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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Datenschätze heben

Datum 17.09.2021

Daten sind die Basis jeder Künstlichen Intelligenz. Wie man diese künftig noch besser sammeln kann, hat Staatssekretär Schrödter in Kiel vorgestellt.

Schon heute ist Künstliche Intelligenz ein mächtiges Werkzeug: Sie kann genau berechnen, wie viel Personal eine Bäckerei an einem regnerischen Sonntag benötigt, wieviel Energie ein Windpark nächsten Mittwoch voraussichtlich ins Netz einspeist oder welchen Kurs ein Containerfrachter in zehn Minuten einschlagen muss, um mit der Strömung zu fahren. Grundlage für diese Berechnungen sind Daten – je genauer und zahlreicher, desto genauer die Prognose. Kurz gesagt: Jede Künstliche Intelligenz ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie beruht.

Daten sind Thema auf der Digitalen Woche

Mit diesem Thema hatten sich am Mittwoch Fachleute aus den verschiedensten Branchen auf der Digitalen Woche in Kiel beschäftigt. Für die Landesregierung hatte der Chef der Staatskanzlei, Dirk Schrödter, an der Veranstaltung "Taten durch Daten" teilgenommen. Aus den Ergebnissen der Gesprächsrunde hat der Staatssekretär nun neun Thesen für eine bessere Datennutzung in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft abgeleitet.

Potenzial von KI nutzen

"Daten sind der Rohstoff für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz", sagte Schrödter. "Wir müssen die Datensilos der öffentlichen Verwaltung aufbrechen, denn der darin liegende Datenschatz sollte nicht ungenutzt bleiben." Schon heute stelle Schleswig-Holstein zahlreiche Daten online zur freien Nutzung zur Verfügung. Dies sei ein entscheidender Standortvorteil für den echten Norden, der noch weiter ausgebaut werden müsse. "Die Veröffentlichung aller Daten im Open Data-Portal sollte die Regel, die nicht-Veröffentlichung aber die begründungspflichtige Ausnahme werden", betonte der Staatssekretär.

Open-Data-Portal weiter ausbauen

Darüber hinaus forderte Schrödter, auch die Daten privatwirtschaftlicher Unternehmen in die Betrachtung einzubeziehen. "Das gesamte Wertschöpfungspotenzial von KI für Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung in unserem Land lässt sich nur zur Entfaltung bringen, wenn große Mengen noch völlig ungenutzter Daten verfügbar werden." Voraussetzung dafür seien allerdings unter anderem allgemeingültige Datenstandards.

Öffentliche Verwaltung stärken

Jede Behörde und jedes Unternehmen benötige daher mehr Kompetenz in dem Fachgebiet "Data Science", erklärte der Staatssekretär. In der öffentlichen Verwaltung sollten echte Daten-Nutz-Beauftragte für Datenerschließung, Standardisierung, Fortbildung, Erkenntnisgewinnung eingesetzt werden. "Wir müssen den Datenturbo zünden."

Neun Thesen zur Datennutzung

1. Das gesamte Wertschöpfungspotenzial von KI lässt sich für unsere Wirtschaft und Wissenschaft nur zur Entfaltung bringen, wenn große Mengen noch völlig ungenutzter Daten verfügbar werden.

2. Die Produktivität unserer Wirtschaft kann mit besserer Datenverfügbarkeit gesteigert und die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung verbessert werden.

3. Die Bereitstellung öffentlicher Daten wird zum entscheidenden Standortvorteil, die vielfältigen Daten des öffentlichen Sektors müssen zugänglich und nutzbar sein. Datensilos gilt es aufzubrechen. Dabei muss die Veröffentlichung aller Daten im Open-Data-Portal die Regel, die nicht-Veröffentlichung die begründungspflichtige Ausnahme werden.

4. Aber auch umgekehrt gilt: Der private Sektor muss mehr Daten zur Verfügung stellen. Das gilt auch für Bildungs- und Gesundheitsdaten, die eine wertvolle Ressource sind. Die Berücksichtigung aller notwendigen Schutzmaßnahmen für personenbezogene Daten ist dabei selbstverständlich.

5. Je mehr Daten aus öffentlichen und privaten Quellen zur Verfügung stehen und miteinander kombiniert werden können, je besser lässt sich das Potenzial von Künstlicher Intelligenz ausspielen. Solche Skaleneffekte können durch das Zusammenkommen von Daten des öffentlichen und des privaten Sektors ermöglicht werden.

6. Es müssen für die volle Nutzbarkeit leistungsfähige Dateninfrastrukturen und Datenräume aufgebaut werden, die Datenportabilität und Dateninteroperabilität ermöglichen. Diese Datenräume müssen möglichst vielen Nutzenden einen freien Zugriff erlauben.

7. Es müssen gemeinsame Datenstandards entwickelt werden, mit denen Daten nach allgemein gültigen Kriterien und einheitlichen maschinenlesbaren Formaten aufbereitet und in hoher Qualität nutzergerecht mit offenen Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden.

8. Nicht nur in der öffentlichen Verwaltung ist eine Data Literacy zu entwickeln, die eine Kultur des Datenteilens etabliert und die Datenkompetenz verbessert.

9. Jede Behörde und jedes Unternehmen braucht daher dringend mehr Fachkompetenz in Data Science. Daten müssen in Qualität bewertet und nutzbar gemacht werden. In der öffentlichen Verwaltung sollten echte Daten-Nutz-Beauftragte für Datenerschließung, Standardisierung, Fortbildung, Erkenntnisgewinnung eingesetzt werden. Das datengeleitete Regierungshandeln ist unser Zielbild, um die Verwaltung noch transparenter und effizienter zu machen.


 

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