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Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

© M. Staudt/grafikfoto.de

Rehabilitation auf dem Bauernhof

Datum 12.07.2018

Auf dem Biobauernhof Moltsfelde arbeiten Insassen der JVA Neumünster im offenen Vollzug. Nun erhalten die Gefangenen ein neues Wohngebäude.

Rinderzucht, Ackerbau und Holzwirtschaft auf 110 Hektar Fläche – auf den ersten Blick wirkt der Bauernhof Moltsfelde wie viele andere Landwirtschaftsbetriebe in Schleswig-Holstein. Doch hier ist alles ein bisschen anders als auf anderen Höfen: Denn im Kuhstall, auf dem Weizenfeld und im Wald arbeiten Strafgefangene der Justizvollzugsanstalt (JVA) Neumünster- betreut durch fünf landwirtschaftliche Mitarbeiter und zwei Justizbeamte.

Der Hof ist eine Einrichtung des offenen Vollzugs und soll die Häftlinge an ein normales Leben heranführen. "Hier erschließen sich Gefangene bereits vor ihrer Entlassung Kompetenzen und Selbstständigkeit", sagte Justizministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack. Die Häftlinge könnten beweisen, dass sie bereit seien, sich in die Gesellschaft einzuordnen und das Erlernte umsetzen können. Bislang waren bis zu 22 Menschen für drei bis vier Monate untergebracht – in einem Gebäude aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Zeitgemäßer Neubau

Doch das soll sich bald ändern: In Zukunft sollen 30 Gefangene in einem 992 Quadratmeter großen Neubau leben. Auf dem Landesgut feierte die Justizministerin nun Richtfest – gemeinsam mit Anstaltsleiterin Yvonne Radetzki und GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt. "Mit diesem modernen Bauprojekt unterstützt und erweitert das Land die Chancen für diese Häftlinge erheblich", sagte Sütterlin-Waack. Ein gut ausgestattetes Vollzugswesen, das den Inhaftierten die bestmöglichen Chancen zur Wiedereingliederung ermögliche, sei eine Investition in die Sicherheit der Bürger. Deshalb stünden noch weitere Bauvorhaben im Vollzugswesen an.

Das neue Unterkunftsgebäude ist zweigeteilt: In dem eingeschossigen Funktionstrakt befinden sich Speisesaal, Freizeit- und Gruppenräume für die Gefangenen, Büroflächen, Räume für Besprechungen mit Bewährungshelfern und Anwälten, sowie ein Lager-, Wasch und Trockenraum. Der Wohntrakt beinhaltet auf zwei Stockwerken Hafträume mit Toiletten sowie zwei separate Dusch- und Umkleideräume für die Häftlinge und das JVA-Personal. Die Baukosten betragen rund 3,49 Millionen Euro.