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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Freie Fahrt für die Forschung

Datum 25.10.2017

Die Außenstelle der Kieler Christian-Albrechts-Universität an der Westküste bekommt ein neues Schiff. In Büsum hat Wissenschaftsministerin Karin Prien den Forschungskatamaran "Egidora" getauft.

Verstärkung für die schleswig-holsteinische Küsten- und Meeresforschung: In Büsum hat das neue Forschungsschiff des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste seinen Dienst offiziell angetreten. Bei der Schiffstaufe wünschte Wissenschaftsministerin Karin Prien der "Egidora" allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Moderne Forschungsplattform

Der Katamaran sei eine moderne und leistungsstarke Forschungsplattform, die ganz neue Möglichkeiten für die wissenschaftliche Arbeit biete, sagte Prien. "Die 'Egidora' ist eine Stärkung für den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein - in einem Forschungssektor, in dem hierzulande weltweit beachtete Arbeit geleistet wird." Das neue schwimmende Labor der Büsumer Wissenschaftler besteht aus besonders widerstandsfähigem, glasfaserverstärktem Kunststoff und bietet Platz für bis zu 14 Personen. In Zukunft sollen an Bord auch Studenten verschiedener Fachrichtungen ausgebildet werden.

Mit Landesmitteln gefördert

Die Arbeit der Forscher sei für das Land zwischen den Meeren fundamental, sagte die Ministerin. "Sie haben in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Ergebnisse geliefert." Die "Egidora" werde dabei helfen, den hohen Standard der Meeresforschung im Norden auszubauen, betonte Prien. Das Land hatte die Anschaffung des Schiffs mit rund 450.000 Euro gefördert.

Eine Frau hält eine Schnur in der Hand, an dessen Ende eine Flasche hängt. Scherben bringen Glück: Mit einer Flasche Champagner taufte Wissenschaftsministerin Karin Prien den Katamaran. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Scherben bringen Glück: Mit einer Flasche Champagner taufte Wissenschaftsministerin Karin Prien den Katamaran. © Bildungsministerium

Katamaran ersetzt Stahlschiff

Auf dem 15 Meter langen und 6 Meter breiten Katamaran wollen die Wissenschaftler in Zukunft die deutschen Küstengewässer erforschen. Bislang war dafür das 31 Jahre alte Stahlschiff "Südfall" zum Einsatz gekommen. In den vergangenen Jahren hatte es jedoch immer wieder Probleme mit der umgebauten Jacht gegeben. Erst im Frühjahr war sie mit einem Tiefgang von 1,70 Meter in der Schlei auf Grund gelaufen und musste freigeschleppt werden.

Mit dem neuen Forschungsschiff kann das nun nicht mehr passieren: Die "Egidora" liegt etwa einen halben Meter flacher im Wasser. Ideal, um die sogenannte Zehn-Meter-Linie vor der Nordseeküste zu erkunden. Die wenigsten Schiffe können so nah an die Küste heranfahren. Mithilfe des Katamarans können die Wissenschaftler in Zukunft noch genauere Daten über die Beschaffung des Meeresbodens in dieser Meereszone sammeln.

Einsatzerprobte Messinstrumente

Die "Südfall" soll nun verkauft werden, aber ein Teil von ihr bleibt an der Westküste: Von ihr stammen die Messinstrumente an Bord der "Egidora", etwa Greifer für Bodenproben, hydroakustische Messeinrichtungen sowie mehrere Sonare, mit denen die Forscher den Meeresboden kartografieren können.

Das Tor zum Meer

Das Wort "Egidora" stammt aus dem Lateinischen und ist die älteste schriftliche Erwähnung des Flusses Eider. Abgeleitet vom altnordischen Egidoor bedeutet der Name "Tor zum Meer".