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Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

© M. Staudt/grafikfoto.de

Hilfe zur Selbsthilfe

Datum 29.04.2019

Die AWO hat Migranten zu Mediatoren für Opfer häuslicher Gewalt ausgebildet. Ministerin Sütterlin-Waack hat ihnen die Zertifikate überreicht.

Die meisten Gewalttaten werden nicht in der Öffentlichkeit, sondern im familiären Umfeld verübt – und richten sich häufig gegen Frauen und Kinder. Vor allem Opfer mit Migrationshintergrund wissen oftmals nicht, welche Rechte sie haben und an wen sie sich wenden können. In dem Projekt "MiMi – Gewaltprävention mit Migranten für Migranten" bildet die AWO Schleswig-Holstein Menschen mit Migrationshintergrund zu Mediatoren aus. Sie sollen geflüchtete Frauen und Mädchen über die Formen von Gewalt informieren und ihnen Schutzmöglichkeiten aufzeigen. Gleichstellungsministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack hat nun den ersten Mediatoren das Abschluss-Zertifikat überreicht. "Es ist wichtig, Frauen und Mädchen auf ihre Rechte und Möglichkeiten aufmerksam zu machen", sagte die Ministerin.

Opfern auf Augenhöhe helfen

Die Mediatoren sind darin geschult, von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen unterstützend zur Seite zu stehen und ihnen zu zeigen, wo sie Hilfe bekommen können. Sie sprechen die gleiche Landessprache und sind mit den kulturellen Besonderheiten vertraut. Dadurch können sie schneller eine Bindung zu den Opfern aufbauen.

Künftig sollen außerdem auch Männer geschult werden, um ihrerseits Männer in ihrem Umfeld für das Thema zu sensibilisieren. "Nur so erreichen wir eine breite Öffentlichkeit und nur so erreichen wir ein starkes Bewusstsein in unserem Kampf gegen Gewalt an Frauen", betonte die Ministerin. Es sei gut, wenn möglichst viele Menschen sich mit der Problematik beschäftigen.

Enge Zusammenarbeit

Im vergangenen Jahr waren in Schleswig-Holstein insgesamt 3.725 Personen von häuslicher Gewalt betroffen. Polizei, Beratungsstellen, Krankenhäuser und Justiz arbeiten im echten Norden eng zusammen, um Frauen bei häuslicher Gewalt zu unterstützen. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen wird durch das Kooperations- und Interventionskonzept bei häuslicher Gewalt geregelt. Die Landeskoordination erfolgt über das Gleichstellungsministerium.

Weitere Informationen zum Kooperations- und Interventionskonzept bei häuslicher Gewalt