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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Schleswig-Holsteinischer Schulpreis „Schule des Jahres 2020 – Demokratiebildung in Schule und Unterricht“

Datum 12.06.2020

geht an die Käte-Lassen-Gemeinschaftsschule in Flensburg – der Sonderpreis des Ministerpräsidenten an die Thomas-Mann-Schule in Lübeck

RENDBURG. Der Preis des Landes „Schule des Jahres“ mit einem Preisgeld von 12.000 Euro ging in diesem Jahr an die Käte-Lassen-Gemeinschaftsschule in Flensburg. Über den zweiten Platz mit einem Preisgeld von 8.000 Euro freute sich das Regionale Berufsbildungszentrum Wirtschaft (RBZ), Kiel; die Lornsenschule in Schleswig erreichte den dritten Platz mit einem Preisgeld von 6.000 Euro. Den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis des Ministerpräsidenten für ein besonders kreatives und zukunftsweisendes Projekt zur Demokratieförderung erhielt die Thomas-Mann-Schule in Lübeck. Überreicht wurden die Urkunden und Preisgelder von Bildungsministerin Karin Prien und Dr. Gesa Ramm, Direktorin des IQSH, in Rendsburg.

Gemeinsam mit dem IQSH, unseren Partnern aus Wissenschaft und von Wirtschaftsverbänden sowie den Landeseltern- und Landeschülervertretungen vergeben wir den Preis Schule des Jahres zum vierten Mal. In diesem Jahr unter außergewöhnlichen Umständen. Ich freue mich daher besonders, dass wir einen Weg gefunden haben, heute (12. Juni) die herausragende Arbeit der zwölf für den Schulpreis nominierten Schulen und der vier für den Sonderpreis nominierten Projekte in einem feierlichen Rahmen zu würdigen“, sagte Bildungsministerin Karin Prien bei der Übergabe der Preisgelder und Urkunden an die Siegerschulen im Hohen Arsenal in Rendsburg. 30 Schulen von allen Schularten hätten sich für den Preis beworben, so viele wie nie zuvor. Das zeige, dass Demokratiebildung ein wichtiges Anliegen der Schulen in Schleswig-Holstein sei. „Der Fokus lag auf einem Thema, das auch mir persönlich sehr am Herzen liegt, und das zum Jahr der politischen Bildung 2019 passt: Schulen sind für mich Keimzellen der demokratischen Gesellschaft. Sie sind die Orte, an denen wir die Bildung des demokratischen Verständnisses fördern können, Orte, an denen Schülerinnen und Schüler ganz konkret demokratische Entscheidungsprozesse erleben und mitgestalten können und somit Orte, an denen sie dazu motiviert werden, sich aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen“, so Prien. „Wir wissen, dass unsere Gesellschaft mehr denn je mündige Bürgerinnen und Bürger benötigt, die sich für die Demokratie einsetzen.“ Der Preis Schule des Jahres belohne Ideen, zeitgemäße Konzepte und schaffe Leitbilder. Sie freue sich daher sehr über die vielen tollen Beispiele aus der schulischen Praxis. Die heute ausgezeichneten Schulen seien Leuchttürme der Bildungslandschaft.

Sie danke allen, die diesen Wettbewerb ermöglicht und organisiert hätten: dem IQSH und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, der Musikhochschule Lübeck, der Muthesius Kunsthochschule, der Europa-Universität Flensburg, dem Bildungs- und Tagungszentrum Tannenfelde, der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, der IHK Schleswig-Holstein, SchuleWirtschaft Schleswig-Holstein und der UVNord. Der Dank gelte auch den Medienpartnern Kieler Nachrichten, den Lübecker Nachrichten und dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, die den Wettbewerb durch die Vorstellung der beteiligten Schulen öffentlichkeitswirksam begleitet haben.

Als Jurymitglied bin ich bei den Schulbesuchen immer wieder von der herausragenden Arbeit und dem Engagement der Lehrkräfte beeindruckt“, sagte Dr. Gesa Ramm, Direktorin des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). In diesem Jahr hätten alle zwölf nominierten Schulen gezeigt und deutlich gemacht, wie wichtig es sei, demokratische Prozesse in den Schulen zu installieren und zu leben. Studien zeigten, dass solch eine demokratische Schulkultur nicht selbstverständlich sei. „Der Schulpreis setzt hier einen wichtigen Akzent. Denn das Einbeziehen der Schülerinnen und Schüler in Entscheidungsprozesse, eine gute Feedback-Kultur, ein offener, respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander, transparente Regeln, das Thematisieren von Konflikten und Problemen – das sind auch Grundlagen eines guten Fachunterrichts.“ Sie wünsche sich, dass viele weitere Schulen von den Ideen der Preisträgerschulen profitieren. „Wir werden daher alle Preisträgerschule in unseren digitalen Zukunftskompass.SH mit einer eigenen Kategorie aufnehmen.

