Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Jüdische Kultur stärken

Datum 08.11.2018

Das Land erhöht seine Finanzmittel für die jüdischen Landesverbände.

Zwischen 2.000 und 3.000 Juden leben im echten Norden. Sie organisieren sich in acht Gemeinden und gehören zum religiösen Leben ebenso selbstverständlich dazu wie Christen, Muslime und Angehörige weiterer kleinerer Religionsgemeinschaften. Aus der deutschen Geschichte ergibt sich trotzdem eine besondere Verantwortung des Staates für das jüdische Leben im Land. Deswegen werden die beiden Dachverbände der jüdischen Gemeinden bereits seit 2005 von der Landesregierung finanziell unterstützt.

Am Donnerstag wurde dieser Fördervertrag im Kieler Landtag erneuert und aufgestockt. Künftig erhalten die beiden Verbände insgesamt jährlich 800.000 Euro vom Land. Auf Einladung von Kulturministerin Karin Prien und Landtagspräsident Klaus Schlie kamen am Abend rund 60 Vertreter aus Politik und jüdischer Gemeinschaft im Haus B der Landesregierung zusammen, um die Unterzeichnung des neuen Förderabkommens zu feiern.

Lebendiges Gemeindewesen ermöglichen

Die Ministerin dankte dem Parlament für die große fraktionsübergreifende Zustimmung zu dem Vertrag. Mit ihm werde unter anderem eine Gleichbehandlung der jüdischen Verbände mit den beiden christlichen Kirchen hergestellt. "Von Schleswig-Holstein geht damit ein deutliches Signal gegen Rechtspopulismus und Antisemitismus und für eine tolerante und pluralistische Gesellschaft aus. Darum ist der heutige Tag ein Tag zur Freude", sagte Prien. "Wir wollen jüdischem Leben in Schleswig-Holstein eine solide Grundlage geben und ein lebendigeres Gemeinwesen ermöglichen, denn wir alle wären ärmer ohne die wunderbare jüdische Kultur."

Auch Landtagspräsident Schlie betonte die Signalwirkung des Vertrages. Der jüdische Glauben und das Gemeindeleben gehörten zu Schleswig-Holstein und dessen Identität – dieser Tag sei daher ein besonderer für das Land, erklärte Schlie.

Gemeinsamer Einsatz für Demokratie und Toleranz

Die Vertreter der Landesverbände äußerten sich ebenfalls positiv über die neue Vereinbarung. "Der neue Staatsvertrag ermöglicht die Weiterentwicklung und sichert finanziell die Zukunft der jüdischen Gemeinden im Lande - das ist das wichtigste Ergebnis und für uns eine große Erleichterung", sagte Igor Wolodarski, der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein. "Die jüdischen Landesverbände sind und bleiben für das Land zuverlässige Partner in dem gemeinsamen Kampf für Demokratie und Toleranz, gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdfeindlichkeit."