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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

2,5 Millionen Euro für Sturmflutschäden

Datum 22.02.2022

Die Landesregierung stellt den Kommunen Hilfen in Millionenhöhe zur Verfügung, um die Schäden nach den Februar-Stürmen zu beseitigen.

Umgestürzte Bäume, beschädigte Gebäude und Deiche – die Orkane "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" haben im Februar in Schleswig-Holstein deutliche Spuren hinterlassen. Die Orkanböen von teilweise mehr als 140 Stundenkilometern hatten insbesondere an der Nordseeküste für mehrere Sturmfluten gesorgt. Zwar hätten alle Deiche gehalten und seien auch weiterhin in einem wehrhaften Zustand, sagte die Direktorin des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), Birgit Matelski. Allerdings hätten die Stürme an vielen Stellen Schäden angerichtet, die nun ausgebessert werden müssen.

Ministerpräsident besucht Westküste

Bei einer Rundreise entlang der Westküste machte sich Ministerpräsident Daniel Günther nun ein Bild der Schäden an den Deichen. Begleitet wurde er dabei von Vertreterinnen und Vertretern des Umwelt- und des Innenministeriums, der Kommunalpolitik, des LKN sowie verschiedener Hilfsorganisatoren. An der schleswig-holsteinischen Küste lagen die Wasserstände während des Orkans "Zeynep" um rund drei Meter über dem mittleren Tidehochwasser. In Husum wurde sogar ein Wasserstand von 5,16 Metern über Normalhöhennull gemessen – das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. "Die gute Nachricht ist: Wir sind gut vorbereitet. Die Deichverstärkungen der letzten Jahre haben Wirkung gezeigt."

Mit Blick auf die anstehende Tourismus-Saison sei es nun wichtig, die Schäden an Uferpromenaden und Stränden so schnell wie möglich zu beseitigen. Dafür werde die Landesregierung bis zu zwei Millionen Euro bereitstellen. "Der Tourismus stand in den vergangenen Jahren schon vor großen Herausforderungen, deshalb ist es hier notwendig, schnell zu handeln. Wir werden die Kommunen bei der Beseitigung der Sturmschäden nicht im Stich lassen." Weitere 500.000 Euro stünden für Deichreparaturen und andere Küstenschutzprojekte zur Verfügung, sagte der Regierungschef.

Überflutete Flächen auch im Binnenland

Doch die Stürme brachten nicht nur viel Wind, sondern auch sehr viel Regen. So regnete es allein in den vergangenen sieben Tagen fast doppelt so viel wie sonst im ganzen Februar. Betrachtet man den gesamten Monat, waren die Niederschlagsmengen bis zu dreieinhalbmal so hoch wie normal. Am stärksten betroffen waren die Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Neumünster und Steinburg.

Dies sorgt zurzeit an mehr als zwei Dritteln der Binnenpegel im ganzen Land für Hochwasserstände, insbesondere an den Gewässern Treene, Stör, Lecker Au, Bille, Krückau, obere Eider, Trave sowie Beste. An mehreren Pegeln steht das Wasser sogar höher als jemals zuvor, etwa an den Gewässern Lecker Au, Trave, obere Eider, Dosenbek, Malenter Au und Schirnau. Zum Schutz vor Überflutungen hat der LKN dem zuständigen Eider-Sorge-Treene-Verband 2.000 Sandsäcke zur Verfügung gestellt. "Die Situation ist ernst und die Lage vor Ort zum Teil sehr angespannt", sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht in Kiel. Die aktuelle Entwicklung zeige, wie wichtig ein funktionierendes Konzept zum Schutz vor Binnenhochwasser sei.

Niederungen besonders betroffen

Bei Hochwasser stehe Schleswig-Holstein vor besonderen Herausforderungen, erklärte der Umweltminister: "Gerade die zahlreichen Niederungen sind in Zeiten des Klimawandels stärker denn je von Starkregen und Hochwasser bedroht." Es sei das Ziel der Landesregierung, eine nachhaltigere, wasserwirtschaftlich sinnvolle und finanziell abgesicherte Entwässerung zu organisieren, um die Niederungen als als Lebens- und Wirtschaftsraum zu erhalten. Zurzeit erarbeite das Land dafür eine umfassende Strategie.

Situation entspannt sich

In den vergangenen Stunden hat die Regenmenge landesweit abgenommen, sodass die Wasserstände nicht weiter ansteigen und zum Teil bereits wieder sinken. Nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes ist in den kommenden Stunden nur noch mit leichteren Regenfällen zu rechnen, sodass sich die Hochwasser-Situation im Laufe des Mittwoches entspannen sollte.

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen zur Hochwasserlage sind im Hochwasser-Sturmflut-Informations­system des Landes Schleswig-Holstein zu finden.

Hochwasser-Sturmflut-Informationen für Schleswig-Holstein

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