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Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

© M. Staudt/grafikfoto.de

Gleichstellungsministerin startet Aktionswoche "Gewalt kommt nicht in die Tüte"

Datum 19.11.2018

Bereits zum 15. Mal läuft die Aktion, die Berührungsängste mit dem Thema Gewalt senken soll.

Eine Frau überreicht einem älteren Mann eine Brötchentüte mit der Aufschrift "Gewalt kommt nicht in die Tüte". Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack verteilte Brötchentüten an die Kunden der Bäckerei. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack verteilte Brötchentüten an die Kunden der Bäckerei. © MJEVG

Häusliche Gewalt hat viele Facetten

Die Aktionswoche "Gewalt kommt nicht in die Tüte" läuft inzwischen zum 15. Mal und will aufmerksam machen auf und sensibilisieren für die zahlreichen Facetten, die häusliche Gewalt hat. Damit ist eben nicht nur der schlagende Ehemann gemeint. Die Istanbul-Konvention definiert ganz genau, was häusliche Gewalt ist: "Alle Handlungen körperlicher, sexueller, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt, die innerhalb der Familie oder des Haushalts oder zwischen früheren oder derzeitigen Eheleuten oder Partnern vorkommen..."

Die meisten Gewalttaten werden nicht in der Öffentlichkeit verübt, sondern in den eigenen vier Wänden. Fast immer sind die Opfer Frauen und Kinder. Trotzdem ist häusliche Gewalt ein Thema, das von der Gesellschaft oft ausgeblendet wird.

Um auf diese Situation verstärkt aufmerksam zu machen, hat das Gleichstellungsministerium gemeinsam mit dem Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein und dem KIK Netzwerk Rendsburg-Eckernförde die Aktionswoche gegen häusliche Gewalt gestartet. Vom 20. bis 20. bis 25. November verteilen dabei gut 60 Bäckereien im echten Norden über 320.000 Brötchentüten mit dem Aufdruck "Gewalt kommt nicht in die Tüte".

Land lässt Betroffene nicht alleine

"Häusliche Gewalt bleibt ein Thema, bei dem alle hinschauen und aktiv werden müssen. Betroffene häuslicher Gewalt werden in Schleswig-Holstein nicht allein gelassen: Wir haben ein dichtes Netz an Frauenfacheinrichtungen und funktionierenden Netzwerken, die Schutz, Hilfe und Unterstützung bieten. Ich wünsche mir, dass Betroffene den Weg dorthin finden!" betonte die Ministerin.

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Die Aktionswochen tragen erheblich dazu bei, das Thema häusliche Gewalt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Helfen statt wegschauen

Die alljährliche Aktionswoche trägt erheblich dazu bei, dass das Thema häusliche Gewalt im öffentlichen Bewusstsein fest verankert wird. Durch den Wiedererkennungseffekt senkt sie die Berührungsängste. "Die Aktion fordert in unaufdringlicher Weise das soziale Umfeld auf, Gewalt nicht zu ignorieren, sondern Betroffenen den Weg zu den Hilfen zu erleichtern."

Rechte von Frauen stärken

Der Zeitpunkt der Aktionswoche ist kein Zufall. "Gewalt kommt nicht in die Tüte" findet im Rahmen des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen statt. Dieser wird seit 1981 jährlich am 25. November von Menschenrechtsorganisationen veranstaltet und hat die Einhaltung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen zum Ziel. Auslöser des Gedenktags war die Ermordung der drei Schwestern Mirabal am 25. November 1960 aufgrund ihres Widerstands gegen den damaligen dominikanischen Diktator Rafael Trujillo. Im Dezember 1999 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution, durch die der 25. November zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen bestimmt wurde.