dann auch die dritte Bewerbung in Folge erfolgreich – bis 2025 erhält das Cluster damit mehr als 57 Millionen Euro.

Ein Banner mit der Aufschrift "UKSH" hängt an einem Parkhaus Das Land ist alleiniger Eigentümer des schleswig-holsteinischen Universitätsklinikums. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Auf dem Kieler Campus des UKSH startet die Studie. © M. Staudt / grafikfoto.de

UKSH-Projekt COVIDOM

Mit einem neuen Forschungsprojekt nehmen die Wissenschaftler:innen nun das Coronavirus in den Blick. In der Studie COVIDOM untersuchen sie 1300 Covid-19-Patient:innen aus Schleswig-Holstein, um mögliche Folgeschäden der Infektion zu erforschen. Darüber hinaus soll die Studie zeigen, dass es seltener zu einem schweren Krankheitsverlauf kommt, wenn die Patient:innen zu ihrer Ernährung täglich Vitamin B3 oder Kieselerde einnehmen. Die Studienteilnehmer:innen werden über einen Zeitraum mehrerer Monate telefonisch zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Das Land fördert die Studie mit zwei Millionen Euro.

Weitere Informationen

Exzellenzcluster Entzündungsforschung: Precision Medicine in Chronic Inflammation

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