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Der Ministerpräsident - Staatskanzlei

Portraitfoto Daniel Günther
Daniel Günther

Ministerpräsident - Staatskanzlei

© M. Staudt / grafikfoto.de

Sprache als Fenster in andere Kulturen

Datum 19.02.2021

Am 21. Februar ist der "Internationale Tag der Muttersprache". Der Minderheitenbeauftragte Callsen würdigte nun das Engagement in Schleswig-Holstein.

Sie ist eines der wichtigsten Güter einer Gesellschaft: die Sprache. Expert:innen schätzen, dass es weltweit etwa 6.700 gibt. Mehr als die Hälfte von ihnen ist allerdings vom Verschwinden bedroht. Der "Internationale Tag der Muttersprache" am 21. Februar würdigt nicht nur die Sprache, mit der wir uns am meisten identifizieren, sondern soll auch auf Minderheitensprachen und Mehrsprachigkeit aufmerksam machen.

Minderheiten- und Regionalsprachen schützen

Sprachen, die nicht gesprochen werden, geraten in Vergessenheit. Im Schnitt geht alle zwei Wochen eine Sprache verloren. Um die Vielfalt der Sprachen weiterhin zu bewahren und die Aufmerksamkeit auf Minderheitensprachen zu lenken, hat die UNESCO im Jahr 2000 den Gedenktag eingeführt.

Dänisch, Friesisch und Romanes – drei der insgesamt sechs Minderheitensprachen in Deutschland werden in Schleswig-Holstein gesprochen. Die Regionalsprache Niederdeutsch wird ebenfalls als eigenständige Sprache geschützt. "Diese Sprachen bedeuten Identität und prägen das minderheitenpolitische Profil Schleswig-Holsteins", sagte Johannes Callsen, der Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten. Mit der Verabschiedung des neuen "Handlungsplans Sprachenpolitik" sei die Landesregierung wichtige Schritte für die Förderung dieser Sprachen vorangegangen. Dieser gehe über einen reinen Spracherwerb hinaus und umfasse auch die Außenwirkung und Sichtbarkeit der Sprachen.

Sprachliche Vielfalt beginnt im Kindesalter

Auch in den Kitas und der Kindertagespflege im echten Norden nimmt das Thema Sprache einen hohen Stellenwert ein. Seit 2016 sind die geschützten Regional- und Minderheitensprachen explizit im schleswig-holsteinischen Kindertagesstättengesetz verankert. Das Land fördert seit 2017 mit insgesamt einer halben Million Euro pro Jahr Sprachangebote in Kindertagesstätten. Außerdem gehe es neben einem weiteren Ausbau der Modellschulen Niederdeutsch, Friesisch und Dänisch auch um eine höhere Attraktivität für das Lehramtsstudium Niederdeutsch und Friesisch, sagte Callsen.

Deshalb untersützt das Land Vereine und Verbände der Sprachgruppen, die für den Erhalt und die Weiterentwicklung der geschützten Sprachen und ihrer Kultur arbeiten. Für die Sichtbarkeit dieser Sprachen würden auch die Medien eine zentrale Rolle spielen, betonte Callsen. "Die Regional- und Minderheitensprachen sind in den Angeboten des NDR regelmäßig und angemessen zu berücksichtigen", heißt es zum Beispiel im neuen NDR-Staatsvertrag.

Projekte aus dem echten Norden

Das 2018 durch die Länder Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Hamburg gegründete Länderzentrum für Niederdeutsch erstellt zum Beispiel digitale Lerneinheiten für Schulen und Universitäten. Außerdem lädt es auf seinem Internetportal Erklärvideos zum Niederdeutschen hoch und bietet Onlineseminare an.

Hier geht es zur Übersicht der Angebote vom Länderzentrum für Niederdeutsch

Die Zentren für Niederdeutsch in Leck und Mölln sind in Schleswig-Holstein für die Vermittlung von niederdeutscher Sprache und Kultur aktiv. Ein zentrales Projekt aus Mölln ist der hochdeutsch-plattdeutsche Dialogpodcast "Plattfunk". Das Niederdeutschzentrum in Leck bietet seit mehreren Jahren Workshops an, unter anderem für Fachpersonal und ehrenamtliche Aktive in Kindertageseinrichtungen ("Plattdüütsch för de Lütten") und für Kursleiter:innen in der Erwachsenenbildung ("Platt lehren lernen"). Im Jahr 2020 ist mit "Platt hölpt hölpen" eine weitere Fortbildungsreihe mit verschiedenen Angeboten für Menschen in pflegerischen und betreuenden Berufen hinzugekommen.  

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