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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Mathematik, Begabtenförderung, Freude an den Naturwissenschaften„Wir müssen junge Menschen begeistern“, sagt Ministerin Prien und zitiert Heraklit: „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen“

Datum 20.06.2019

KIEL. „Wir müssen junge Menschen begeistern - manchmal gerät das bei den Diskussionen über die letzte Kommastelle bei Noten oder den Schwierigkeitsgrad von Mathematikaufgaben verloren“, sagte heute (19. Juni) Bildungsministerin Karin Prien im Landtag. Es freue sie daher besonders, dass in Schleswig-Holstein aktuell nicht über die Anhebung der Mathe-Abitur-Noten gesprochen werden müsse, „denn unsere Schülerinnen und Schüler sind mit dem Mathe-Abi gut zurechtgekommen: Die Ergebnisse liegen im Schnitt der letzten drei Jahre“. Nach bisheriger Übersicht gelte das auch für die Mathe-Ergebnissen des ersten und mittleren allgemeinen Schulabschlusses (ESA und MSA); beim ESA Mathematik zeichne sich sogar eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorjahr ab.

 

„Das sind gute Nachrichten, aber kein Grund, sich auszuruhen“, sagte die Ministerin und stellte dem Landtag den Bericht zur qualitativen Weiterentwicklung des Matheunterrichts vor. „Wir wollen junge Menschen für Mathematik begeistern“, betonte Prien. Schon in den Grundschulen stehe daher im Mittelpunkt, nicht allein Rechenfertigkeiten zu trainieren, sondern ein echtes Verständnis  für mathematische Zusammenhänge zu fördern. Die Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte - insbesondere auch für fachfremd unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer - seien entsprechend ausgerichtet. Zudem kämen auch in den Grundschulen digitale Medien verstärkt zum Einsatz. „Mathematikunterricht in Schleswig-Holstein soll und kann Spaß machen! Wir arbeiten weiter daran, dass die Schülerinnen und Schüler nicht mit Angst, sondern mit Begeisterung an dieses Fach gehen“, sagte Bildungsministerin Prien.

 

Dass der in Schleswig-Holstein eingeschlagene Weg Früchte trage, sei offenkundig; Schleswig-Holstein stünde in vielen Bereichen besser da als Hamburger Schülerinnen und Schüler, so dass der in der Hansestadt jüngst vorgestellte Bericht „Wissenschaftliche Begleitung des Mathematikunterrichts in Hamburg“ für Schleswig-Holstein keine neuen Impulse ausgelöst habe: „Hier ist das dort Geforderte bereits Realität“, sagte Prien und hob beispielhaft hervor:

  • Sowohl die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen als auch die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler liegen in Schleswig-Holstein mit ihren Leistungen knapp über dem nationalen Mittelwert.
  • Die Gymnasien erreichen genau den nationalen Mittelwert.
  • Der Anteil der Risikoschülerinnen und -schüler liegt sowohl im Primar- als auch im Sekundarstufe-I-Bereich unter dem bundesweiten Durchschnitt.
  • Einen wichtigen Beitrag hat hierzu das Programm „Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark und Mathe macht stark“ geleistet, dass es in Schleswig- Holstein seit 14 Jahren gibt.
  • Die Weiterentwicklung der Lehrpläne zu modernen, an den bundesweiten Bildungsstandards ausgerichteten Fachanforderungen ist abgeschlossen.
  • Gymnasien und Gemeinschaftsschulen haben auf Basis der modernen Fachanforderungen längst schulinterne Fachcurricula entwickelt, an den Grundschulen hat dieser Prozess im Sommer 2018 begonnen.
  • Die von der Expertenkommission empfohlene stärkere Leistungsorientierung mit regelmäßigen Klassenarbeiten ist seit langem die Regel.
  • Die Begabtenförderung im Fach Mathematik ist gut aufgestellt. Schleswig-holsteinische Schülerinnen und Schüler gehören regelmäßig zu den Gewinnern der Bundesrunde der großen Mathematikwettbewerbe: 25 Preise in den vergangenen fünf Jahren.

 

Dennoch gebe es auch in Schleswig-Holstein Handlungsbedarf, sagte die Ministerin. So werde der Mathematikunterricht an Grundschulen und Gymnasien im Zuge der G9-Umstellung ausgeweitet, im Rahmen der Oberstufenreform gebe es eine Erhöhung des wöchentlichen Mathematikunterrichts auf erhöhtem Anforderungsniveau von 4 auf 5 Stunden in der Qualifikationsphase, und im Sommer werde erstmals eine Weiterbildungsmaßnahme Mathematik für fachfremd unterrichtende Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen angeboten. Zudem könne an der Flensburger Europa-Universität das Fach Mathematik künftig auch wieder auf Sekundarstufe-I-Niveau studiert werden.

 

Prien hob außerdem hervor, dass die Landesregierung viele Maßnahmen ergriffen habe, das Interesse für die MINT-Fächer zu wecken und allen Kindern und Jugendlichen eine fundierte naturwissenschaftlich-technische Grundbildung zu verschaffen. Ein Bericht des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) zeige,  dass sich die MINT-Förderung in Schleswig-Holstein auf einem guten Weg befinde, die Anstrengungen in diesem Bereich in den kommenden Jahren aber kontinuierlich fortgesetzt werden müssten.  

 

„Guter Unterricht macht Spaß - und Spaß an einer Sache führt zu höheren Leistungen“, sagte Ministerin Prien zum Thema Begabtenförderung. Das frühzeitige Erkennen von Potenzialen und die Förderung der individuellen Begabungen aller Kinder und Jugendlichen stünden - unabhängig von der Schulform - im Fokus der schleswig-holsteinischen Begabtenförderung. Dabei setze sie im Kern auf gezielte Maßnahmen, nicht auf das Gießkannenprinzip: „Wir müssen bei jeder Maßnahme prüfen, für welche Zielgruppe sie am besten geeignet ist.“ Auch eine individuelle Lernzeitverkürzung bis zum Abitur um ein Jahr sei für besonders leistungsfähige und motivierte Schülerinnen und Schüler der Gymnasien sinnvoll; diese Schülerinnen und Schüler sollten durch Mentoren an den Schulen begleitet werden. Alle anderen Maßnahmen der Begabtenförderung in Schleswig-Holstein seien explizit auf alle Schularten ausgerichtet.

 

Bildungsministerin Prien erinnerte an das Heraklit-Zitat „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen“, sagte sie im Landtag, in Schleswig-Holstein werde dieser Gedanke sehr ernst genommen: „In allen Schulformen, allen Altersgruppen und allen Fächern gilt das. Die Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler und auch die der Lehrkräfte, zeigen, dass wir dabei auf dem richtigen Weg sind.“

 

 

 

 

 

 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Thomas Schunck | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur | Brunswiker Str. 16-22, 24105 Kiel | Telefon 0431  988-5805 | Telefax 0431  988- 5903 | E-Mail: pressestelle@bimi.landsh.de  |

 

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