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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Bildungsministerium SH

Passgenaue Lehrerausbildung

Datum 17.04.2018

In Zukunft sollen angehende Lehrkräfte wählen können, ob sie an einem Gymnasium oder einer Gemeinschaftsschule unterrichten wollen.

Zwei Männer und eine Frau sitzen auf einem Podium, vor der Frau stehen mehrere Mikrofone. Bildungsministerin Karin Prien stellte die Pläne der Landesregierung in einer Pressekonferenz vor. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Bildungsministerin Karin Prien stellte die Pläne der Landesregierung in einer Pressekonferenz vor. © Staatskanzlei

Alle Lehrer optimal auf ihre spätere Aufgabe vorbereiten – das ist das Ziel einer Gesetzesänderung, die die Landesregierung nun beschlossen hat. "Es wird in Zukunft kein Sekundarschullehramt mehr geben", sagte Bildungsministerin Karin Prien in Kiel. Es werde sowohl für Gymnasien als auch für Gemeinschaftsschulen ein Lehramt geben. Der Gesetzentwurf soll die Lehrkräfteausbildung passgenau auf das zweigliedrige Schulsystem aus Gymnasien und Gemeinschaftsschulen zuschneiden. "Wir geben klare Signale an junge Menschen, die eine Lehramtsausbildung für sich ins Auge fassen: Sie wissen in Zukunft wieder, auf welche Schulart sie das Studium im Regelfall führt und wir bereiten sie in besonderem Maße auf ihre wichtige Aufgabe vor." Der Gesetzentwurf soll 2019 in Kraft treten.

In Zukunft zwei Ausbildungszweige

Das "Lehramt an Gymnasien" ersetzt das bisherige "Lehramt an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen (Sekundarschullehramt)". Zusätzlich wird das "Lehramt an Gemeinschaftsschulen" in das Gesetz aufgenommen – das "Lehramt an Sekundarschulen mit dem Schwerpunkt Sekundarstufe I" entfällt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung diese Regelung für den Vorbereitungsdienst beschlossen.

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Dieser klare Kurs führt dazu, dass die beiden Universitäten in Kiel und Flensburg ihre jeweiligen Profile schärfen können.

Karin Prien

Veränderungen für Hochschulen

In Zukunft sollen Studierende an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und an der Musikhochschule Lübeck auf das "Lehramt an Gymnasien" vorbereitet werden. Die Europa-Universität Flensburg (EUF) bietet unter bestimmten Voraussetzungen beide Studiengänge an:

  • Studierende, die zwei Sek.-I-Fächer studieren, oder eine Kombination aus Sek.-I- und Sek.-II-Fächern, können den Masterstudiengang "Lehramt an Gemeinschaftsschulen" wählen.
  • Für Studierende mit zwei Sek.-II-Fächern steht der Masterstudiengang "Lehramt an Gymnasien" offen.

Lehramtsstudierende, die in Flensburg zwei Sek.-I-Fächer studieren, unterrichten im Regelfall an den Gemeinschaftsschulen. Bei einem besonderen Bedarf können sie auch in der Mittelstufe eines Gymnasiums unterrichten. Diejenigen, die ein Sek.-I-Fach und ein Sek.-II-Fach studiert haben, können an Gemeinschaftsschulen und an Gymnasien in der Mittelstufe unterrichten. Mit zwei Sek.-II-Fächern können die Absolventen an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe unterrichten.

Zahlreiche junge Menschen sitzen an verschiedenen Gruppentischen und gestalten gemeinsam Poster. Angehende Lehrer an der Europa-Universität Flensburg. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)An der Europa-Universität Flensburg sollen Studierende in Zukunft wieder explizit für Gemeinschaftsschulen ausgebildet werden. © M. Staudt / grafikfoto.de

Bei Berufsschullehrkräften ändert sich nichts

Bei den Berufsschulen bleibt es auch im neuen Lehrkräftebildungsgesetz bei der bewährten Verteilung: Die CAU bildet weiter Handelslehrkräfte aus, die EUF die gewerblich-technischen Berufsschullehrer. Dazu gehören die Fachrichtungen Elektro-, Fahrzeug-, Informations- und Metalltechnik. Die Ausbildung für das "Lehramt an Grundschulen" und das "Lehramt Sonderpädagogik" bleibt an der EUF.

"Dieser klare Kurs führt dazu, dass die beiden Universitäten in Kiel und Flensburg, die sich mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten große Verdienste in der Lehrkräfteausbildung erworben haben, ihre jeweiligen Profile schärfen können", betonte Bildungs- und Wissenschaftsministerin Prien.