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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

KI in Land- und Forstwirtschaft

Datum 22.07.2021

Mehr Schutz für Tiere und Pflanzen – mit insgesamt rund 925.000 Euro unterstützt die Landesregierung zwei KI-Projekte und die Fachhochschule Westküste.

Genauere Wettervorhersagen, gezielte Auswertung von Satelliten-Aufnahmen oder autonome Erntemaschinen – die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) sind vielfältig und können die Landwirtschaft verbessern. Das ist auch das Ziel des Unternehmens "Naiture" aus Friedrichsgabekoog (Kreis Dithmarschen). Mithilfe Künstlicher Intelligenz möchte es Rehkitze in Feldern aufspüren und die Unkrautbekämpfung optimieren. Dafür arbeitet das Unternehmen eng mit der Fachhochschule (FH) Westküste zusammen. Das Land unterstützt beide Projekte mit jeweils 285.000 Euro und die FH mit 355.000 Euro.

Großes Potenzial

Die Projekte von Naiture seien hervorragende Beispiele dafür, was für ein großes Potenzial KI in der Landwirtschaft habe, sagte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dirk Schrödter, bei der Förderbescheidübergabe. So könnten immer passgenauere und intelligentere Lösungen entwickelt werden: "Digitalisierung sorgt dafür, dass wir weniger chemische Pflanzenschutzmittel brauchen. Darüber hinaus schützen wir die Natur und die Tiere. Dies können wir mit hervorragenden wirtschaftlichen Perspektiven für unser Land verbinden und Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein schaffen. Innovative Technologien lassen sich zudem weltweit exportieren. Daher unterstützen wir als Land diese Projekte sehr gerne."

Projekt "Aros", Autonomes Rehkitz Ortungssystem

Rehe legen ihre Kitze häufig in Feldern ab, um sie vor Feinden zu verstecken. In Erntezeiten kann das das Todesurteil der Jungtiere sein, wenn sie nicht rechtzeitig weglaufen und von den schweren Erntemaschinen erfasst werden. Das Unternehmen Naiture will mit Hilfe von KI eine technische Lösung entwickeln: Eine Drohne soll das Feld abfliegen und nach versteckten Rehen suchen. Sobald ein Rehkitz entdeckt wird, sendet die Drohne automatisch ein Luftbild und die GPS‐Koordinaten an einen Jäger und den Landwirt. So kann das Tier in Sicherheit gebracht werden.

Projekt "Autonomer Jäte-Roboter"

Auf Bio-Betrieben sind chemische Pflanzenschutzmittel (Herbizide) verboten. Aus diesem Grund ist die Unkrautbekämpfung dort besonders aufwändig. In einigen Betrieben wird daher bereits mittels Robotertechnik mechanisch gejätet. Der Jäte-Roboter von Naiture ist dafür optimiert. Er ist mit einem Laser ausgestattet, der alle Pflanzen scannt und zwischen Unkraut und Nutzpflanze unterscheiden kann. Mithilfe von KI soll dieses System weitere Gemüsesorten erkennen können. Naiture arbeitet in dem Projekt eng mit der Fachhochschule Westküste zusammen.

Mehr Infos zum Unternehmen "naiture"

KI stärkt Ökologische Forstwirtschaft

Die Unkrautbekämpfung spielt auch in der Forstwirtschaft eine zunehmend wichtige Rolle, da die Auflagen zum Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel immer strenger werden. Dieses Einsatzpotenzial von KI haben die Forscher:innen der FH Westküste erkannt: Allein in Schleswig-Holstein bewirtschaften rund 350 Baumschulen eine Fläche von etwa 4.000 Hektar. Nun wollen die Forscher:innen ihre Erfahrungen aus dem Projekt "Aros" auf die Baumschul- und Forstwirtschaft übertragen. Das Land fördert das Projekt bis 2024 mit rund 355.000 Euro.

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