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Ministerium für Justiz, Europa und Verbraucherschutz

Porträt
Claus Christian Claussen

Minister für Justiz, Europa und Verbraucherschutz

© M. Staudt/grafikfoto.de

Erinnerung an die Opfer

Datum 24.02.2020

Bei Westerland auf Sylt hat Justizministerin Dr. Sütterlin-Waack eine Gedenktafel für die Opfer der Wehrmachtsjustiz auf der Nordseeinsel enthüllt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus mussten sich rund 1,5 Millionen Soldaten der Wehrmacht vor einem NS-Kriegsgericht verantworten. Etwa 30.000 Verfahren endeten mit dem Todesurteil. Die Soldaten wurden für die verschiedensten Dinge von den Gerichten verurteilt: Es ging um politische Delikte, aber auch um Kriegsdienstverweigerung und Fahnenflucht. Die Verfahren der NS-Militärjustiz erfüllten anfangs noch formal die rechtsstaatlichen Anforderungen eines ordentlichen Gerichtes. Ab 1939 wurden Rechtsmittel für die Angeklagten, wie das Recht auf einen Verteidiger oder die Überprüfung des Urteils durch ein anderes Gericht, aber abgeschafft.

Gedenken und Erinnern

Auch auf der Nordseeinsel Sylt wurden in den letzten Monaten des zweiten Weltkrieges an mehreren Orten Wehrmachtsangehörige hingerichtet. "Junge Soldaten wurden wegen Fahnenflucht oder vermeintlicher Wehrkraftzersetzung mit dem Tode bestraft. Hier auf Sylt, aber auch anderswo in Schleswig-Holstein, etwa in Flensburg oder in der Geltinger Bucht. Dies geschah kurz vor und auch noch in den ersten Tagen nach Kriegsende. Angeordnet von einer Militärjustiz, die kein Ende kannte", sagte Justizministerin Dr. Sütterlin-Waack bei der Enthüllung einer Gedenktafel für die Opfer der Wehrmachtsjustiz.

Mit der Tafel solle die Erinnerung an die Opfer und ihr Andenken in Ehren gehalten werden. "Und wir nehmen uns darüber hinaus eines speziellen Kapitels im dunklen Teil unserer Landesgeschichte an, dem schon in früheren Jahren die gebührende Aufmerksamkeit hätte zukommen müssen", betonte Sütterlin-Waack.

Wissen um NS-Zeit bewahren

In ihrer Rede ging die Ministerin auch auf die Entwicklung nach Kriegsende ein: "In den ersten Jahrzehnten nach 1945 tat sich der Großteil der deutschen Nachkriegsgesellschaft schwer mit diesem besonderen Thema der NS-Schreckensherrschaft." Eine Rehabilitierung der Opfer oder die öffentliche Erinnerung an diese Soldaten schien vielen Deutschen nicht opportun – man wollte seine Ruhe, man wollte kein Aufsehen. Der Landesregierung sowie der Ministerin sei es ein wichtiges Anliegen, das Wissen um die Geschehnisse der NS-Zeit in der Region sowie deren Folgen für die Jahrzehnte danach zu bewahren. "Nur so können wir uns als Gesellschaft unserer selbst sicher sein“, sagte Sütterlin-Waack.

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