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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Bildungsministerium SH

Gegen Gewalt an Schulen

Datum 10.12.2019

Vor einem Jahr hat das Land eine Datenbank für Gewaltvorkommnisse an Schulen ins Leben gerufen. Nun gibt es erste Ergebnisse.

"Wir wollen wissen, wie oft es zu Gewalt an unseren Schulen kommt und was die Hintergründe für diese Konflikte sind. Deshalb haben wir den Auftrag des Landtages umgesetzt und in einer ersten Erprobungsphase diese Datenbank aufgesetzt", sagte Ministerin Karin Prien bei der Vorstellung der Ergebnisse. "Nur, wenn wir diese Fakten kennen, können wir den Schulen passgenaue Präventions- und Interventionsangebote machen."

585 Einzelfälle

Jeden Tag lernen und arbeiten fast 400.000 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte an den schleswig-holsteinischen Schulen. Im vergangenen Schuljahr 2018/19 meldeten die Schulen 585 Einzelfälle, bei denen insgesamt 756 Taten verübt wurden. Das liegt daran, dass ein Fall mehreren Arten von Gewalt zugeordnet werden kann, zum Beispiel psychischer Gewalt in Tateinheit mit Körperverletzung.

Die neue Online-Statistik erfasst alle Gewaltvorkommnisse, auf die die Schulen mit disziplinarischen Strafen reagiert haben. Das bedeutet, dass die Schule den Täter entweder vom Unterricht ausschließt, in eine Parallelklasse oder sogar in eine andere Schule versetzt. Für Bildungsministerin Prien ist das ein großer Vorteil der neuen Datenbank: "Damit haben wir erstmals die Möglichkeit insbesondere all die Fälle zu benennen, die unterhalb von Straftatbeständen und damit außerhalb der Kriminalitätsstatistik liegen."

Land unterstützt die Schulen

Prien kündigte an, die Landesregierung werde die Ergebnisse nun gemeinsam mit der Schulaufsicht und den Schulleitungen auswerten: "Wir wollen eine neue Kultur im Umgang mit schulischer Gewalt erreichen", sagte sie und ermunterte die Schulen, sich bei Bedarf Unterstützung zu holen. Schon heute können Schulen und Lehrkräfte zahlreiche Präventionsangebote über das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in Anspruch nehmen. Hinzu kommt ein umfassendes Netzwerk aus Schulsozialarbeit, schulpsychologischem Dienst und IQSH. "Wir haben viele Expertinnen und Experten, die helfen können", betonte Prien.

Maßgeschneiderte Präventionsangebote

Bei knapp der Hälfte der Taten handelt es sich um Körperverletzung, mehr als ein Drittel sind Formen von psychischer Gewalt, Bedrohungen in den Sozialen Medien und Mobbing. In den restlichen Fällen handelt es sich überwiegend um Raub- oder Diebstahldelikte. 72,5 Prozent aller Meldungen kommen aus Gemeinschaftsschulen, 84 Prozent aller Täter sind Jungen.

Portraitfoto Karin Prien

Wir wollen wissen, wie oft es zu Gewalt an unseren Schulen kommt und was die Hintergründe sind. Nur so können wir den Schulen passgenaue Hilfe anbieten.

Karin Prien

"Es gibt offensichtlich eine Gruppe, die häufig zum Täter wird. Das sind Jungen an Gemeinschaftsschulen zwischen der 6. und 9. Jahrgangsstufe. Dieses Ergebnis muss uns beschäftigen", stellte die Ministerin fest. Die neue Datenbank könne wichtige Informationen liefern, um die bisherigen Präventions- und Interventionsangebote auf bestimmte Zielgruppen zuzuschneiden.

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