Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

© M. Staudt/grafikfoto.de

Bessere Hilfe für Opfer

Datum 25.01.2019

Gleichstellungsministerin Dr. Sütterlin-Waack hat auf einer Fachtagung zum Thema "Häusliche Gewalt" mehr Prävention gefordert.

Laut Bundesfamilienministerium hat mindestens jede vierte Frau in Deutschland schon einmal Gewalt in den eigenen vier Wänden erfahren. Die Täter stammen in der Regel aus dem näheren, persönlichen Umfeld.

Schleswig-Holstein unterstützt von häuslicher Gewalt betroffene Frauen – zum Beispiel durch die Förderung von Frauenhäusern oder die Aktion "Gewalt kommt nicht in die Tüte". Auf einer Fachtagung der Türkischen Gemeinde zum Thema "Häusliche Gewalt" forderte Gleichstellungsministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack nun, noch stärker als bislang die Ursachen von häuslicher Gewalt zu bekämpfen.

Bewusstseinswandel notwendig

"Wir müssen nicht nur stärker auf Prävention setzen. Wir brauchen auch einen Bewusstseinswandel um die Ursachen struktureller Gewalt zu beseitigen", sagte die Ministerin. Bisherige Hilfsangebote würden sich fast ausschließlich auf die Folgen der Gewalt konzentrieren. Die Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen vor Gewalt fordere jedoch, auch die Verhütung von Gewalt zu verbessern. Hierzu sei es ebenso wichtig, in der breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein für die unterschiedlichen Formen von Gewalt zu verankern.

Überholte Rollenmuster auflösen

Hierarchische Verhältnisse, Ungleichbehandlung, Unterordnung und vermeintliche Überlegenheit seien der Nährboden von Gewalt, betonte Sütterlin-Waack. Mit überholten Rollenmustern von starken Männern und schwachen Frauen werde versucht, Gewalt zu rechtfertigen. "Ich sage ganz eindeutig: Niemand hat das Recht, Gewalt gegen eine Frau auszuüben, auch nicht unter Berufung auf religiöse Überzeugungen, Traditionen oder die Ehre", stellte sie klar.

"Gleichberechtigung ist Prävention"

Ziel müsse in Zukunft sein, auf überholte Rollenbilder aufmerksam machen und unterschwelligen Sexismus aufzuzeigen. So lange sich diese Bilder nicht auflösten, werde man Gewalt kaum verhindern können. "Wir wollen echte Gleichberechtigung. Denn Gleichberechtigung ist Prävention", erklärte Sütterlin-Waack abschließend.

Informationen zu Hilfsangeboten für Frauen in Schleswig-Holstein