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Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack
Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung

© M. Staudt/grafikfoto.de

Projekt geht in Verlängerung

Datum 30.11.2017

Die Resozialisierungsinitiative "Anstoß für ein neues Leben" für jugendliche Gefangene wird fortgesetzt.

Fußballturnier JA Schlesw © MJKE

Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack und die Leiterin der Jugendanstalt Schleswig (JA), Anne Damberg, haben gemeinsam mit den Projektpartnern den Vertrag zur Verlängerung des Projekts "Anstoß für ein neues Leben" unterzeichnet. Nach drei sehr erfolgreichen Jahren wird die Zusammenarbeit von Ministerien, der Sepp Herberger-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, dem Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) und der Jugendanstalt Schleswig für drei weitere Jahre fortgesetzt. Für die Projektpartner nahmen DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg, der SHFV-Vizepräsident für Qualifizierung und Soziales, Uwe Döring und der Technische Direktor des FC St. Pauli, Ewald Lienen teil. Auch der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Flensburg, Martin Rump, sowie die Schulleiterin des Berufsbildungszentrum Schleswig, Kirsten Lemke, und der Fachbereichsleiter Regionale Integration des Kreises Schleswig-Flensburg, Stephan Asmussen, waren da.

Junge Gefangene eingliedern

Eine Fußballmannschaft bildet einen Kreis, um sich auf das bevorstehende Spiel einzuschwören. Fußballmannschaft (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M. Staudt / grafikfoto.de

Ziel der Initiative "Anstoß für ein neues Leben" ist es, jungen Strafgefangenen systematische Unterstützung bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung durch Akteure im Sport, Justiz und Arbeitsmarkt zu geben. 15 männliche Strafgefangene im Alter zwischen 16 und 24 Jahren können in der JA an dem Projekt teilnehmen. In den Kategorien Fußball, (vor)berufliche Qualifizierung sowie Soziales stehen verschiedene Fortbildungsangebote zur Verfügung. Dazu zählen Schiedsrichter- und Trainerausbildungen sowie Bewerber- und Anti-Gewalt-Trainings. Über das wöchentliche Fußballtraining hinaus wird es regelmäßig Fortbildungen aus diesen drei Bereichen geben. Die Jugendlichen werden auf ihrem Weg zurück in die Gesellschaft von einem Team aus Vollzugsbediensteten und der Projektpartner begleitet. Die Teilnehmer werden durch die beteiligten Haftanstalten nach einheitlichen Kriterien ausgewählt. Dabei spielen etwa eine gute Sozialprognose sowie die Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt eine Rolle.

Portraitfoto Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Der Sport erweist sich mit der Initiative erneut als wichtiger Partner bei den gemeinsamen Anstrengungen, das Leben sozial, solidarisch und friedlich zu gestalten.

Dr. Sabine Sütterlin-Waack

Prominente Paten begleiten Projekt

Neben dem Team aus Vollzugsbediensteten und den Projektpartnern unterstützen auch prominente Paten aus dem Fußball die Aktion. So coachte der Technische Direktor des FC St. Pauli, Ewald Lienen, beim "4. Anstoß-Cup" und gab den Jugendlichen fußballpraktische Tipps mit auf den Weg. "Durch die Erfahrungen im Fußballsport können den jungen Menschen wichtige Werte vermittelt werden, für die auch der FC St. Pauli eintritt. Sie lernen beispielsweise das respektvolle Miteinander und den Umgang mit Sieg und Niederlage." An dem Futsal-Turnier in der Jugendanstalt nahmen sechs Mannschaften von innerhalb und außerhalb des Vollzugs teil. DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg, Vorsitzender der Sepp-Herberger-Stiftung, unterstrich in der Jugendanstalt die "Anstoß-Idee": "Im Rahmen des Projektes bieten wir den jugendlichen Strafgefangenen vielseitige Chancen und Möglichkeiten, sogenannte "Anstöße für ein neues Leben". Der Fußball als Wertevermittler kann dabei bereits viel bewegen. Die Ergreifung dieser Chancen für das Leben nach der Inhaftierung liegt jedoch in den Händen der Teilnehmer."

Neun Bundesländer beteiligt

Schleswig-Holstein beteiligt sich als neuntes Bundesland an der gemeinsamen Aktion der DFB-Stiftung Sepp Herberger, des Deutschen Fußball-Bundes und der Bundesagentur für Arbeit. Die Initiative wird bereits erfolgreich in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen umgesetzt.