Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Bildungsministerium SH

Mehr Toleranz für Religionen

Datum 27.03.2018

Bildungsministerin Karin Prien hat jegliche Form von religiös motiviertem Mobbing an Schulen verurteilt und will die Extremismus-Prävention stärken.

Jugendliche spielen auf einem Schulhof Basketball. Das Land will religiöses Mobbing von schleswig-holsteinischen Schulhöfen verbannen. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Das Land will religiöses Mobbing von schleswig-holsteinischen Schulhöfen verbannen. M. Staudt/ grafikfoto.de

Mobbing steht an vielen Schulen bundesweit auf der Tagesordnung. Häufig werden Betroffene gehänselt, weil sie nicht die scheinbar richtige Markenkleidung tragen oder ihr Verhalten und Aussehen den Tätern nicht passen. Aber immer öfter werden Schüler auch zu Mobbing-Opfern, weil sie einer anderen Religion angehören.

Radikalismus keine Chance geben

"Für diese Fälle darf es keine Toleranz geben, und wir müssen die Opfer besser schützen. Wir müssen aber zugleich aufpassen, dass die aktuelle gesellschaftliche Diskussion nicht dazu genutzt wird, Ressentiments gegen Muslime zu schüren", sagte Bildungsministerin Prien in Kiel. "Kindern und Jugendlichen die geltenden Regeln für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft deutlich zu machen und sie so früh wie möglich gegen radikale Tendenzen zu sensibilisieren muss unser Ziel sein", betonte die Ministerin.

Dankenbank soll helfen

Um antisemitische, islamistische oder rechtsextremistische Tendenzen so früh wie möglich zu erkennen, kündigte die Ministerin an, voraussichtlich ab dem Schuljahr 2018/2019 eine neue Datenbank einzuführen. In dieser sollen zukünftig unter anderem alle Vorfälle von menschenfeindlicher Gewalt in den Lehreinrichtungen dokumentiert werden. "Wir müssen möglichst viel über den Konfliktanlass hinter einem Streit unter Schülern wissen", erklärte Prien.

Prävention stärken

Auch die Extremismus-Prävention und Intervention will das Land vorantreiben. Einen Beitrag dazu soll die neue Stabsstelle im Bildungsministerium leisten. Diese wird ab dem 1. April Schulleitern und Schulaufsichten als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Es gebe bereits ein definiertes Meldekonzept für einschlägige Vorfälle in Schulen, das neben der Schulaufsicht auch die Beratungsstelle PROvention sowie gegebenenfalls die Sicherheitsbehörden einbinde, erläuterte Prien. Neben der Stabsstelle hat das Ministerium umfassende Kooperationskonzepte für Schulen entwickelt und umgesetzt. Hierzu gehört die gerade neu aufgelegte Broschüre "FAQs und Handlungsleitlinien für Schulleitungen und Lehrkräfte zum Umgang mit besonderen Verhaltensweisen in diesem Kontext". Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogisches Personal an Schulen runden die Präventionsarbeit des Bildungsministeriums ab.

Fälle differenzieren

Besonders schwerwiegende Fälle sollen auch weiterhin vom Bildungsministerium in Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden bearbeitet werden. Hierzu gehört etwa das Zeigen von verbotenen Propagandamaterialien. Solche Vorfälle hat es bereits an einzelnen Schulen im Land gegeben.Verbale und körperliche Auseinandersetzungen zwischen Schülern unterschiedlicher Herkunft oder Religion, die nicht als Straftat bewertet werden müssen, werden weiterhin pädagogisch aufgearbeitet.