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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Gemeinsam gegen Antisemitismus

Datum 01.11.2019

Kultusministerin Karin Prien trifft Vertreter der jüdischen Landesverbände in Kiel: Jüdisches Leben soll verstärkt in der Schule thematisiert werden.

Auftakt für einen regelmäßigen Austausch: Im Bildungsministerium hat Kultusministerin Karin Prien Walter Blender vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden und Igor Wolodarski von der Jüdischen Gemeinschaft getroffen. Drei Wochen nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle bekräftigten sie, sich gemeinsam stärker gegen Antisemitismus zu engagieren und das Judentum besonders in Schulen stärker zum Thema zu machen.

Teil der europäischen Kultur

"Wir haben ein lebendiges Judentum in Schleswig-Holstein", sagte Prien. "Die Gemeinden von Flensburg bis Lübeck sind ein Teil des religiösen Lebens in unserem Land." Im gesellschaftlichen Diskurs dominierten Bildern von ultraorthodoxen Gläubigen in Jerusalem, dabei gäbe es eine ganz eigene Geschichte des Judentums in Europa und Deutschland: "Unsere Geschichte, unsere Kultur und unsere Wissenschaft wurden durch viele jüdische Persönlichkeiten geprägt."

Vielfältige Geschichte

So alt wie die Geschichte des Judentums sei aber leider auch die Geschichte des Antisemitismus, erklärte die Ministerin. Dennoch legte sie Wert darauf, dass das Judentum in Schleswig-Holstein nicht auf die Schoah (jüdische Bezeichnung für den Holocaust) reduziert werde. Auch Igor Wolodarski ergänzte, es sei wichtig, dass über das Judentum nicht nur im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus berichtet werde: "Wir müssen dafür Sorge tragen, dass Schüler jüdisches Leben als Teil Schleswig-Holsteins wahrnehmen und die kulturellen Zusammenhänge und Traditionen verstehen."

Portraitfoto Karin Prien

An unseren Schulen ist kein Platz für judenfeindliche Sprüche.

Karin Prien

Konsequent gegen Vorurteile und Hass

Im Kampf gegen den Antisemitismus forderte Prien eine Kombination aus Aufklärung und Null-Toleranz-Strategie. "An unseren Schulen ist kein Platz für judenfeindliche Sprüche", sagte die Ministerin. "Da ist jeder Lehrer zum Einschreiten aufgefordert." Dafür biete das Land unter anderem Fortbildungen an.

Auch die jüdischen Gemeinden im Land wollen weiter mit Schulen zusammenarbeiten, um die Kultur und die Traditionen des Judentums zu vermitteln. "Wir öffnen unsere Gemeinden für jedermann", betonte Walter Blender. "Wir zeigen Schulklassen unsere Synagogen und stehen für Vorträge und Informationen zur Verfügung."