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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Gedenken aufrecht erhalten

Datum 12.02.2019

Das Land will die Erinnerungskultur intensivieren und unterstützt Gedenkstätten ab sofort stärker – inhaltlich sowie finanziell.

Eine Skulptur, die einen Menschen darstellt, der über einen Stacheldrahtzaun klettert. Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Ladelund. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Ladelund. © M. Staudt / grafikfoto.de

Bildungsministerin Karin Prien hat den Bericht zum Landesgedenkstättenkonzept vorgelegt. Das Land fördert die Erinnerungskultur so intensiv wie nie zuvor. "Wir haben die Gedenkstättenarbeit in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren nicht nur finanziell besser ausgestattet, wir haben sie auch inhaltlich weiterentwickelt und professionalisiert", betonte die Ministerin.

Mehr Geld für Erinnerungsstätten

Das Land hat die Finanzierung der Gedenkstätten deutlich erhöht: Von 230.000 Euro im Jahr 2015 auf aktuell 357.000 Euro, dies entspricht 63 Prozent. Daraufhin wurden in jüngster Zeit zahlreiche Gedenkstätten modernisiert, etwa in Ladelund, Kaltenkirchen, Ahrensbök und Husum-Schwesing. Auch die Neulandhalle sowie die Carlebach-Synagoge in Lübeck wurden besser ausgestattet. Dafür habe Schleswig-Holstein insgesamt vier Millionen Euro bereitgestellt, erklärte Prien. "Ich bin sehr froh, dass die Regierungsfraktionen für 2019 noch einmal 500.000 Euro aus IMPULS-Mitteln zur Verfügung gestellt haben", führte sie weiter aus. Die Mittel kommen insbesondere den Gedenkstätten in Ahrensbök, Kaltenkirchen und dem Kieler Flandernbunker zugute.

Jüdische Kultur stärken

Jüngst hatte die Landesregierung einen Staatsvertrag mit zwei jüdischen Verbänden geschlossen und die Landesleistung auf 800.000 Euro erhöht. "Diese Landesregierung will das jüdische Leben in Schleswig-Holstein stärken und setzt auch in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung deutliche Zeichen gegen Antisemitismus", betonte die Ministerin.

Nachhaltige Erinnerungskultur für Schulen

Das Land habe schon viel erreicht. Nun müsse das Engagement sowie die Kooperation mit den Gedenkstätten fortgesetzt werden. Die Schnittstelle "Schule und Gedenkstätten" solle daher weiter ausgebaut werden, unter anderem durch ein Modellprojekt der Christian-Albrechts-Universität in Kaltenkirchen. Gemeinsam mit dem IQSH wolle die Ministerin in diesem Jahr ein Konzept zur nachhaltigen Erinnerungskultur für Schulen erarbeiten, um die Gedenkstätten als Lernorte weiter zu entwickeln.

Lernorte für Demokratie

"Es ist mir ein besonderes Anliegen, junge Menschen an die Erinnerungskultur heranzuführen und sie mit attraktiven Formaten anzusprechen", erklärte Prien. "Denn Gedenkstätten sind wichtige Lernorte für die Demokratie. Wir müssen sie nutzen für die historisch-politische Bildungsarbeit." Prien sah es als ermutigendes Signal für die Erinnerungskultur, dass das Interesse an Schülerfahrten zu Gedenkstätten gestiegen sei. "Daraufhin haben wir die Mittel aufgestockt, so dass 2018 insgesamt 30.000 Euro für Schülerfahrten zur Verfügung standen", erklärte die Ministerin. Sie wolle möglichst allen Jugendlichen in ihrer Schulzeit die Möglichkeit geben, eine NS-Gedenkstätte zu besuchen.

Hintergrund

Die Gedenkstättenarbeit habe sich insbesondere durch den bis 2020 angelegten dreijährigen Fördervertrag mit der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten weiter professionalisiert. So erhielten 2019 erstmals sechs Gedenkstätten projektbezogene Fördermittel für Personal- und Verwaltungsausgaben – und konnten so ehemals ehrenamtliche Mitarbeiter im Hauptamt beschäftigen.