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Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

Justizministerium

Justizgebäude am Kleinen Kiel und seine Geschichte

Datum 21.08.2019

Die Geschichte des Gebäudes des Justizministeriums am Kleinen Kiel zum Nachlesen.

Justizgebäude am Kleinen Kiel Justizgebäude am Kleinen Kiel (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) MJEVG

In diesem Jahr fand am 5. Juni 2019 in Lübeck-Travemünde die Frühjahrskonferenz der Justizministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren (JuMiKo) statt. Das schleswig-holsteinische Justizministerium war der Veranstalter dieser - unter jährlich wechselndem Vorsitz eines Bundeslandes stattfindenden - Konferenz.

Die JuMiKo ist ein wichtiges Forum für neue Ideen und Innovationen auf dem Gebiet der Rechtspolitik und dient der Koordination und Abstimmung der justiz- und rechtspolitischen Vorhaben der Länder. Weitere Informationen über die JuMiKo finden Sie hier: Die Justizministerkonferenz

Um interessierten Teilnehmern der Konferenz ein wenig die Entstehungsgeschichte des Justizministeriums näher bringen zu können, wurden Flyer mit dem Titel „125 Jahre Justiz am Kleinen Kiel“ ausgelegt, 125 Jahre Justiz am Kleinen Kiel.

Außerdem stand ein Modellnachbau des Justizministeriums allen Beteiligten zur Ansicht zur Verfügung.

Modellnachbau des Justizgebäudes begeistert die Ministerin

Ganz besonders glücklich ist die Ministerin über den Modellnachbau, der das heutige Gebäude des Justizministeriums zeigt und vom Verein Maritimes Viertel - Kultur am Kiel-Kanal e. V. noch für einige Tage im Lorentzendamm zur Ansicht zur Verfügung gestellt wird. Denn dieses im Detail nachgebaute Modell kann auch noch in Jahrzehnten der nächsten Generation zur Verfügung gestellt werden.

Zur Geschichte des Modellbaus

Etwa 20 Langzeitarbeitslose bauten seit 2010 auf dem Gelände des Seefischmarktes die Altstadt nach. Als Material verwendeten sie Papier, Pappe, Karton sowie Holz und orientierten sich am Maßstab H0. Ideengeber und Projektleiter war der Modellbauer Jürgen Kuntze. Die Gruppe war begeistert und sehr engagiert. „Als Vorlagen nahmen sie sich alte Fotos, Postkarten und Baupläne“, erklärte Peter Mattsson vom Maritimen Viertel an der Arkonastraße 1 in der Wik. Doch nach drei Jahren wurde das Projekt, das vom Jobcenter zusammen mit der inab Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft initiiert wurde, eingestellt – zur großen Enttäuschung der Beteiligten. „Wir haben sofort erkannt, dass dringend ein Raum für dieses einmalige Projekt benötigt wird und diesen hier zur Verfügung gestellt“, sagte Mattsson. Seit 2013 steht nun das unvollendete Modell in einem Raum im Maritimen Viertel.

Die Entstehungsgeschichte des Justiz-Gebäudes

Die Geschichte des Gebäudes des heutigen Justizministeriums am Kleinen Kiel ist eng mit der schleswig-holsteinischen Justiz verknüpft. Sie beginnt eigentlich schon 1877 mit der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes.

Im Zuge dieser neuen Gerichtsorganisation entstand aus dem ehemaligen Schleswig-Holsteinisch-Lauenburgischen Oberappellationsgericht das Oberlandesgericht Kiel.

Schon zu jener Zeit waren der bauliche Zustand und die räumlichen Verhältnisse des Gerichtsgebäudes im Blome‘schen Freihaus in der Flämischen Straße so mangelhaft, dass man glaubte, die Inangriffnahme eines Neubaus nicht länger hinausschieben zu dürfen.

Konkrete Neubauplanungen reichen daher bis ins Jahr 1878 zurück. Gleichwohl kam es nach „Überwindung zahlreicher Schwierigkeiten“ erst 1889 zum Kauf des 3.800 m² großen Grundstücks zwischen Lorentzendamm und Fährstraße (heute Legienstraße). 

Am 18.10.1894 öffnete das neue Oberlandesgericht seine Pforten am Kleinen Kiel. Während das Hauptgebäude des Oberlandesgerichts am Lorentzendamm glimpflich durch den Krieg kam, wurden der erst 1936 errichtete Seitenflügel an der heutigen Legienstraße und der dort untergebrachte Bibliotheksbestand vollständig zerstört. In den 1930ern hat das Gebäude zudem einen Erweiterungsbau zwischen rückwärtigem Ostflügel und Mitteltrakt erhalten.

Die Beschlagnahmung von acht Räumen für das Britische Militärgericht im Mai 1945 engte das Oberlandesgericht zwar räumlich ein, trug aber zu einer raschen Instandsetzung des Gebäudes bei. So konnte das Oberlandesgericht bereits am 26.11.1945 seine Arbeit wieder aufnehmen.

Im Dezember 1946 wurden hier zusätzlich die drei Abteilungen des neu eingerichteten schleswig-holsteinischen Justizministeriums untergebracht. Das Oberlandesgericht wurde im April 1948 als Ausgleich für die von dort abgezogenen Regierungsbehörden nach Schleswig verlegt.Nach Auszug des Oberlandesgerichts beherbergte das Gebäude neben dem Justizministerium zunächst noch das Britische Militärgericht sowie vorübergehend auch das Gewerbeaufsichtsamt und die Landesbezirkskasse.

Seit Anfang der 1970er steht das Gebäude in alleiniger Nutzung durch das Justizministerium. Und somit ist das für die Justiz erbaute Gebäude am Kleinen Kiel bis heute als ein „würdiges Haus“ für die Justiz erhalten geblieben.