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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Besser lesen lernen

Datum 21.06.2018

Rund 140 Fachleute waren der Einladung von Bildungsministerin Prien zur ersten länderübergreifenden Fachtagung zum Leseverhalten von Schülern gefolgt.

Knapp 18 Prozent aller Jungen und Mädchen verlassen die Grundschule, ohne sicher lesen zu können. Dies ist das Ergebnis einer Studie aus 2017. Dabei ist es gerade für Kinder enorm wichtig, richtig lesen zu können: Denn durch Geschichten und Märchen wird die Kreativität der Kinder gesteigert. Ganz nebenbei lernen sie neue Wörter und entdecken in Büchern und Kindermagazinen spannende Themen. Auch der Schulalltag zeigt: Kinder mit einer Leseschwäche sind schlechter in anderen Fächern.

Voneinander lernen

Die verschiedenen Angebote zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung für Kinder und Jugendliche standen im Mittelpunkt der länderübergreifenden Fachtagung "Schlüsselfaktor Lesekompetenz". Gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus Hamburg und Baden-Württemberg hatte Bildungsministerin Karin Prien Fachleute aus Bildungsforschung und Schulpraxis nach Berlin eingeladen. "Diese Form der Zusammenarbeit von Bundesländern bringt vielleicht eine neue Facette in die Förderalismus-Debatte: Wir können eigene Länderkonzepte entwickeln, voneinander lernen, uns austauschen und gemeinsam handeln, wo es zielführend ist", sagte Prien. Es gelte, die gute Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und erfolgreiche regionale Förderprogramme zwischen den Ländern auszutauschen.

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Wir können eigene Länderkonzepte entwickeln, voneinander lernen, uns austauschen und gemeinsam handeln, wo es zielführend ist.

Karin Prien

Viertklässler international Mittelmaß

In der jüngsten IGLU-Studie zur Leseleistung von Viertklässlern belegten die deutschen Schüler im weltweiten Ranking einen unteren Mittelfeldplatz. Bei der Studie, an der weltweit knapp 11.000 Schüler aus 61 Ländern teilnahmen, mussten die Kinder kurze literarische Texte lesen und Verständnisfragen dazu beantworten. Im Vergleich der Europäischen Union schnitten mehr als die Hälfte der Länder besser ab als Deutschland – 2001 waren es nur vier. Die Ergebnisse zeigen, dass es bundesweit einen hohen Handlungsbedarf in der Lese- und Sprachförderung gebe, sagte die Bildungsministerin.

Niemanden zurücklassen

2014 startete in Schleswig-Holstein das Projekt "Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark", um Kindern den Spaß am Lesen zu vermitteln. Im Schuljahr 2017/2018 nehmen fast 300 Schulen im echten Norden an dem Projekt teil. Lehrer und Eltern bekommen kindgerechte Materialien an die Hand, um leseschwache Schüler zu unterstützen. Rund 77.000 Kinder wurden seitdem mithilfe von Lesemappen und Lese-Coaches gezielt gefördert. Die Erfolge des Programms können sich sehen lassen: Im deutschen Ländervergleich haben sich die Lese- und Schreibfähigkeiten der Kinder aus Schleswig-Holstein stark verbessert. Baden-Würtemberg kündigte an, dass Programm zukünftig auch in den Grundschulen einsetzen zu wollen.