Hintergrundinformationen

Am Wettbewerb teilnehmen können Schulen aller Schularten. 30 Schulen hatten sich 2019 schriftlich um die Auszeichnung beworben. Folgende zwölf Schulen wurden in einer Sitzung der Jury im Januar 2020 nominiert und von Mitgliedern der Jury im Februar/März 2020 besucht. Die Jury setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Partner sowie aus Landeseltern- und Schülervertretern zusammen.

Nominierte Schulen für den Schulpreis

Käte-Lassen-Schule (Gemeinschaftsschule, Flensburg); Fridtjof-Nansen-Schule (Flensburg); RBZ Wirtschaft Kiel (Kiel); Grundschule Lütau (Lauenburg); Thomas-Mann-Schule (Lübeck); Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung, (Lübeck); Lise-Meitner-Gymnasium, Norderstedt (Pinneberg); Grundschule Dänischenhagen (Rendsburg-Eckernförde); Gymnasium Stiftung Louisenlund, Güby (Rensburg-Eckernförde); Gorch-Fock-Schule, Kappeln (Schleswig-Flensburg); Lornsenschule, Schleswig (Schleswig-Flensburg); Steinburg-Schule, Itzehoe (Steinburg)

Für den Sonderpreis des Ministerpräsidenten nominierte die Jury vier Projekte: Thomas-Mann-Schule-Lübeck, Kreis Schleswig-Flensburg, Lise-Meitner-Gymnasium Norderstedt, Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule mit Oberstufe Büchen.

