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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Bildungsministerium SH

Neuer Glanz für die Carlebach-Synagoge

Datum 23.07.2020

Nach fünf Jahren sind die Sanierungsarbeiten an der Carlebach-Synagoge in Lübeck abgeschlossen. Kulturministerin Karin Prien besuchte das Gotteshaus.

Die Geschichte der Carlebach-Synagoge beginnt 1862: In diesem Jahr kaufte die jüdische Gemeinde ein Grundstück in der Lübecker Altstadt, unweit des St.-Annen-Klosters. 1880 wurde das Gotteshaus eingeweiht, der erste Rabbiner war Salomon Carlebach.

Symbol der Vielfalt

140 Jahre später hat Kulturministerin Karin Prien nun gemeinsam mit dem Beauftragten für jüdisches Leben in Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen, die Synagoge in Lübeck, besucht. "Wir feiern mit dieser Synagoge, die zu den schönsten in Deutschland zählt, auch das vielfältige religiöse und kulturelle Leben in Schleswig-Holstein – wir machen es wieder stärker sichtbar", sagte Prien.

Das Gebäude war erst kürzlich umfassend saniert worden, aufgrund der Corona-Pandemie hatte die feierliche Wiedereröffnung jedoch nicht stattfinden können. "Ich hoffe, dass wir das bald nachholen können und auch damit eindrucksvoll deutlich machen – jüdisches Leben ist und bleibt wertvoller Bestandteil der deutschen Kultur und Gesellschaft", betonte die Ministerin.

Bewegte Geschichte

In der Pogromnacht 1938 hatten die Nationalsozialisten das Innere der Synagoge zerstört. Das Gebäude selbst blieb jedoch erhalten, weil es bereits zum Verkauf vorgesehen war. Ein Jahr später wurde die prächtige Synagoge zu einer Sporthalle umfunktioniert. In der Nachkriegszeit erhielt das Gebäude wieder seinen ursprünglichen Zweck: Geschmückt mit einem Davidstern im Giebel und einem hebräischen Psalmvers ("Es danken dir, Gott, die Völker") an der Fassade wurde die Synagoge wieder ein fester Teil des Lübecker Stadtbilds.

Karin Prien und Peter Harry Carstensen stehen an Rednerpulten vor einer geöffneten Synagogen-Tür. Gemeinsam mit Peter Harry Carstensen, dem Beauftragten für jüdisches Leben in Schleswig-Holstein, besuchte Kulturministerin Prien die Synagoge. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Gemeinsam mit Peter Harry Carstensen, dem Beauftragten für jüdisches Leben in Schleswig-Holstein, besuchte Kulturministerin Prien die Synagoge. © Bildungsministerium

"Antisemitismus ist leider traurige Realität, auch heute, auch in Deutschland. Er tritt offener und dreister auf und ist in manchen Kreisen sogar ‚salonfähig‘", sagte Prien. Das habe auch der jüngst veröffentlichte Verfassungsschutzbericht bestätigt. Umso wichtiger sei es, in der einzigen in Schleswig-Holstein noch erhaltenen historischen Synagoge ein Zeichen zu setzen: "Jüdisches Leben gehört - wie diese Synagoge mitten in der Altstadt – mitten in unsere Gesellschaft."

Land unterstützte die Sanierung

Das Land sei sich seiner Verantwortung für den Erhalt dieser Synagoge immer bewusst gewesen, betonte die Ministerin. Deshalb habe es die Sanierung mit insgesamt 2,6 Millionen Euro gefördert. Prien dankte auch der Staatsministerin für Kultur und Medien und den drei Stiftungen, die dieses Vorhaben unterstützt hätten: die Possehl-Stiftung, die Gemeinnützige Sparkassenstiftung Lübeck und die Friede-Springer-Stiftung, die die Realisierung der Ausstellung unterstützt, und insbesondere der Hansestadt Lübeck, die das große Projekt mit Know-how, Manpower und praktischer Unterstützung gefördert habe. "Sie alle helfen dabei, dass wir eine offene Gesellschaft bleiben. Auch diese Synagoge soll und wird ein offenes Haus sein", sagte die Ministerin.

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