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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© Bildungsministerium SH

"Ein Riesengewinn für die Forschung"

Datum 01.09.2017

Der größte Röntgenlaser der Welt steht in Schleswig-Holstein. Mit einem Festakt in Schenefeld hat er nun seinen Betrieb offiziell aufgenommen.

Menschengruppe Bundesforschungsministerin Wanka (l.) und Wissenschaftsministerin Prien (3.v.l.) bei der Übergabe der symbolischen Nutzerausweise an die Forscher. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Bundesforschungsministerin Wanka (l.) und Wissenschaftsministerin Prien (3.v.l.) bei der Übergabe der symbolischen Nutzerausweise an die Forscher. © Desy

Ab September ist Schenefeld das Mekka für Wissenschaftler aus aller Welt. Denn hier, nur zwölf Meter unter der Erde, befindet sich ein Forschungsprojekt der Superlative: Der European XFEL, der größte Röntgenlaser der Welt. Eine grenzübergreifende Kooperation im Dienste der Wissenschaft. Beim Festakt in Schenefeld überreichten Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Karin Prien und European XFEL-Geschäftsführer Prof. Dr. Robert Feidenhans'l den ersten Forschern symbolisch ihre Nutzerausweise.

Eine wissenschaftliche Revolution

Ein 3,4 Kilometer langer Tunnel verbindet den XFEL in Schenefeld mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg-Bahrenfeld. "Die Eröffnung dieser weltweit einmaligen Anlage ist ein großer Augenblick - für Schleswig-Holstein, für Deutschland und die Mitgliedsländer des European XFEL- Council. Man kann sagen: Für die Wissenschaft weltweit", sagte Wissenschaftsministerin Karin Prien. Der Laser ermögliche wegweisende Spitzenforschung und mache Schenefeld zu einer Drehscheibe für die internationale wissenschaftliche Elite. "Das ist ein Riesengewinn für die Wissenschaftslandschaft im Norden."

Hoffnungen für die Wissenschaft

Mit 1,2 Milliarden Euro ist der European XFEL die teuerste Forschungsanlage Deutschlands. Die Kosten für das Mammutprojekt teilen sich elf Staaten, Deutschland trägt 58 Prozent der Kosten. Der European XFEL erlaubt Einblicke in den Nanokosmos: Mit bis zu 27.000 Röntgenblitzen pro Sekunde, sogenannten Pulsen, schießt der XFEL Fotos und sogar Videos von Molekülen und chemischen Reaktionen.

Forscher erhoffen sich davon neue Erkenntnisse im Bereich der Medizin, Biologie oder Materialwissenschaft. Ein Wissenschaftlerteam der Universität Lübeck um den Biochemiker Professor Dr. Lars Redecke wird den European XFEL als erstes in Aktion erleben. Das Ziel der Forscher: Sie wollen dreidimensionale Aufnahmen von Eiweißmolekülen machen, die bei der Entwicklung von Medikamenten helfen sollen.

Drehscheibe für internationale Spitzenforschung

Ab Mitte September können die Forscher den Beschleuniger nutzen. Das Interesse am XFEL ist groß, Spitzen- und Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt haben sich um Messzeiten beworben. Die Vergabe der "Strahlzeit" – in der Regel etwa ein bis zwei Wochen pro Gruppe und Experiment – erfolgt ausschließlich nach dem Kriterium der wissenschaftlichen Exzellenz der eingereichten Vorschläge. Bis zum Jahresende ist hier schon alles ausgebucht – einschließlich der Nachtschichten.

Weitere Informationen

Hintergründe und Interviews zum European XFEL