Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

© M. Staudt/grafikfoto.de

Ein weiter Weg

Datum 23.01.2019

100 Jahre Frauenwahlrecht: Gleichstellungsministerin Sütterlin-Waack hat mit einer Festveranstaltung an die Einführung erinnert.

Die deutsche Sozialdemokratin Marie Juchacz schrieb am 19. Februar 1919 Geschichte. Mit ihrer Rede vor der Weimarer Nationalversammlung markierte sie ein Novum: "Es ist das erste Mal, dass in Deutschland die Frau als Freie und Gleiche im Parlament zum Volke sprechen kann […]. Was diese Regierung getan hat, war eine Selbstverständlichkeit: Sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist", stellte Juchacz fest. Erst kurz zuvor war in der jungen deutschen Republik das Frauenwahlrecht eingeführt worden.

"Sternstunde der deutschen Demokratie"

Zur Feier dieses 100-jährigen Jubiläums hat Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack zu einer Festveranstaltung ins Landeshaus geladen. Als Festrednerin war auch die frühere Bundestagspräsidentin und Bundesfrauenministerin Rita Süssmuth zu Gast.

"Das Frauenwahlrecht haben wir vielen mutigen und entschlossenen Frauen zu verdanken", sagte Sütterlin-Waack. Sie hätten sich vernetzt, gegenseitig unterstützt und Widerstände überwunden. Ihr mühseliger Kampf sei kräftezehrend, aber erfolgreich gewesen. "Der 19. Januar 1919 ist eine Sternstunde in der Geschichte der deutschen Demokratie!", betonte sie.

Weitere Schritte nötig

Trotz der großen Errungenschaft des Frauenwahlrechts bleibt in der Gleichstellungspolitik noch viel zu tun. Ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in den Parlamenten sei zwar immer noch ein Ziel, aber nicht die Realität, sagte Sütterlin-Waack. "Zu Recht wird aktuell diskutiert, wie man diesem Ziel am besten näher kommen kann." Sie selbst bevorzuge eine Lösung, bei der den Wählerinnen und Wählern die Entscheidung überlassen wird.

Zum Beispiel in Form einer "Tandem-Lösung", wonach alle Parteien pro Wahlkreis jeweils eine Frau und einen Mann anbieten müssten. "Bei diesen geschlechtsverschiedenen Doppelkandidaturen könnten die Wählerinnen und Wähler dann eine Stimme mit Präferenz abgeben", sagte die Ministerin.

Erste tatsächlich freie Wahl

Am 19. Januar 1919 fand die erste und tatsächlich freie und allgemeine Wahl zur Deutschen Nationalversammlung statt. Frauen nahmen daran sowohl als Wählerinnen, als auch als Gewählte teil. Mehr als 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen gaben ihre Stimme ab. Es kandidierten 300 Frauen. Von den insgesamt 423 Abgeordneten zogen 37 Frauen in die Nationalversammlung ein.