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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Bildungsministerin Prien stellt dem Bildungsausschuss fünf Kernpunkte für die Lehrkräftegewinnung vor: "Wir schaffen Lösungen, die dauerhaft wirken"

Datum 24.05.2018

KIEL. Bildungsministerin Karin Prien hat dem Bildungsausschuss heute (24. Mai) fünf Kernpunkte zur Lehrkräftegewinnung vorgestellt, die das Ministerium unter Einbindung der beiden Universitäten für Lehrkräfteausbildung und des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH) in den vergangenen Monaten erarbeitet hat: Stärkung der aktiven Lehrkräfte, Stärkung der Ausbildung angehender Lehrkräfte, des Quer-, Seiten- und Direkteinstiegs, des Kontaktes mit dem Lehrerberuf sowie die Stärkung der gesellschaftlichen Anerkennung von Lehrkräften. 

"Noch können wir in Schleswig-Holstein Lehrkräftestellen zwar ordentlich besetzen, wir haben aber zunehmende Bedarfe in einzelnen Regionen, in den MINT-Fächern, in Sport, Musik und Kunst und an Lehrkräften für Grundschulen und Förderzentren. Wegen steigender Schülerzahlen und steigender Bedarfe brauchen wir Lösungen, die dauerhaft wirken", erläuterte die Ministerin. Prien sagte, sie habe das Thema Lehrkräftegewinnung sofort nach Amtsübernahme ganz oben auf die Agenda gesetzt, "weil die Vorgängerregierung dem Thema keine Priorität eingeräumt hat"

Die Bildungsministerin hob hervor, beim Thema Lehrkräftegewinnung gebe es nicht den einen entscheidenden Hebel. Man müsse an vielen Stellschrauben drehen, sie justieren und Hochschulen, kommunale Spitzenverbände, IQSH und andere einbinden. "An einer wichtigen Stellschraube hat die Landesregierung schon kräftig gedreht: Wir geben nicht nur mehr für Stellen aus, sondern wir geben auch für die Lehrkräfte selbst mehr Geld aus. Bis zum Jahr 2023 werden es insgesamt mehr als 67 Millionen Euro  sein", sagte Prien. Sie nannte als Beispiele die Anhebung der Besoldung der Schulleitungen sowie die Anhebung der Besoldung für Grundschullehrkräfte mit 57,4 Millionen Euro, 5,8 Millionen Euro für die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, 1,4 Millionen Euro für die Wiedereinführung der Jubiläumszulage und 2,5 Millionen Euro für 75 zusätzliche Plätze im Vorbereitungsdienst (Schuljahr 2018/19).

Die fünf Kernpunkte zur Lehrkräftegewinnung im Einzelnen: 

1.  Stärkung der aktiven Lehrkräfte

("Lehrkräfte sind einfach unersetzlich")

  • Bessere Bezahlung von Grundschulleitungen ab August 2019 und von Grundschullehrkräften ab August 2020, Wiedereinführung Jubiläumszulage
  • Unterstützung von Lehrkräften, die sich um Quer-, Seiten- und Direkteinsteigende kümmern; sie werden dafür um zwei Stunden Unterricht pro Woche entlastet
  • Zuschläge für Lehrkräfte, die den Eintritt in den Ruhestand hinausschieben
  • Erleichterung des Einsatzes von Seniorexpertinnen und Seniorexperten durch Erhöhung der Zuverdienstmöglichkeiten im Ruhestand
  • Stärkung der Unterstützung bei Wiedereingliederung
  • Flexibilisierung von Einstellungsmöglichkeiten: Bewerber/innen können sich auch jenseits der Haupteinstellungsdaten 1.2. und 1.8. bewerben
  • Geplant sind zudem ein besseres Gesundheitsmanagement für Lehrkräfte und die Unterstützung von Schulen mit besonderen Herausforderungen nach bestimmten Kriterien (Bildungsbonus) mit mehr Stellen, Unterstützung der Kollegien durch Assistenzen, Moderation und/oder Weiterbildung

     

2. Stärkung der Ausbildung angehender Lehrkräfte

("Wir bilden gut aus")

  • Die Studienplätze für Sonderpädagogik wurden seit 2016/17 von 120 auf 160 an der Flensburger Universität erhöht
  • Erhöhung der Plätze im Vorbereitungsdienst 2018 und 2019 jeweils um 75 Plätze
  • In einem Projekt von IPN und Kieler Universität sollen Lehrpersonen mit Abschlüssen aus anderen Ländern weitergebildet werden
  • Die Einführung des „Satellitenmodells“ an der Europa-Universität Flensburg (EUF) wird erweitert: Absolventen der FH Kiel und Lübeck können damit aus technischen Studiengängen in den Lehramtsstudiengang der EUF wechseln
  • Projekt zur Verringerung der Abbruchquoten in den MINT-Fächern an der CAU
  • Geplant sind zudem ein Konzept zur Verbesserung von Studierfähigkeit und Studienerfolg, die Verzahnung von Master und Vorbereitungsdienst in technischen Fächern an der Flensburger Universität, Mathematik soll in Flensburg auf Sekundarstufe-I- und Sekundarstufe-II-Niveau studiert werden. Die Einrichtung einer weiteren Professur für Sonderpädagogik in Flensburg ist geplant

