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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Bildungsministerium SH

Schatz der Filmarchäologie

Datum 19.12.2017

Ein besonders spektakuläres Fundstück des Landesfilmarchivs hat Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Grundei vorgestellt.

Zwei Männer stehen hinter einem Mann, der an einem Schneidetisch für Filme sitzt. Staatssekretär Dr. Grundei (v.l.),  Dr. Hering und Dr. Jachomowski an einem Schneidetisch. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Staatssekretär Dr. Grundei (v.l.), Dr. Hering und Dr. Jachomowski an einem Schneidetisch. © Wissenschaftsministerium

Über die Leinwand flimmern Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Sie stammen aus den Jahren 1935/36. Zu sehen ist das Hochziehen einer Glocke in den hölzernen Glockenturm der Neulandhalle.

Ein spektakulärer Fund

Achtzig Jahre später tauchen diese Aufnahmen bei der Analyse unterschiedlicher Produktionsreste der ehemaligen Firma Nordmark-Film wieder auf. Über diverse Dosen verstreut und eigentlich als kaum aufbewahrenswert eingestuft, stoßen Mitarbeiter des Landesfilmarchivs auf Auffälligkeiten: Während solche Schnittreste zumeist nur aus Doppelungen oder fehlbelichteten Szenen bestehen, identifizieren sie dieses Mal einzelne gut belichtete Negativreste von der Neulandhalle im Dieksanderkoog. In keinem der längst bekannten Nordmark-Filme waren sie bislang enthalten und auch in diesem Filmmaterial sind sie nur in ganz kurzen Bildfolgen mit anderen Themen vermischt. Schnell sind sich die Wissenschaftler einig: Trotz ihrer Kürze sind diese Aufnahmen der Neulandhalle, seinerzeit als NS-Kult- und Versammlungsstätte konzipiert worden war, spektakulär.

Wichtiger Beitrag

Bei der Vorstellung der Fundstücke im Schleswiger Landesfilmarchiv betonte Staatssekretär Dr. Oliver Grundei, wie wichtig die Arbeit dieser Institution sei: "Wir brauchen in Schleswig-Holstein diesen professionellen Umgang mit den vielen regionalen Filmquellen, die ohne eine solche Arbeit verloren wären. Sowohl Wissenschaft als auch Geschichtsdidaktik sind darauf angewiesen."

Mit großer Sorgfalt setzten die Wissenschaftler die kleinteiligen Bildsplitter zusammen. Mithilfe der Randnummerierungen auf den entdeckten Originalnegativen gelang es ihnen, Einzelszenen wieder so herzustellen, dass besonders bei den eindrucksvollen Aufnahmen vom Aufhängen der Glocke ein besonders authentischer vierminütiger "neuer Film" entstanden ist.

Entdecken und Bewahren

Das Landesfilmarchiv ist Teil des Landesarchivs Schleswig-Holstein. Zu seinen Aufgaben gehört es, einmalige und unersetzliche Filmdokumente im Land aufzuspüren. Die Mitarbeiter sorgen dafür, dass diese Dokumente dauerhaft erhalten bleiben und genutzt werden können. Neben der normalen filmarchivischen Arbeit träte aber immer auch die Filmarchäologie und damit das Auffinden, Zuordnen und Erschließen unbekannter und manchmal splitterhafter Filmdokumente, erklärte Prof. Dr. Dr. Rainer Hering, Leiter des Landesarchivs Schleswig-Holstein.Gerade regionale Filmschätze seien oftmals unerkannt, verstreut und in ihrer Erhaltung hochgradig gefährdet.

Der Leiter des Landesfilmarchivs, Dr. Dirk Jachomowski, hob hervor, dass seine Mitarbeiter in den vergangenen Jahren viele solcher Quellen ermittelt, in ihren Entstehungskontext gestellt und vor dem unwiederbringlichen Verlust gerettet habe. Mit seiner Arbeit habe sich das Landesfilmarchiv zu einem Kompetenzzentrum zur Bewahrung des schleswig-holsteinischen Filmerbes entwickelt.