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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Initiative für mehr Bildungsgerechtigkeit

Datum 23.01.2019

Im Landtag hat Ministerin Karin Prien den geplanten Bildungsbonus für Schulen in sozialen Brennpunkten vorgestellt.

Eine kürzlich vorgestellte Pisa-Sonderstudie kommt zu dem Schluss, dass sozial benachteiligte Kinder weniger erfolgreich in der Schule sind. Das soll sich nach dem Willen der Landesregierung ändern. Sie wolle dafür sorgen, dass der Wohnort von Kindern künftig keinen Einfluss mehr auf deren Bildungschancen habe, sagte Bildungsministerin Karin Prien am Mittwoch im Landtag. Die Landesregierung wolle allen Schleswig-Holsteinern beste Bildung und individuelle Förderung ermöglichen und ihnen dadurch größtmögliche Chancen und Entwicklungsperspektiven eröffnen. Die Studienergebnisse legten allerdings nahe, dass die Herkunft noch zu viel Einfluss auf die Bildungschancen habe. "Deshalb entwickeln wir den Bildungsbonus für Perspektivschulen, mit dem wir gezielt und passgenau Schulen mit besonderen Herausforderungen fördern", betonte die Ministerin. Im Vordergrund solle in Zukunft das Potenzial der Schüler stehen, nicht deren Schwächen.  

Bedarfe erkennen und fördern

Die Landesregierung will Schulen besonders fördern, an denen viele Faktoren zusammenkommen, die den Bildungserfolg erschweren. Es gelte, erfolgreich Bestehendes fortsetzen und dort nachsteuern, wo Bedarf bestehe, sagte Prien. Schulsozialarbeit, schulische Assistenzen, offene und gebundene Ganztagsangebote, schulische Erziehungshilfe, der Sprachförderungs- und Integrationsvertrag, die Fortbildungsmittel für DaZ-Lehrkräfte, das schleswig-holsteinische Vorhaben "Kein Kind ohne Mahlzeit" – all dies seien Angebote und Projekte, mit denen Schulen schon heute unterstützt würden. Zudem biete das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH) eine speziell auf die Schulen zugeschnittene Beratung sowie ein Präventionszentrum an. Das Konzept "Schulen mit Perspektive" greife all dies auf – und gehe darüber hinaus. "Wir stellen den Schulen mit besonderen Herausforderungen eine Auswahl von Unterstützungsangeboten zur Verfügung, die passgenau auf die jeweiligen Schulen angewandt werden können", erläuterte die Ministerin.

Mehr als 20 Millionen Euro bis 2022

Schleswig-Holstein sei das erste Flächenland, das ein solches Programm konzipiere und umsetze, sagte Prien. "Wir haben uns international und national nach vergleichbaren Programmen umgeschaut und wissenschaftliche Expertise eingeholt. Wir haben uns sehr intensiv gefragt, was funktioniert und wie die zusätzlichen Mittel wirken und gerecht eingesetzt werden können." 3,3 Millionen Euro stünden ab dem Schuljahr 2019/20 für das Projekt zur Verfügung. In den Folgejahren investiert die Landesregierung sogar noch mehr: 2020 sind acht Millionen Euro vorgesehen, 2021 neun Millionen Euro. Ab 2022 sollen jährlich zehn Millionen Euro in die Bildungsgerechtigkeit fließen.

Passgenau zugeschnittene Hilfe

Prien betonte, das Bildungsministerium lege besonderen Wert auf Passgenauigkeit und Effizienz der Unterstützung für die jeweilige Schule. "Es geht nicht nach dem Gießkannenprinzip. Wir werden uns auf die Schulen konzentrieren, an denen der Bedarf am größten ist", sagte sie. Der Bonus für Perspektivschulen werde gemeinsam mit den Schulen individuell und flexibel ausgestaltet.