 

3. Stärkung des Quer-, Seiten- und Direkteinstiegs

("Wir erweitern Zugänge und schließen Lücken")

  • Der Quer- und Seiteneinstieg wird - nach den Berufsbildenden Schulen und für das Lehramt in Sonderpädagogik - auch für Grundschulen und die Sekundarstufe I bei entsprechender Bewerbungslage ermöglicht
  • Der Schulartwechsel im Vorbereitungsdienst wird - wenn nicht genug reguläre Bewerbungen vorliegen - ermöglicht
  • Der Einstieg für Lehrkräfte mit ausländischer Lehramtsqualifikation - in der Regel Ein-Fach-Ausbildungen - soll mit einer Zusatzqualifizierung ermöglicht werden
  • Systematisierter Wechsel in ein anderes Lehramt; nach fünf Jahren in der „studierten“ Schulart ist der Wechsel in eine andere Schulart möglich
  • Der Aufbau von Weiterbildungsstudiengängen zur berufsbegleitenden Qualifizierung wird geprüft
  • Geplant sind zudem Verbesserungen des Direkteinstiegs an berufsbildenden Schulen für Fachhochschulabsolventen und die Prüfung des Direkteinstiegs auch für andere Schularten

     

4. Stärkung der Begegnungen mit dem Lehrerberuf

("Wir bieten neue Erfahrungen")

  • Das Freiwillige Soziale Jahr an Schulen (FSJ Schule) wird fortgeführt, um früh Freude am Lehrerberuf zu fördern
  • "Teach First" soll an berufsbildenden Schulen genutzt werden; herausragende Absolventen/innen aller Studienrichtungen gehen als „Fellows“ an Schulen mit besonderen Herausforderungen
  • Geplant sind zudem Aufbau und Einsatz von Post-Docs als „Teaching Assistants“ in naturwissenschaftlichen Fächern; so kann man nach einer Promotion und mit dem Wunsch, in der Schule zu arbeiten, Lehrkräften assistieren
  • Aufbau eines Schulnetzwerks für Schülerinnen und Schüler an Oberstufen zur Unterrichts-Assistenz in MINT-Fächern an Grundschulen
  • Öffnung des Wirtschaftspraktikums in der Oberstufe für Bildungsverwaltung  und Schulen
  • Schaffung von Hospitationsplätzen an berufsbildenden Schulen

     

5. Stärkung der Kommunikation

("Wir werben für den Lehrerberuf")

  • Ausbau der Präsenz auf Jobmessen und Informationsveranstaltungen
  • Aufbau eines kontinuierlichen Informations- und Beratungsangebotes vor allem an den Übergängen, zum Beispiel von der Schule in die Uni, von der Uni in den Vorbereitungsdienst und vom Vorbereitungsdienst in Schuldienst
  • Weiterentwicklung und Verbreitung der Video-Clips „Lehrkräfte an BBS“
  • Bessere Präsenz in der Nachwuchsinitiative des Landes
  • Mehr öffentliche Wertschätzung des Lehrerberufs; zum Beispiel öffentliche Verabschiedungen von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst mit Auszeichnungen für die Jahrgangsbesten
  • Geplant sind zudem die Erweiterung der Berufsorientierung an Oberstufen („Traumberuf Lehrer“), die Entwicklung einer Werbemaßnahme „MINT extra stark“ und die Verbesserung der für den Lehrerberuf werbenden Kommunikation während des Vorbereitungsdienstes.

 

"Wir gehen vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen und gestiegener Anforderungen davon aus, dass der Bedarf an Lehrkräften höher sein wird, als wir ihn heute decken können", sagte Bildungsministerin Prien. Das Ministerium habe mit diesen Kernpunkten alle Bereiche genannt, die man im Auge haben und weiterentwickeln müsse. "Mit diesem Bericht sind wir nicht am Ende - es ist ein Zwischenbericht. Wir machen an diesen Punkten engagiert weiter", betonte die Ministerin. Eine Lehrkräftebedarfs-Analyse ergänze die Lehrkräftegewinnung. Der Auftrag für eine Machbarkeitsstudie sei bereits erteilt, im Spätsommer rechne sie mit ersten Ergebnissen, sagte die Bildungsministerin.  

 

 

 

 

 

 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Thomas Schunck | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur | Brunswiker Str. 16-22, 24105 Kiel | Telefon 0431  988-5805 | Telefax 0431  988- 5903 | E-Mail: pressestelle@bimi.landsh.de  | Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.schleswig-holstein.de

 

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