Die drei Preisträgerschulen und der Sonderpreis – aus der Begründung der Jury

  1. Käte-Lassen-Schule (Gemeinschaftsschule), Flensburg
    Schon bei den ersten Kontakten mit den Menschen im Schulhaus ist es zu spüren: Wer hier lernt und arbeitet, ist gern und begeistert dabei, strahlt Freude und Selbstvertrauen aus, heißt Neues neugierig willkommen.“ So lauteten die ersten Worte der Jury nach ihrem Schulbesuch.
    Die Schule zeichnet sich darüber hinaus durch ein klares Konzept zum Verständnis von Demokratie aus, neue Ideen sind stets willkommen. Die vorbildliche Kommunikation zwischen Lehrkräften, Schüler- und Elternschaft gewährleistet, dass getroffene Entscheidungen von allen Beteiligten getragen werden und die beschlossenen Projekte mit Begeisterung weiterentwickelt werden.
    Die Schule ermöglicht durch eine Vielzahl von Angeboten und geeigneten Strukturen, überfachliche Kompetenzen zu entwickeln und die jungen Persönlichkeiten zu stärken. Ein herausragendes Beispiel ist die Herausforderung in Jahrgang 8, bei der die Schülerinnen und Schüler ein einwöchiges Vorhaben selbstständig planen, beantragen, durchführen und präsentieren.
    Ein umfangreiches und ausgeklügeltes Konzept zum Feedback sorgt dafür, dass bei der Qualitätsentwicklung nichts dem Zufall überlassen bleibt. Neben der engmaschigen individuellen Leistungsrückmeldung für Schülerinnen und Schüler und der Rückmeldung für Führungskräfte sehen auch die Lehrkräfte im Feedback durch ihre Schülerinnen und Schüler ein optimales Instrument zur Weiterentwicklung ihres Unterrichts.
  2. RBZ Wirtschaft, Kiel
    Die Schule hat eine beeindruckende Gesamtstruktur geschaffen, in der Demokratiebildung einen wichtigen Schwerpunkt darstellt. Die Demokratiebildung ruht auf drei Säulen. Die erste Säule enthält die Vermittlung historisch-politischer Kenntnisse im Unterricht, die zweite vielfältige Angebote zur Vertiefung und Reflexion dieser Kenntnisse und die dritte Beteiligungsmöglichkeiten innerhalb der Schule.
    Über den Unterricht hinaus finden regelmäßige Vortragsveranstaltungen statt, in denen Experten und Zeitzeugen aus Wissenschaft, Politik und Kultur über ihre Erfahrungen berichten und mit den Schülerinnen und Schülern über gesellschaftlich relevante Themen ins Gespräch kommen.
    Seit 2016 führt das RBZ Wirtschaft als erste Schule in Schleswig-Holstein jährlich in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung den „Demokratietag“ durch, auf dem 400 Schülerinnen und Schüler in 25 Workshops mit externen Experten arbeiten.
    Das RBZ ist an zahlreichen weiteren Wettbewerben und Projekten erfolgreich beteiligt, aktuell sei die Landesausstellung „KZ überlebt“ im Landtag genannt, deren Rahmenprogramm überwiegend von Schülerinnen und Schülern des RBZ gestaltet wird.
    An der Schule herrscht eine ausgeprägte Feedbackkultur. In einer Kultur von Offenheit, Respekt und Wertschätzung können sich die Schülerinnen und Schüler als Partner erleben, dessen Meinung gehört und berücksichtigt wird, der aber auch Verantwortung für das Gelingen schulischer Arbeit und schulischen Zusammenlebens trägt.
  3. Lornsenschule (Gymnasium), Schleswig
    Die Lornsenschule verfügt über eine gelungene Schulkultur, in der Werte des Zusammenlebens wie Höflichkeit, Gesprächskultur, Verlässlichkeit und Empathie gelebt und vermittelt werden. Von allen Beteiligten wird der gute Umgangston in der Schule gelobt und als Form der Zusammenarbeit verstanden. Der sogenannte „Lornsen-Spirit“ stellt auch die Basis für ein hohes Engagement der Elternschaft dar.
    Das Vorhaben Demokratiebildung lässt sich als ein längerfristiges, zielorientiertes Vorhaben beschreiben. Durch eine Vielzahl sehr erfolgreicher Projekte haben die Schülerinnen und Schüler herausragende Einblicke in politische Abstimmungsprozesse, Programme von Parteien und politische Meinungsbildung erhalten, wie zum Beispiel durch ein „speed-dating“ mit Vertretern aller politischen Parteien oder die Besuche durch den Ministerpräsidenten und den Bürgermeister Schleswigs. Manche Ideen der Schülerinnen und Schüler münden in konkrete Projekte, wie zum Beispiel die Beteiligung an der Initiative „Schule ohne Rassismus“ oder der Bau einer Unterkunft für Obdachlose.
    Es gibt einen regen Austausch mit externen Partnern, wie zum Beispiel Nachbarschulen, dem Scheersberg, der Nord-Ostsee-Sparkasse und anderen Beteiligten. Aufgrund der Lage in einer strukturschwachen Region werden die Partnerschaften vor Ort intensiv gepflegt und überregionale Partnerschaften ausgebaut.
  4. Sonderpreis des Ministerpräsidenten
    Gewinnerprojekt der Thomas-Mann-Schule: „MUNOL“
    An dem seit 1997 bestehenden Projekt „MUNOL – Model United Nations of Lübeck“ nehmen jährlich über 400 Jugendliche an der Thomas-Mann-Schule teil. Sie stammen aus über zehn Ländern, unter anderem Taiwan, Italien, Türkei, Schweden, Dänemark und Niederlande. Es handelt sich um ein weltweites Projekt, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einer sechstägigen Konferenz einen zugewiesenen UN-Mitgliedsstaat repräsentieren und seine Interessen zu weltweit aktuellen politischen Themen vertreten. Dazu werden in simulierten Komitees wie der UN-Generalversammlung oder dem Ausschuss für Fragen der Menschenrechte Resolutionen entworfen und debattiert. Gesprochen wird ausschließlich Englisch.
    Für die jährliche Ausrichtung der Konferenz an der Thomas-Mann-Schule engagiert sich ein Team aus Schülerinnen und Schülern etwa ein Jahr lang. Alle zwei Wochen trifft sich darüber hinaus der „Debating Club“, der auf die Debatten vorbereitet.
    Die Thomas-Mann-Schule nimmt jährlich an zwei Auslandskonferenzen teil: Ende Januar in Den Haag mit zehn bis 15 Schülerinnen und Schülern an der weltweit größten Konferenz und im Frühjahr mit 17 Schülerinnen und Schülern in Rom. 2015 wurden die MUNOL-Schülerinnen und -Schüler im Rahmen des G7-Treffens der Außenminister in Lübeck zu einer Diskussion mit Außenminister Steinmeier und der EU-Außenbeauftragten Mogherini eingeladen und bei der Eröffnung des Hansemuseums konnte eine MUNOL-Gruppe mit der Bundeskanzlerin diskutieren.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Beate Hinse | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur | Brunswiker Straße 16-22, 24105 Kiel | Telefon 0431 988-5805 | Telefax 0431  988-5903 | E-Mail: pressestelle@bimi.landsh.de  | Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.schleswig-holstein.de und

Petra Haars | Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein | Schreberweg 5, 24119 Kronshagen | Telefon 0431 5403-103 | Telefax 0431 5403-9886230-103 | E-Mail: pressestelle@iqsh.landsh.de | www.iqsh.schleswig-holstein.de I https://twitter.com/_IQSH I Medien-Informationen des IQSH finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.iqsh.schleswig-holstein.de | Das IQSH ist eine Einrichtung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft  und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (MBWK)

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